mini|216x216px|Calzones rotos mit Puderzucker bestreut Der Calzón roto (spanisch für „zerrissene Höschen“, plural Calzones rotos) ist ein traditionelles frittiertes Siedegebäck der chilenischen Küche. Es handelt sich um kleine Teigstücke aus Mehl, Eiern, Zucker und einem Schuss Pisco oder Aguardiente, die vor dem Frittieren charakteristisch eingeschnitten und verdreht werden. Sie können auch Zitronen- oder Orangenschale enthalten. Der Name leitet sich von der besonderen Form ab, die an zerrissene Damenunterwäsche erinnert. Calzones rotos gehören zu den typischen Wintergebäcken in Chile und werden häufig mit Puderzucker bestreut serviert.
Ursprung Der Ursprung dieses frittierten Gebäcks wird den römisch-katholischen Nonnenklöstern während der Kolonialzeit Chiles zugeschrieben. Einer volkstümlichen Legende zufolge soll der Name jedoch auf eine Frau zurückgehen, die das Gebäck auf dem Hauptplatz von Santiago (Plaza de Armas) verkaufte. Demnach hob ein starker Wind einmal ihr Kleid und legte ihre zerrissene Unterwäsche frei, was ihr den Spitznamen „Dame der zerrissenen Höschen“ einbrachte.
Ähnliche frittierte Gerichte Ähnliche Gebäcke sind in vielen europäischen Ländern bekannt. In Italien heißen sie sfrappole oder chiacchiere, in Spanien orejas de carnaval und in Polen Faworki. Auch im deutschsprachigen Raum existieren vergleichbare Varianten: In Deutschland sind etwa die sogenannten Mutzenmandeln oder Strauben verbreitet, während in der Schweiz Fasnachtschüechli (auch Chnüblätz genannt) eine traditionelle Fastnachtsspezialität darstellen. Diese internationalen Parallelen deuten auf einen gemeinsamen Ursprung einfacher, in Fett gebackener Teigwaren hin, die oft mit festlichen oder saisonalen Anlässen verbunden sind.
Siehe auch Sopaipilla
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Siedegebäck Kategorie:Essen und Trinken (Chile)