An einem Tag im September (französischer Titel De Gaulle et le Chancelier) ist ein deutsch-französischer Fernsehfilm aus dem Jahr 2025 über die erste Begegnung des damaligen deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer mit Charles de Gaulle am 14. September 1958 im privaten Landsitz La Boisserie des französischen Generals und späteren französischen Staatspräsidenten im Dorf Colombey les Deux Églises in der Region Champagne-Ardenne.

Bei diesem „privaten“ Treffen auf Einladung de Gaulles wurde der Grundstein zur Überwindung der deutsch-französischen „Erbfeindschaft“ gelegt.

Der Film entstand nach dem Drehbuch von Fred Breinersdorfer unter der Regie von Kai Wessel.

Handlung Der Film spielt vorwiegend im Privathaus des Generals und damaligen Ministerpräsidenten Frankreichs, wo Charles de Gaulle zusammen mit seiner Frau Yvonne und seinem Adjutanten den deutschen Kanzler Konrad Adenauer erwartet.

Adenauer graute vor dem Besuch. Der erste Kanzler der Bundesrepublik verband mit dem französischen General vornehmlich Negatives: Kurz nach dem Krieg hatte dieser Deutschland in mehrere Teilstaaten zerstückeln wollen, dann hatte er die geplante Europäische Verteidigungsgemeinschaft torpediert und immer wieder das europäische Einigungsprojekt als Verrat an französischen Interessen angegriffen. „Und wer ist schuld, wenn es schiefgeht?“, sagt Adenauer während der Autofahrt plötzlich. Sein Mitarbeiter hält ihm entgegen: „Das fragen Sie doch auch sonst nicht, Herr Bundeskanzler.“ Dennoch fanden der Deutsche und der Franzose an diesem Tag auf einer persönlichen Ebene zusammen.

Mit Verzögerung beginnt das delikate, sorgsam vorbereitete Treffen, das die „Erbfeindschaft“ zwischen Frankreich und Deutschland nach 250 Jahren und Millionen Opfern in drei großen Kriegen beenden soll.

Die Verspätung ergab sich, weil die Polizeieskorte die Adenauer-Limousine irrtümlich nach Colombey-les-Belles geleitet hat. Das liegt gut 80 Kilometer ostnordöstlich von Colombey les Deux Églises. Als die kleine Kolonne anhält, um sich zu orientieren, werden die deutsche Fahrzeuge von Bewohnern mit Eiern beworfen.

Reporter warten ungeduldig vor den Toren von de Gaulles Privathaus auf Ergebnisse. Dabei lernen sich die französische Fotografin Hélène Wissembach und die deutsche Journalistik-Volontärin Elke Schmitz kennen. Beide träumen von einer friedlichen Zukunft in einem gemeinsamen Europa und fordern von den Politikern, sich dafür einzusetzen.

Im Vieraugengespräch der Politiker werden zunächst erhebliche politische Differenzen deutlich und die Annäherung droht zu scheitern. Auch die Berater der beiden Staatsmänner tragen ihre fundamentalen Meinungsverschiedenheiten zwar diplomatisch, aber mit offenem Visier aus. Erst als die zurückhaltende Yvonne de Gaulle eingreift und mit der emotionalen Geschichte ihrer durch eine Trisomie früh verstorbene Tochter eine persönliche Ebene erzeugt, finden die beiden Politiker über Traumata in ihren eigenen Biografien wieder zusammen.

Produktion Drehbuch Das Buch basiert auf einer breit angelegten Recherche, in deren Zentrum ein Ereignisprotokoll des Auswärtigen Amts steht, die Übersetzung eines französischen Protokolls des Gesprächs. Der Autor hat wesentliche fiktionale Elemente mit den historischen Fakten verflochten. Dramaturgisch ist die Handlung in vier Erzählstränge gegliedert, die parallel zueinander verlaufen. Im Zentrum steht die Ebene der beiden Politiker und der Familie des Generals. Sie zeichnet den Willen zur Einigung nach. In der Küche des Hauses gibt es Streit, weil die von den Deutschen gefolterte Köchin sich strikt weigert, für die „Boches“ zu kochen, was historisch verbürgt ist. Diese Ebene schildert den damaligen unversöhnlichen Hass. Die Berater der Politiker stehen für die Skepsis und die beiden (fiktiven) jungen Journalistinnen von beiden Seiten des Rheins für die Zukunft eines friedlichen Europas.

Besetzung und Synchronisation Die französischen Rollen wurden ausschließlich mit französischen Darstellerinnen und Darstellern besetzt, die deutschen Rollen entsprechend mit deutschen; dabei wurde konsequent auf die schauspielerische Leistung und nicht auf äußerliche Ähnlichkeiten der Hauptdarsteller geachtet.

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand bei Studio Hamburg Synchron GmbH unter Leitung von Marion Noack. Folgende deutsche Synchronsprecher haben mitgewirkt: Rolle Darsteller Synchronsprecher Charles de Gaulle Jean-Yves Berteloot Stefan Schad Yvonne de Gaulle Hélène Alexandridis Barbara Auer Gaston de Bonneval Vincent Lécuyer Volker Hanisch Hélène Wissembach Nora Turell Celine Fontanges

Sonstiges Der Film wurde im Sommer 2023 in Belgien gedreht; es existieren verschiedene Sprachfassungen. Der Regisseur hat immer wieder Schwarz-Weiß-Szenen als vermeintliche historische Reminiszenzen einmontiert.

Das ZDF produzierte eine begleitende Dokumentation An einem Tag im September. Die Dokumentation. (44 Min.) im Format Terra X, die in der Reihe Terra X History am 15. September 2025 erstmals ausgestrahlt wurde.

Der Film wurde auf Veranstaltungen in Deutschland, Frankreich und bei der EU-Kommission in Brüssel gezeigt und diskutiert.

Das ZDF bietet umfangreiches Material zum Film für Schulen an.

Rezeption Kritiken

Thomas E. Schmidt, Ein Tag im September, Zeit Nr. 37/2025, 27. August 2025

Zitate Über seine Hoffnung, was das Publikum aus dem Film mitnimmt, sagt Autor Fred Breinersdorfer: "Dass es gut ist, miteinander zu sprechen, heute mehr denn je. 250 Jahre Erbfeindschaft führen zu gar nichts, außer zu Millionen von Toten."

Auszeichnungen und Nominierungen 2025 „Goldene Nymphe“, bester fiktionaler Film und beste Schauspielerin, 64. Fernsehfilmfestival Monte Carlo 2025 Regiepreis für Kai Wessel und „Ludwigshafener Auszeichnung“ beim Festivals des Deutschen Films 2025 Nominierung, Prix EuropaNominierungen 2025 auf prixeuropa.eu; abgerufen am 5. Oktober 2025 und Besondere Auszeichnung der Jury 2025 Günter Rohrbach Preis, Shortlist 2026 New York Festival TV&Film Awards, Silver Tower 2026 Blauer Panther (ehem. Bayerischer Filmpreis), Nominierung für Burghart Klaußner und Jean-Yves Berteloot, beste Schauspieler

Trivia De Gaulles Sohn Philippe wird im Film als "Admiral" vorgestellt, tatsächlich war er 1958 Capitaine de corvette; Admiralsränge erreichte er ab 1971.

Weblinks

Arte: An einem Tag im September Verfügbar bis zum 11. Oktober 2025 ZDF: An einem Tag im September ZDF: An einem Tag im September - Die Dokumentation

Einzelnachweise

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