Montaldo Bormida () ist eine italienische Gemeinde (comune) in der Provinz Alessandria, Region Piemont, mit Einwohnern (Stand ).
Geographie mini|Lage von Montaldo Bormida in der Provinz Alessandria Die Gemeinde Montaldo Bormida liegt rund 30 km südlich der Provinzhauptstadt Alessandria im Oberen Monferrat. Sie erstreckt sich auf den Ausläufern zwischen den Tälern der Gewässer Bormida und Orba. Der Hauptort liegt auf einem Hügel auf einer Höhe von oberhalb des Torrente Stanavazzo.Il Piemonte: paese per paese. 4: Grignasco–Montaldo Roero. S. 334.
Das Gemeindegebiet umfasst einschließlich der Fraktion Gaggina und der Weiler Selvaggia und Baretta eine Fläche von 5,57 km². Die Nachbargemeinden sind Carpeneto, Orsara Bormida, Rivalta Bormida, Sezzadio und Trisobbio.
Etymologie Das Toponym ist 987 in der Form Monte Alto belegt. 1171 taucht es als Montis Alti auf. Diese Formen bestätigen die etymologische Herkunft des Nominativs Mons Altus, der für viele gleichnamige Orte im Piemont charakteristisch ist. Weitere Varianten des Namens sind Montealdo, Montaldus und Montaudus, die alle im Laufe des 12. Jahrhunderts nachgewiesen sind.Dizionario di Toponomastica: Storia e significato dei nomi geografici italiani. S. 408–409.
Die hier in Frage kommende Siedlung wurde 1164 erstmals unter dem Namen Ambo Carpineta in einer von der Kanzlei des Kaisers verfassten Urkunde erwähnt. Unter dem Toponym verstand man die beiden Orte Carpeneto und Montaldo. Der Ortsname Montaldo taucht in diesem Zusammenhang erstmal 1348 in einem zwischen der Stadt Alessandria und dem Herrn von Mailand Luchino Visconti unterzeichneten Dokument auf. 1863 wurde durch ein von König Viktor Emanuel II. unterzeichnetes Dekret der Gewässername Bormida an den Gemeindenamen angehängt.Comuni della provincia di Alessandria. S. 222.
Geschichte mini|Historischer Ortskern mini|Kirche San Michele Arcangelo Der Ort ist ab dem 12. Jahrhundert nachgewiesen. Nach der Ersterwähnung 1164 war er ab 1172 ein Lehen der Markgrafen von Gavi. 1202 schworen die Einwohner einen Treueeid gegenüber der Stadt Alessandria. 1203 vertraute Markgraf Bonifatius I. von Montferrat die Hälfte des Ortes der Stadt Alessandria an. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts wurde Montaldo vom Marchese Tommaso Malaspina besetzt. Bis zum 17. Jahrhundert erlebte der Ort eine wechselvolle Geschichte und war im Feudalbesitz der Della Valle, der Grafen von Orsara, der Spinola und zuletzt ab der Mitte des 18. Jahrhunderts der Pallavicini.
Bevölkerungsentwicklung
Wirtschaft Die Landwirtschaft bildet die wirtschaftliche Basis der Gemeinde Montaldo Bormida und stützt sich insbesondere auf den Weinbau.Il Piemonte: paese per paese. 4: Grignasco–Montaldo Roero. S. 334. Angebaut werden Reben des Dolcetto für den Dolcetto d’Ovada, einen Rotwein mit DOC Status. Die Beeren der Rebsorten Spätburgunder und/oder Chardonnay dürfen zum Schaumwein Alta Langa verarbeitet werden. Barbera findet Eingang in den Rotwein Barbera del Monferrato.
Im Jahr 1955 wurde das Weingut „Tre Castelli“ in Montaldo Bormida gegründet. Es handelt sich um eine Genossenschaft, der die Mitglieder die Produkte ihrer Weinberge für die Weinproduktion und -verarbeitung sowie für den Groß- und Einzelhandelsverkauf des Weines zur Verfügung stellen. Das markante Bauwerk mit seinem charakteristischen Turm wurde im Laufe der Jahrzehnte am Fuße der Stadt, an der Grenze zur Gemeinde Carpeneto, an der Provinzstraße SP 197 errichtet und erweitert.Weingut Tre Castelli auf www.beniculturalionline.it
Sehenswürdigkeiten Ein alter Bergfried, der einzige Überrest einer im 16. Jahrhundert zerstörten Burg. Die Pfarrkirche San Michele Arcangelo e Madonna del Rosario, erbaut 1686 unter Verwendung von Material, das aus der zerstörten Burg geborgen wurde. In deren Inneren wird ein Gemälde von Pietro Ivaldi di Ponzone, bekannt als „Il muto“, aufbewahrt. Das Oratorium von San Rocco e Santissima Annunziata. Der kleine Bau geht auf das 16. Jahrhundert zurück.Comuni della provincia di Alessandria. S. 223.
Partnergemeinde Sigoulès, (Département Dordogne)
Literatur Il Piemonte: paese per paese. 4: Grignasco–Montaldo Roero. Bonechi, Florenz 1995. Dizionario di Toponomastica: Storia e significato dei nomi geografici italiani. Garzanti, Mailand 1996, ISBN 88-11-30500-4. Comuni della provincia di Alessandria. (=Comuni del Piemonte. Band 2). Herausgegeben vom Consiglio Regionale del Piemonte, Nerosubianco Edizioni, Cuneo 2008 (2. Auflage), S. 222–223.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Piemont Kategorie:Ersterwähnung 1164