Das Piesau-Viadukt Lichte ist eine eingleisige Eisenbahnbrücke bei dem Ort Lichte über das Tal der Piesau im Thüringer Wald. Über die Brücke führte bei Streckenkilometer 16,7 die inzwischen stillgelegte Bahnstrecke Probstzella–Neuhaus am Rennweg. Gelegentlich wird die Brücke auch „Viadukt zu Wallendorf“ oder „Viadukt Hammerwiesen Lichte“ genannt. Sie steht in der Gemarkung Bock und Teich.
Beschreibung Das Viadukt überspannt in einer angedeuteten S-Form das Tal der Piesau, wobei der Streckenverlauf die Talseite wechselt. Die 10 Bogen mit lichten Weiten von 20 bis 22 Metern und aufgeständerter Fahrbahn bestehen aus unbewehrtem Stampfbeton und sind unverkleidet. Den Übergang von Bogen zu Pfeiler verzieren massive Friese. Besonderheit der Konstruktion sind jeweils fünf kleine, spiegelsymmetrisch angeordnete Sparbögen oberhalb eines jeden Pfeilers, die die Zwickel zwischen den Bogenrundungen ausfüllen. Das Bauwerk wirkt dadurch elegant und leicht. Eine ähnliche Bauweise wurde bei dem 197 m langen Finstergrund-Viadukt angewendet, das sich auf derselben Strecke ca. 5 km entfernt in östlicher Richtung befindet.
Geschichte 1911 begannen die Bauarbeiten, um die bisher in Bock-Wallendorf endende Strecke bis nach Neuhaus am Rennweg zu verlängern. Die Eröffnung der Strecke folgte zwei Jahre später. Die Bahnverbindung verbesserte die Transportbedingungen für die in der Region befindlichen Bergbaubetriebe und verarbeitenden Industrien. 1994 wurde der Güterverkehr auf der Strecke eingestellt und 1997 wurde sie stillgelegt. Bemühungen zur Wiederbelebung der Eisenbahnverbindung waren bisher erfolglos.
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