Sowjet Jeans (lettisch: Padomju džinsi) ist eine lettische Fernsehserie aus dem Jahr 2024. Sie spielt im Jahr 1979 in der Lettischen Sozialistischen Sowjetrepublik und verbindet satirische, romantische und politisch-kritische Elemente.
Handlung Renars arbeitet 1979 als Kostümbildner an einem Theater in Riga. Von dem Sowjet-Regime fühlt er sich unterdrückt und interessiert sich für westliche Musik und Kultur. Seine Arbeitsstätte nutzt er, um Jeans für den Schwarzmarkt herzustellen. Nachdem er sich in die finnische Regisseurin Tina verliebt, wird er weniger vorsichtig und singt ein beleidigendes Lied über Maris, seinen KGB-Agenten. An dem Ort waren Mikrofone versteckt und Maris sorgt dafür, dass Renars in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird. Dort beginnt er zusammen mit Mitinsassen heimlich Jeans zu nähen, die der westlichen Marke Levis ähnlich und unter der lettischen Bevölkerung sehr beliebt sind. Das ruft wiederum die Aufmerksamkeit des KGB hervor und Maris Suche nach Renars Jeansproduktion beginnt.
Produktion Entwicklung Die Serie basiert auf historischen Begebenheiten aus der Sowjetzeit. Sie wurde von Stanislavs Tokalovs, Teodora Markova und Waldemar Kalinowski entwickelt. Produziert wurde sie von Aija Bērzina für Tasse Film. Unterstützt wurde die Produktion durch das National Film Centre of Latvia, Go3 und Depo DIY.
Ausstrahlung und Verbreitung Die Ausstrahlung der Serie begann in Lettland ab dem 1. März 2024 bei dem Sender Go3.Sowjet Jeans bei imdb.com.Sowjet Jeans bei Go3. Die internationale Premiere feierte der Filme bei dem Festival Series Mania 2024, wobei die ersten zwei Folgen gezeigt wurden.Soviet Jeans bei Series Mania. Die Serie ist in Deutschland seit dem 8. Mai 2025 und bis zum 3. April 2026 in der Arte-Mediathek verfügbar. Internationale Vertriebsrechte wurden von Beta Film übernommen.
Rezeption Kritiken José García zeigt in Die Tagespost auf, dass die Serie die Jeans als Symbol des Widerstands inszeniert und diese Bedrohung für das sowjetische Regime „witzig, düster, manchmal grotesk und immer scharfsinnig“ dargestellt werde. Stanislas Ide lobte in Cineuropa die Serie und zog Vergleiche zu Good Bye Lenin!. Die Kameraarbeit erinnere eher an eine Kinoproduktion als eine Streamingserie. Die Romantik überzeuge und die Serie schaffe es den Humor während der Besatzung durch die Sowjets zu zeigen. Jürgen Wittner meinte in Kulturnews, dass der Serie „der Spagat zwischen ernsthaftem Drama und Satire“ bestens gelinge. In dem Setting der Serie würden „feine Nuancen des Schauspiels, pointierte Dialoge und im Minutentakt komische Momente im Drehbuch, die filmisch punktgenau umgesetzt werden“, dominieren. Jörg Taszman vergab der Serie bei Filmdienst vier von fünf Sterne: „Komplex erzählt, im Tonfall überzeugend schwankend zwischen Realsatire und Drama und stark besetzt, erzählt die Serie packend von den Zwangsmechanismen einer Diktatur und der hartnäckigen Sehnsucht nach Freiheit.“
Auszeichnungen Series Mania 2024:
Publikumspreis Bester Schauspieler (Karlis Arnolds Avots)
Lielais Kristaps 2024 (lettische Nationalfilm-Auszeichnungen):
Beste TV-Serie Bestes Drehbuch Bester Schauspieler
Fortsetzung Eine zweite Staffel befindet sich in Produktion. Sie soll zeitlich teilweise unmittelbar vor dem Fall der Berliner Mauer 1989 stattfinden.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Fernsehserie der 2020er Jahre Kategorie:Dramedy Kategorie:Fernsehserie (Lettland)