Richard „Rick“ King (* im 20. Jahrhundert) ist ein US-amerikanischer Filmemacher.
Leben King wurde in den 1950er-Jahren in den Vereinigten Staaten geboren.
Nach seiner Schulzeit an der Saint Paul’s School studierte er zunächst Geschichte an der Universität von Stanford in Kalifornien, die er mit dem Bachelor abschloss. Später studierte er unter Richard Leacock am Massachusetts Institute of Technology, wo er sein Handwerk als Filmeditor, Filmproduzent, Drehbuchautor und Filmregisseur in Dokumentarfilmen und Werbespots erlernte. Leacock war ein wegweisender Dokumentarfilm-Kameramann und -Regisseur des Cinéma vérité, der vor allem für seine Arbeit an Monterey Pop bekannt wurde, eine Dokumentation über das gleichnamige Monterey Pop Festival, und der als einer der Begründer des Direct Cinema gilt.
King lebte zuletzt in Santa Monica in Kalifornien.
Karriere In den frühen 1970er-Jahren drehte King selbst zahlreiche dokumentarische Kurzfilme – über Vagabunden, über Chinesische Poesie und über seine Freunde. Zwischen 1975 und 1997 führte King bei zwölf Spielfilmen Regie, bei drei Filmen wirkte er auch als Co-Autor am Drehbuch und als Produzent mit. Seine erste größere Regiearbeit war der Film Off the Wall aus dem Jahr 1977, für den er auch das Drehbuch schrieb. Er wurde auf dem Sundance Film Festival uraufgeführt.
Als Mitautor war King an Gefährliche Brandung beteiligt, die später mit Keanu Reeves, Patrick Swayze und Gary Busey in den Hauptrollen verfilmt wurde. Ende der 1980er-Jahre erlernte King das Surfen und las zu dieser Zeit einen Artikel über die gestiegene Anzahl an Banküberfällen in Los Angeles. „Los Angeles war damals so etwas wie das Zentrum für Banküberfälle, weil man eine Bank ausrauben und direkt auf der Autobahn entkommen konnte. Es gab also ein riesiges Problem mit Banküberfällen, was natürlich eine Angelegenheit des FBI ist“, so King in einem Interview. Als er an einem Strand in Malibu saß und aufs Meer blickte, kam ihm schließlich die Idee zu Gefährliche Brandung (). „Ich dachte: ‚Surfer, die Banken ausrauben‘ […] und ein FBI-Agent, der [selbst] ein guter Sportler ist und als Verdeckter Ermittler unter diesen Surfern ermittelt.‘“ Zusammen mit dem Drehbuchautor W. Peter Iliff entstand das Drehbuch zum Film, dass zuerst Ridley Scott verfilmen wollte, die Idee während der Vorproduktion aber verwarf. Später griffen James Cameron und seine damalige Ehefrau Kathryn Bigelow Kings und Iliffs Rohfassung wieder auf und entwickelten sie unter dem Arbeitstitel Johnny Utah und Riders on the Storm weiter. Bigelow führte schließlich Regie und der Film kam im Jahr 1991 in die Kinos. 2006 erschien eine Dokumentation zum Film: Point Break: It’s Make or Break.
Im Jahr 1990 führte King bei Rollerboys mit Corey Haim und Patricia Arquette Regie und 1992 bei dem Martial-Arts-Film Karate Tiger 6 – Entscheidung in Rio, der im Original mit dem Titel Kickboxer 3 – The Art of War in die Kinos kam. Es folgten Regiearbeiten bei Filmen wie Blonder Todesengel (), Unmoralisches Begehren (), Cybertech P.D. (auch: Terminal Justice), Catherine’s Grove sowie Road Ends, mit Dennis Hopper, Peter Coyote und Chris Sarandon in den Hauptrollen.
1997 hatte King die Option das mit der Nicholl Fellowship ausgezeichnete Drehbuch zu Traveller – Die Highway-Zocker von Jim McGlynn mit Bill Paxton, Mark Wahlberg und Julianna Margulies zu verfilmen. Hauptdarsteller Bill Paxton wollte den Film jedoch selbst produzieren, mit seinem Kameramann Jack N. Green als Regisseur, und zahlte King aus. King zog sich aus dem Projekt zurück und fungierte nur noch als ausführender Produzent.
Am Ende der 1990er-Jahre produzierte King aufwendig produzierte Dokumentationen und Spezialprogrammierungen für den Discovery Channel, TLC, das Smithsonian Network, National Geographic Television sowie biografische Filme () für den US-amerikanischen Fernsehsender History Channel. Er arbeitete in dieser Zeit für verschiedene Produktionsfirmen, so für JWM Productions, die Cronkite Ward Company, GRB Entertainment, New Harbor Entertainment und die National Geographic Society.
King schrieb, inszenierte und produzierte 2003 Nuclear Nightmares, eine zweistündige Dokumentation für die für die PBS-Serie Avoiding Armageddon über die Verbreitung von Atomwaffen. Im Frühjahr 2005 kam Voices in Wartime in die Kinos. 2007 führte King Regie, produzierte und schrieb Sherman’s March für den History Channel, mit aufwendigen Kampfszenen und einer intensiven dramatischen Auseinandersetzung mit einer der umstrittensten Figuren des Amerikanischen Bürgerkriegs: General William T. Sherman (gespielt von Bill Oberst jr.) Es folgten zahlreiche weitere Dokumentationen zu verschiedenen Themen, beispielsweise zur Shark Week im Jahr 2010.
Letztmalig trat King 2012 mit dem Fernsehfilm Maya Underworld: The Real Doomsday und 2015 bei der Neuverfilmung von Point Break als Autor in Erscheinung.
Auszeichnungen Im Jahr 1985 wurde King auf dem Sundance Film Festival für den Grand-Jury-Preis für seinen Film Harte Pfeile – Mitten ins Herz () aus dem Jahr 1984 nominiert; der Film wurde 1986 in die Top-Ten-Liste des Filmkritikers Roger Ebert aufgenommen. 1989 gewann er den CableACE-Award für seine Regie in der Folge Dusk to Dawn der HBO-Fernsehserie Vietnam War Story aus dem Jahr 1987. Blonder Todesengel () aus dem Jahr 1993 wurde zudem beim Houston Film Festival als bester Independent-Film ausgezeichnet.
Filmografie (Auswahl) Regie
Produktion
Drehbuch
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Einzelnachweise
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