Dies ist eine Liste von Fußballvereinen, die in der Liga eines anderen Landes spielen, d. h. eines anderen Landes als dem, in dem sie ihren Sitz haben.
Kriterium Die Bedingungen für die Teilnahme an einer „ausländischen“ Liga sowie an einem kontinentalen/konföderalen Wettbewerb werden von Fall zu Fall von der FIFA, dem internationalen Fußballverband, sowie den jeweiligen kontinentalen Konföderationen und nationalen Fußballverbänden festgelegt.
In die Liste aufgenommen werden alle Fußballvereine, die in einer Liga oder einem Pokalwettbewerb eines anderen Landes spielen oder gespielt haben. Dabei wird zunächst der klassische Fall berücksichtigt, in dem ein Verein aus einem bestimmten Land dauerhaft im Ligasystem eines anderen Landes aktiv ist. Daneben werden auch sämtliche Sonderfälle erfasst, die klar definiert und mit historischem Hintergrund erläutert werden müssen. Dazu gehören Vereine, die während politischer Umbrüche oder Grenzverschiebungen im Zuge von Krieg oder Annexion zeitweise einem fremden Verband angehörten, wie Rapid Wien während des Zweiten Weltkriegs im deutschen Ligabetrieb. Ebenfalls berücksichtigt werden Klubs, die in der Vergangenheit in einem fremden Liga- oder Pokalsystem spielten, heute jedoch wieder in ihr eigenes nationales System integriert sind. Eine weitere Gruppe bilden Vereine, die bereits vor einer späteren Fusion oder Eingliederung in ihren Heimatverband in einem fremden Verband aktiv waren. Hinzu kommen Sonderfälle, in denen Klubs gleichzeitig mehreren nationalen Verbänden angehören und daher an verschiedenen Wettbewerben teilnehmen können. Außerdem werden Vereine erfasst, die geografisch im eigenen Land beheimatet sind, aber dauerhaft in einem fremden Verband spielen, wie im britischen Fußball, wo walisische Vereine am englischen Ligasystem teilnehmen. Schließlich werden auch alle weiteren außergewöhnlichen Konstellationen aufgenommen, sofern sie eindeutig beschrieben und historisch nachvollziehbar erklärt werden.
Nicht berücksichtigt werden Vereine, die in einem Land beheimatet waren, das sich später verkleinert oder aufgelöst hat, sofern sie zum damaligen Zeitpunkt Teil dieses Staates waren. So spielte beispielsweise Schachtar Donezk aus der heutigen Ukraine oder Paxtakor Taschkent aus dem heutigen Usbekistan in der Wysschaja Liga der Sowjetunion. Diese Liga stellte jedoch die nationale Meisterschaft des Gesamtstaates dar und nicht die eines fremden Landes. Nach der Auflösung der Sowjetunion wurden die Vereine in die eigenen nationalen Spielklassen integriert, ohne in ein fremdes Verbandssystem übernommen zu werden.
Ebenfalls nicht berücksichtigt werden Vereine, die in politisch umstrittenen oder international nicht anerkannten Staaten ansässig sind, sofern diese Regionen nicht offizielles Mitglied der FIFA oder eines kontinentalen Verbandes sind oder waren. Ein Beispiel ist Sheriff Tiraspol aus Transnistrien, das international nicht anerkannt ist. Der Verein gilt daher nicht als Klub, der in einer fremden Liga spielt, wenn er im moldauischen Verband antritt. Solche Fälle werden nur dann aufgenommen, wenn es sich um einen klar definierten und abgrenzbaren Sonderfall handelt.
Als Abgrenzung eines Kontinentes wird nicht auf geografische, historische oder kulturelle Kriterien zurückgegriffen, sondern ausschließlich auf die Einteilung durch die jeweiligen Kontinentalverbände. Maßgeblich ist also die Zugehörigkeit eines Verbandes zu einer Konföderation der FIFA. Demnach steht die UEFA für Europa, die AFC für Asien und Australien (Land), die CAF für Afrika, die CONCACAF für Nord- und Mittelamerika einschließlich der Karibik, die CONMEBOL für Südamerika und die OFC für Ozeanien.
Deutschland Nationalsozialismus Mit dem Aufstieg Hitlers und des Nationalsozialismus in Deutschland wurden zahlreiche Regionen und Länder annektiert oder im Verlauf des Zweiten Weltkriegs besetzt und anschließend zwangsweise in die deutsche Fußballstruktur eingegliedert.
Deutsches Reich Ähnlich verhielt es sich bereits zur Zeit des Deutschen Kaiserreichs und der Weimarer Republik: Durch Eroberungen, etwa im Elsass-Lothringen, oder durch frühere historische Gebiete wie Preußen oder das Memelland wurden Vereine zwangsweise in die deutsche Fußballstruktur eingegliedert – teilweise traten sie aber auch freiwillig bei. Aus heutiger Sicht handelt es sich bei diesen Vereinen nicht um „deutsche Fußballvereine“.
DFB-Pokal/Tschammer-Pokal Der DFB-Pokal, der ursprünglich 1935 unter dem Namen Tschammer-Pokal gegründet wurde, ist der höchste und zugleich einzige nationale Pokalwettbewerb im deutschen Fußball. Er besteht seit 1935 und wird damit seit über 85 Jahren ausgetragen, wobei der Wettbewerb im Zuge des Zweiten Weltkriegs zeitweise unterbrochen war. Im Verlauf seiner Geschichte durchlief der Pokal zahlreiche Phasen, darunter die Zeit des Nationalsozialismus und des Krieges, die deutsche Teilung sowie die Wiedervereinigung. An den frühen Austragungen nahmen auch Vereine teil, die durch Annexionen oder Eingliederungen zwangsweise in das deutsche Fußballsystem integriert wurden, ebenso wie Klubs aus Gebieten, die damals Teil des Deutschen Reiches waren, etwa aus Ostpreußen, dem heutigen Polen, oder aus Elsass-Lothringen. Diese Vereine gehören nach den politischen Veränderungen heute zu anderen Staaten und spielen daher nicht mehr im deutschen Pokalwettbewerb.
Insgesamt nahmen 889 Mannschaften am deutschen Fußballpokal teil, 817 davon aus der heutigen Bundesrepublik Deutschland, 38 aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches (heutige Polen), 11 aus Österreich, je 8 aus Russland und Tschechien, 4 aus Frankreich und 3 aus Luxemburg.
Ausländische Vereine im deutschen Fußballpokal Verein Heutiges Heimatland Ligasystem Details FV Metz Frankreich Deutsches Reich FC Mülhausen Frankreich Deutsches Reich SG SS Straßburg Frankreich Deutsches Reich RSC Straßburg Frankreich Deutsches Reich NSTG Warnsdorf Tschechien Deutsches Reich NSTG Brüx Tschechien Deutsches Reich FV Stadt Düdelingen Luxemburg Deutsches Reich Schwarz-Weiß 07 Esch Luxemburg Deutsches Reich NK Niederkorn Luxemburg Deutsches Reich BSG DWM Posen Polen Deutsches Reich NSTG Falkenau Tschechien Deutsches Reich NSTG Graslitz Tschechien Deutsches Reich LSV Boelcke Krakau Polen Deutsches Reich DTSG Krakau Polen Deutsches Reich LSV Adler Deblin Polen Deutsches Reich NSTG Witkowitz Tschechien Deutsches Reich Zel Praga Warschau Polen Deutsches Reich Breslauer SpVg 02 Polen Deutsches Reich SC Vorwärts Breslau Polen Deutsches Reich LSV Reinecke Brieg Polen Deutsches Reich SV 33 Klettendorf Polen Deutsches Reich SC Hertha Breslau Polen Deutsches Reich VfB Preußen Langenbielau Polen Deutsches Reich SC Schlesien Haynau Polen Deutsches Reich Breslauer FV 06 Polen Deutsches Reich Vorwärts-Rasensport Gleiwitz Polen Deutsches Reich Erreichte 1936 das Halbfinale der deutschen Fußballmeisterschaft TuS Lipine Polen Deutsches Reich Erreichte 1942 das Halbfinale des deutschen Fußballpokals Beuthener SuSV 09 Polen Deutsches Reich SpVgg Ratibor 03 Polen Deutsches Reich Germania Königshütte Polen Deutsches Reich Sportfreunde Klausberg Polen Deutsches Reich LSV Olmütz Tschechien Deutsches Reich VfB Königsberg Russland Deutsches Reich SV Hindenburg Allenstein Polen Deutsches Reich SV Masovia Lyck Polen Deutsches Reich Königsberger STV Russland Deutsches Reich Yorck Boyen Insterburg Russland Deutsches Reich LSV Heiligenbeil Russland Deutsches Reich MSV von der Goltz Tilsit Russland Deutsches Reich SV Prussia-Samland Königsberg Russland Deutsches Reich Tilsiter SC Russland Deutsches Reich MTV Ponarth Russland Deutsches Reich SV Viktoria Elbing Polen Deutsches Reich Viktoria Stolp Polen Deutsches Reich LSV Kamp-Köslin Polen Deutsches Reich LSV Stettin Polen Deutsches Reich VfL Stettin Polen Deutsches Reich Stettiner SC Polen Deutsches Reich HSV Hubertus Kolberg Polen Deutsches Reich MTV Pommerensdorf Polen Deutsches Reich TSV 1861 Swinemünde Polen Deutsches Reich SV Nordring Stettin Polen Deutsches Reich NSTG Prag Tschechien Deutsches Reich MSV Brünn Tschechien Deutsches Reich SK Sturm Graz Österreich Deutsches Reich Grazer SC Österreich Deutsches Reich BuEV Danzig Polen Deutsches Reich SV Neufahrwasser Polen Deutsches Reich PSV Danzig Polen Deutsches Reich HUS Marienwerder Polen Deutsches Reich Preußen Danzig Polen Deutsches Reich SK Rapid Wien Österreich Deutsches Reich Wurde 1941 Deutscher Meister und gewann 1938 den deutschen Fußballpokal First Vienna FC Österreich Deutsches Reich Gewann 1943 gegen LSV Hamburg als zweiter österreichischer Fußballverein in der Geschichte den deutschen Fußballpokal SC Wacker Wien Österreich Deutsches Reich Erreichte 1940 das Halbfinale des deutschen Fußballpokals Wiener Sport-Club Österreich Deutsches Reich Erreichte 1938 das Halbfinale des deutschen Fußballpokals SK Admira Wien Österreich Deutsches Reich FK Austria Wien Österreich Deutsches Reich FC Wien Österreich Deutsches Reich Wiener AC Österreich Deutsches Reich SV Amateure Fiat Wien Österreich Deutsches Reich
Slowenische, Slowakische und Ukrainische Vereine in Deutschland 1940–1945 Slowenische Fußballvereine waren von 1940 bis 1945 Teil der deutschen Fußballstruktur, während welche aus der Ukraine oder der Slowakei ein Jahr länger bis 1945 ein Teil davon waren. VereinHeutiges HeimatlandLigasystemDetailsBSG Reichsbahn Marburg Slowenien Deutsches Reich (Gauliga Steiermark)Identisch zum 1942 gegründeten NK Železničar Maribor.DSG Cilli Slowenien Deutsches Reich (Gauliga Steiermark)SV Rapid Marburg Slowenien Deutsches Reich (Gauliga Steiermark)Trifail Slowenien Deutsches Reich (Gauliga Steiermark)Höchstwahrscheinlich identisch mit NK Rudar Trbovlje, gegründet 1921.SC Engerau Slowakei Gauklasse Süd der Regionalliga NiederdonauFC Petržalka 1898 Slowakei AmateurfußballSG Lemberg Ukraine AmateurfußballDTSG Lemberg Ukraine AmateurfußballLSV Adler Lemberg Ukraine Gauliga Generalgouvernement
Polnische Vereine in Deutschland 1940–1944
Dieser Abschnitt bezieht sich nur auf die Gebiete des (heutigen) Polens, die vor dem Zweiten Weltkrieg nicht Teil des Deutschen Reichs waren; ein großer Teil des heutigen Polens, insbesondere die Nordküste (Pommern) und das südwestliche Bergbaugebiet (Schlesien), war schon lange vor dem Zweiten Weltkrieg Teil Deutschlands. Polnische Vereine die am Tschammarpokal/DFB-Pokal teilgenommen haben, siehe Abschnitt: Ausländische Vereine am deutschen Fußballpokal.
Verein Heutiges Heimatland Ligasystem Details LSV Posen Polen Deutsche Meisterschaft (Quali) SG OrPo Litzmannstadt Polen Deutsche Meisterschaft (Quali) LSV Boelcke Krakau Polen Deutsche Meisterschaft (Quali) SGO Warschau Polen Deutsche Meisterschaft Erreichte das Viertelfinale, schied gegen VfB Königsberg aus. BSG DWM Posen Polen Deutsche Meisterschaft (Quali) LSV Mölders Krakau Polen Deutsche Meisterschaft (Vorquali)
Österreichische Vereine in Deutschland 1938–1944 Nach dem Anschluss 1938 wurde die österreichische Liga als Gauliga 17 (Ostmark) in die deutsche Fußballstruktur integriert, an dem Mannschaften sich für die deutsche Meisterschaft qualifizieren konnten. Österreichische Vereine die am DFB-Pokal teilgenommen haben, siehe Abschnitt: Ausländische Vereine im deutschen Fußballpokal.
Verein Heimatland Ligasystem Weiteste Runde Details Admira Wien Österreich Deutsches Reich(Gauliga Ostmark) Finale: 1939 SK Rapid Wien Österreich Deutsches Reich(Gauliga Ostmark) Sieger: 1938 Am 22. Juni 1941 gewann Rapid Wien das Finale der deutschen Fußballmeisterschaft 1941 in Berlin mit 4:3 gegen FC Schalke 04, nachdem Rapid einen 0:3-Rückstand aufgeholt hatte. First Vienna Österreich Deutsches Reich(Gauliga Ostmark) Finale: 1942
Bodensee-Vorarlberg (1930–1933)