Herbert Brettl (* 1965 in Halbturn) ist ein österreichischer Historiker und Pädagoge.

Leben Herbert Brettl, in Halbturn geboren und aufgewachsen. Seine schulische Laufbahn begann er an der Volksschule in Halbturn und setzte sie am Gymnasium Neusiedl fort. Er studierte Geschichte und Geografie an der Universität Wien, wo er über Die burgenländische Auswanderung nach Argentinien dissertierte.

Beruflich ist er Lehrbeauftragter an der PPH Burgenland und Lehrer am Gymnasium Neusiedl am See. Von 1992 bis 2012 unterrichtete er am Kossuth Lajos Gymnasium in Mosonmagyaróvár. Seit 2002 ist er Mitarbeiter am Projekt erinnern.at, sowie Projektleiter der Initiative Erinnern Frauenkirchen. Des Weiteren war er u. a. Mitarbeiter am Projekt „Opferdatenbank – Namentliche Erfassung der NS-Opfer im Burgenland“ und Mitautor des Projekts „Historischer Atlas Burgenland“, Kurator einer Reihe von zeithistorischen Ausstellungen und Betreiber des „Burgenland History Blogs“ und des „Burgenland History Podcasts“. Er ist Herausgeber der Buchreihe „Burgenländische Lebensgeschichten“ und Autor von wissenschaftlichen Beiträgen und Büchern zur burgenländisch-westungarischen Zeitgeschichte. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Widerstand und Verfolgung 1938 bis 1945, Erinnerungskultur, Geschichte der Roma und Sinti, jüdische Geschichte des Burgenlandes, Geschichte des ländlichen Raumes und Migrationsgeschichte.

Auszeichnungen Fred Sinowatz-Wissenschaftspreis des Landes Burgenland (2004, 2012, 2024) Burgenländischer Buchpreis (2009, 2021) Theodor Kery-Förderpreis für besondere Leistung auf dem Gebiet der Geisteswissenschaft (2010, 2019, 2025) Reinhold Polster-Preis für Arbeiten über Agrarwissenschaft und Agrarforschung (2010, 2018) Ehrenzeichen des Landes Burgenland (2017, 2019) Ehrenring der Stadtgemeinde Frauenkirchen (2016) Ehrenkreuz des Österreichischen Schwarzen Kreuzes (2021) Romano Kham der Roma-Volkshochschule Burgenland (2024)

Publikationen (Auswahl) Monografien Die burgenländische Auswanderung nach Argentinien 1921-1938 in Burgenländische Forschungen, Band 82, 2001, Eisenstadt, ISBN 3-901517-26-X Herrschaft, Hof und Hofer. Sozioökonomische Betrachtung der Meierhöfe und der Landarbeiter im Bezirk Neusiedl am See. In: Burgenländische Forschungen. Bd. 99. Eisenstadt 2009, ISBN 978-3-901517-64-8 „NS-Euthanasie“ im Burgenland. „In eine der Direktion nicht genannte Anstalt übersetzt“. In: Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland. Bd. 136. Eisenstadt 2010 (in Zusammenarbeit mit Michael Hess), ISBN 3-85405-179-4 Nationalsozialismus im Burgenland. Opfer. Täter. Gegner. Studienverlag, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7065-4848-9 Das Kriegsgefangenen- und Internierungslager Boldogasszony/Frauenkirchen. „Sie leben nicht der Gegenwart, sondern der Zukunft zuliebe“. Halbturn 2014 Die jüdische Gemeinde von Frauenkirchen, edition lex liszt 12, Mattersburg, 2003, 2016, ISBN 978-3-99016-108-1 „Einfach weg! Verschwundene Romasiedlungen im Burgenland.“ Mattersburg 2020 (In Zusammenarbeit mit Gerhard Baumgartner), newacademicpress, ISBN 978-3-7003-2187-3 „verzeiht mir, dass ich euch nicht schon früher geschrieben habe.“ – Briefe, Dokumente und Berichte zur Geschichte des Burgenlandes (1921–2021) Halbturn 2020 „Hundert. Fotografien aus der Sammlung des Burgenländischen Landesarchivs“. Eisenstadt 2021. (In Zusammenarbeit mit Evelyne Fertl und Ute Leonhardt), ISBN 978-3-901517-89-1 Halbturn. Eine Zeitreise, Eigenverlag, Mattersburg 2023 Sichtbar machen. Erinnerungslandschaft. Orte und Zeichen des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus im Burgenland, 2023, Oberwart, ISBN 978-3-99016-247-7 Das Lager Lackenbach, 2026, Oberwart, ISBN 978-3-99016-319-1

Projekte 2003: Namentliche Erfassung der im Nationalsozialismus ermordeten Österreichischen Roma und Sinti. Projektleiter der Österreichischen Historikerkommission. Mitarbeiter 2007: Chronik Tadten. Projektkoordination 2008: Opferdatenbank – Namentliche Erfassung der NS-Opfer des Burgenlandes. Mitarbeiter 2016: Garten der Erinnerung – Gedenkstätte in Frauenkirchen. Projektkoordination 2017: Agrarland Burgenland. Projektkoordination 2019: Gedenkzeichen Ritzing. Mitarbeiter 2020: Lernort Serbenfriedhof, Frauenkirchen. Projektkoordination 2023: Lern- und Gedenkort Kobersdorf. Mitarbeiter seit 2024: Gedenkzeichen Gols. Mitarbeiter 2025: Burgenland 1945. Ende und Anfang. Erinnerungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Projektkoordination

Ausstellungen 2005: Russenzeit. Befreiung 1945 – Freiheit 1955. Mitarbeiter der Landesausstellung 2010: NS-Euthanasie im Burgenland. „In eine der Direktion nicht genannte Anstalt übersetzt“. Mitkurator 2013: Die jüdische Gemeinde in Frauenkirchen. Kurator 2018: 100 Jahre Frauen(wahl)recht. Frau & Politik im Burgenland. Mitkurator 2021: Grenzland im Fokus. 100 Jahre Burgenland. Texter 2024: Dunkle Zeiten. Von Tätern und Gerechten. Textmitarbeit

Filmographie 2016: Flucht in die Freiheit – 60 Jahre Ungarnaufstand. Menschen & Mächte 2018: Das Burgenland – Ein Grenzfall. Universum History 2019: Der Geburtshelfer – Auf den Spuren von Major Lawrence Martin. Österreich-Bild 2021: 1921 – 100 Jahre Burgenland bei Österreich. Zeitgeschichte auf ORF III 2025: Unser Österreich. Burgenland – Vom Rand in die Mitte Europas. 80 Jahre Zweite Republik

Radiosendungen 2021: Dieses Land ist keine Selbstverständlichkeit – 100 Jahre Burgenland. In: Punkt Eins 2024: Wir waren niemand mehr. Zur Geschichte der Romasiedlungen im Burgenland. In: Betrifft: Geschichte

Einzelnachweise

Weblinks Herbert Brettl, persönliche Webseite

Kategorie:Historiker Kategorie:Pädagoge (21. Jahrhundert) Kategorie:Gymnasiallehrer (Burgenland) Kategorie:Träger des Ehrenzeichens des Landes Burgenland Kategorie:Absolvent der Universität Wien Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1965 Kategorie:Mann