Rogehnenkein russischer Name bekannt war ein Ort im Kreis Fischhausen (ab 1939: Kreis Samland) in Ostpreußen, im Gebiet des heutigen Stadtkreises Swetly () in der russischen Oblast Kaliningrad (Königsberger Gebiet).

Geographische Lage Die Ortsstelle von Rogehnen liegt in der westlichen Oblast Kaliningrad, 16 Kilometer nordwestlich der Stadt Kaliningrad (Königsberg (Preußen)) und 25 Kilometer südwestlich der Stadt Selenogradsk (Cranz) bzw. 13 Kilometer nordöstlich der Stadt Swetly (Zimmerbude).

Geschichte Ortsgeschichte Das seinerzeitige Rittergut Royge wurde 1297 gegründet.Dietrich Lange: Rogehnen, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) Nach 1297 nannte es sich Rogen und um 1785 bis 1945 Rogehnen. Unweit des Ortes entdeckte man ein frühzeitliches Gräberfeld.Georg Bujack: Das Gräberfeld Rogehnen, Kreis Fischhausen, 1889

Am 13. Juni 1874 wurde Rogehnen Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk im ostpreußischen Kreis Fischhausen im Regierungsbezirk Königsberg.Rolf Jehke: Amtsbezirk Rogehnen/Seerappen Ihm waren zu Anfang acht Orte zugeordnet. Das Gutsdorf Rogehnen zählte im Jahre 1910 138 Einwohner.Meyers Gazetteer: Rogehnen

Am 30. September 1928 verlor Rogehnen seine Eigenständigkeit und wurde mit den Nachbargutsbezirken Korniten (russisch Ljublino) und Laserkeim nach Seerappen (russisch ebenfalls Ljublino) eingemeindet. Am 18. Mai 1930 folgte die Umbenennung des Amtsbezirks Rogehnen in „Amtsbezirk Seerappen“. Im Jahre 1939 wurden der Kreis Fischhausen und der Kreis Königsberg zum Kreis Samland vereinigt.

Im Jahre 1945 wurde das gesamte nördliche Ostpreußen an die Sowjetunion abgetreten. Bald verlor sich die Spur des kleinen Gutsdorfs Rogehnen. Es wurde wohl nicht mehr besiedelt und gilt als untergegangen. Seine Ortsstelle lag im Rajon Selenogradsk und befindet sich heute im Munizipalkreis Swetly innerhalb der russischen Oblast Kaliningrad.

Amtsbezirk Rogehnen (1874–1930) Zum Amtsbezirk Rogehnen gehörten in der Zeit seines Bestehens: Deutscher Name Russischer Name Anmerkungen Bärwalde Wessjolowka Greibau NN. 1903 nach Regitten eingemeindet Laserkeim NN. 1928 nach Seerappen eingemeindet Kornitenbia ca. 1912: Cornieten Ljublino 1928 nach Seerappen eingemeindet Regitten Krasnopolje 1928 nach Wargen eingemeindet Rogehnen NN. 1928 nach Seerappen eingemeindet Schorschehnen Malinowka Seerappen Ljublino

Als 1930 der Amtsbezirk Rogehnen in Amtsbezirk Seerappen umbenannt wurde, gehörten nur noch die Dörfer Bärwalde, Schorschehen und Seerappen dazu.

Religion Bis 1945 gehörte Rogehnen zur evangelischen Kirche Wargen im Kirchenkreis Fischhausen (russisch Primorsk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen UnionWalther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 455, außerdem zur römisch-katholischen Pfarrei Hl. Familie in Königsberg-Oberhaberberg im Dekanat Samland im Bistum Ermland.

Verkehr Zu der kaum noch erkennbaren Ortsstelle von Rogehnen führt ein Landweg, ausgehend von der Nebenstraße 27K-118 bei Ljublino (Seerappen).

Bis 1945 war Powayen (russisch Schipowka) die nächste Bahnstation. Sie lag an der Bahnlinie Königsberg–Fischhausen–Pillau (polnisch Kaliningrad–Baltijsk).

Weblinks Bildarchiv Ostpreußen: Rogehnen

Einzelnachweise

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