Morsasco () ist eine italienische Gemeinde (comune) in der Provinz Alessandria, Region Piemont, mit Einwohnern (Stand ).

Geographie mini|Lage der Gemeinde Morsasco in der Provinz Alessandria Die Gemeinde Morsasco liegt 33 Kilometer südlich von der Provinzhauptstadt Alessandria und 10 Kilometer östlich von Acqui Terme entfernt, in der Weinregion Monferrat. Sie erstreckt sich in der hügeligen Vorapenninenregion zwischen den Flüssen Bormida und Orba. Die Ortschaft liegt auf einer Anhöhe, die südlich des Torrente Caramagna, einem rechten Nebenfluss der Bormida, abfällt.Il Piemonte: paese per paese. 5: Montaldo Scarampi–Pinasca. S. 67. Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von etwas mehr als 10 km².

Die Nachbargemeinden sind Cremolino, Orsara Bormida, Prasco, Strevi, Trisobbio und Visone.

Etymologie Die Etymologie des Ortsnamens ist umstritten. Giovanni Flechia leitet ihn vom Vornamen Mauricius ab. Nach Dante Olivieri dagegen, ist die Wortherkunft in den Namen Mursius oder Murcius zu suchen. Das verwendete Suffix -asco stammt aus dem Ligurischen.Dizionario di Toponomastica: Storia e significato dei nomi geografici italiani. S. 431. Das Toponym ist erstmals 1224 in einer Schenkungsurkunde der Markgrafen von Bosco an die Republik Genua als Morizaschi erwähnt.Comuni della provincia di Alessandria. S. 238. 1228 erscheint die Form Mirasaschus und 1368 ist ein Mursascus belegt.

Geschichte mini|Der Uhrturm und das Haus des Henkers Die Umgebung von Morsasco war bereits in der Frühgeschichte vom ligurischen Stamm der Statielli besiedelt. Nach der Unterwerfung durch die Römer 172 v. Chr. wurde die Gegend später unter Kaiser Augustus Teil der IX Regio. Einige bei Morsasco gefundenen römischen Gräber sowie weitere Fundstücke aus der Römerzeit bestätigen eine römische Besiedelung. Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches zogen während der Völkerwanderung die Visigothen, Ostgoten, Hunnen, Burgunden, Langobarden und die Franken durch die Gegend.

Ab etwa dem 10. Jahrhundert war die Gegend Teil der Markgrafschaft Montferrat unter den Aleramiden. Später wurde die Siedlung Teil der Markgrafschaft Bosco. Im 13. Jahrhundert ging sie mit weiteren Besitztümern der Bosco an die Republik Genua über. Letztere belehnte zunächst die Bosco mit dem Ort, nach deren Verheiratung mit dem Familienzweig der Malaspina aus Cremolino 1240 gelangte Morsasco in deren Besitz. Unter Isnardo Malaspina erhielt Morsasco 1327 sein erstes Gemeindestatut. 1530 gelangte die Gemeinde durch Heirat in den Feudalbesitz der Lodron, bevor sie nach dem Erlöschen dieser Linie der Lodron 1599 an die Schatzkammer des Herzogs von Monferrat fiel. Herzog Vincenzo I. Gonzaga verkaufte Morsasco noch im gleichen Jahr an das genueser Adelsgeschlecht Centurione. Mit dem Aufkommen des Hauses Savoyen teilte Morsasco seine weitere Geschichte mit diesem Haus zunächst unter dem Königreich Sardinien und dann unter dem Königreich Italien.

Im Zuge der kriegerischen Auseinandersetzungen, die sich im Monferrat und daran angrenzenden Gebieten abspielten, diente Morsasco mehrmals als Winterquartier verschiedener Heere.

Bevölkerungsentwicklung

Wirtschaft Die Wirtschaft der Gemeinde ist überwiegend von der Landwirtschaft geprägt. Haupteinnahmequelle ist der Weinbau. In Morsasco werden Reben des Dolcetto für den Dolcetto d’Ovada, einen Rotwein mit DOC Status angebaut. Die Beeren der Rebsorten Spätburgunder und/oder Chardonnay dürfen zum Schaumwein Alta Langa verarbeitet werden. Die Sorte Barbera findet Eingang in den Rotwein Barbera del Monferrato.

Diejenigen, die nicht im Weinbau beschäftigt sind, fahren als Pendler nach Acqui Terme, Ovada oder sogar bis nach Genua.

Sehenswürdigkeiten Castello di Morsasco, im Mittelalter erbaute Burg und im 17. und 18. Jahrhundert sowie zwischen 1916 und 1920 umgestaltete Schlossanlage, wobei die ursprüngliche Struktur nicht immer erhalten geblieben ist. Heute wird der im Privatbesitz befindliche Bau für Konzerte und Ausstellungen genutzt. Der Uhrturm aus dem 17. Jahrhundert, ausgestattet mit einer Zugbrücke und Gefängnissen. Die Pfarrkirche San Bartolomeo mit einem Gewölbe mit Fresken aus dem 19. Jahrhundert. Die Kirche San Vito im romanischen Stil, in deren Inneren Fresken aus dem 16. Jahrhundert zu sehen sind.

Literatur Il Piemonte: paese per paese. 5: Montaldo Scarampi–Pinasca. Bonechi, Florenz 1995, S. 67. Dizionario di Toponomastica: Storia e significato dei nomi geografici italiani. Garzanti, Mailand 1996, ISBN 88-11-30500-4. Comuni della provincia di Alessandria. (=Comuni del Piemonte. Band 2). Herausgegeben vom Consiglio Regionale del Piemonte, Nerosubianco Edizioni, Cuneo 2008 (2. Auflage), S. 238–239.

Weblinks

Website des Schlosses, www.castellodimorsasco.it Bilder von Morsasco, auf www.preboggion.it

Einzelnachweise

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