Rogajny (bis 1950 Żytno, ) ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zur Gmina Pasłęk (Stadt-und-Land-Gemeinde Preußisch Holland) im Powiat Elbląski (Kreis Elbing).

Geographische Lage Rogajny liegt im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, fünf Kilometer südöstlich der früheren Kreisstadt Preußisch Holland () bzw. 21 Kilometer südöstlich der heutigen Kreismetropole Elbląg ().

Geschichte Ortsgeschichte Das seinerzeitige Rogehnen war ein Dorf der Ordenszeit.Dietrich Lange: Rogehnen. In: Geographisches Ortsregister Ostpreußen. 2005. Am 27. Oktober 1332 verleiht der Komtur von Elbing dem Dorf eine Handfeste, die 1387 erneuert wurde. 1448 fand sich der Namenseintrag Rogehnens auch im Zinsbuch der Komturei Elbing.

1785 war Rogehnen ein köllmisches und königliches Dorf mit einer Kirche und 55 Feuerstellen, und wurde 1820 als ein königliches Bauerndorf mit 70 Feuerstellen bei 444 Einwohnern bezeichnet.

Am 28. Mai 1874 wurde Rogehnen Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk im ostpreußischen Kreis Preußisch Holland, Regierungsbezirk Königsberg.Rolf Jehke: Amtsbezirk Rogehnen

Im Jahre 1905 lebten in Rogehnen 628 Einwohner, deren Zahl sich bis 1933 auf 571 und bis 1939 auf 522 veränderte.

Als in Kriegsfolge das gesamte südliche Ostpreußen an Polen abgetreten wurde, erhielt Rogehnen 1945 die polnische Namensform „Żytno“, die 1950 in „Rogajny“ geändert wurde. Heute ist das Dorf eine Ortschaft innerhalb der Gmina Pasłęk (Stadt-und-Land-Gemeinde Preußisch Holland) im Powiat Elbląski (Kreis Elbing), von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Elbląg, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2021 zählte Rogajny 440 Einwohner.

Amtsbezirk Rogehnen (1874–1945) In der Zeit seines Bestehens gehörten zum Amtsbezirk Rogehnen anfangs fünf, am Ende aufgrund struktureller Veränderungen noch drei Kommunen:

Deutscher Name Polnischer Name Anmerkungen Emilienhorst Bzreziny 1881/1928 nach Neuendorf eingemeindet Greißings Gryżyna Neuendorf Nowa Wieś Rogehnen Rogajny Spittels Gołąbki 1928 in die Stadtgemeinde Preußisch Holland eingegliedert

Religion Kirchengebäude Die Rogehner Kirche ist ein kleiner Backsteinbau, der in seinen ältesten Teilen im Westen aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammt.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens. Band 2: Bilder ostpreußischer Kirchen. Göttingen 1968, S. 77, Abb. 285 Wurde der Westgiebel in Fachwerk errichtet, so ist der Ostgiebel eine spätere Ergänzung. Der Holzturm ist aus dem Jahre 1752.

Der Kircheninnenraum hatte eine flache Decke. Eine Ölgemälde von 1841 mit dem Gekreuzigten als Hauptbild zierte den aus dem 17. Jahrhundert stammenden Altar. Aus dem Jahre 1660 stammte die Kanzel.

Bis 1945 war die Kirche Gotteshaus der Rogehner Protestanten, deren Gemeinde aufgrund von Flucht und Vertreibung zum Erliegen kam. Heute hat Rogajny die 1990 errichtete römisch-katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul.

Kirchengemeinde Evangelisch Die in vorreformatorischer Zeit gegründetWalther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens. Band 3: Dokumente. Göttingen 1968, S. 472. Kirchengemeinde in Rogehnen nahm unter dem Einfluss der Reformation evangelische Konfession an. Bis 1588 wurde die Gemeinde von Geistlichen aus Preußisch Holland versorgt.Friedwald Moeller: Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945. Hamburg 1968, S. 122. Vor 1945 hatten sich die drei Nachbargemeinden Rogehnen, Schönau (polnisch Surowe) und Zallenfelde (Sałkowice) zur „Vereinigten Kirchengemeinde“ Rogehnen-Schönau-Zallenfelde zusammengefunden, deren Pfarrsitz Rogehnen war. Der Sprengel Rogehnen der drei Gemeinden zählte im Jahre 1925 815 (von insgesamt 1.307) Gemeindeglieder. Sie gehörten bis 1945 zum Kirchenkreis Preußisch Holland in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.

Heute gehören die in Rogajny lebenden evangelischen Einwohner zur St.-Georgs-Kirche Pasłęk in der Pfarrei Ostróda der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Zum Sprengel Rogehnen der Vereinigten Kirchengemeinde gehörten bis 1945 die Orte: Greißings (polnisch Gryżyna), Lägs (Leżnica), Matzweissen (Maciejowizna) und Rogehnen.

Bis 1945 amtierten als evangelische Geistliche in Rogehnen die Pfarrer: Adrian Gandäus, ab 1588 NN., bis 1595 Caspar Vogt, 1597 Johann Ebel, 1622–1626 Johann Bleynagel, 1646 Georg Beyer, 1666–1716 Melchior Kirchner, 1698–1744 Balthasar Sandner, 1744–1749 Christian David Krüger, 1749–1783 Gottfried Schilk, 1783–1784 Karl Gehlert, 1783–1813 Karl Christian Kowalewski, 1814–1822 Johann Karl Pfahl, ab 1823 Rudolf K.F. Gregorovius, 1845–1855 August Ernst Gottlieb Differt, 1855–1875 Gilbert G. Julius Th. Pilchowski, 1876–1884 Max Gustav Anton Jung, 1885–1887 Friedrich Otto Reiß, 1887–1913 Georg Wagner, 1914–1919 Ernst Kuthning, 1919–1945

Von den Kirchenbüchern des Sprengels Rogehnen der Vereinigten Kirchengemeinde haben sich erhalten und werden im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin-Kreuzberg aufbewahrt:Christa Stache: Verzeichnis der Kirchenbücher im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin. Teil I: Die östlichen Kirchenprovinzen der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union. 3. Auflage. Berlin 1992, S. 101. Taufen: 1638–1726, 1766–1944, Trauungen: 1638–1726, 1766–1944, Bestattungen: 1638–1726, 1766–1944

Römisch-katholisch Bis 1945 waren die römisch-katholischen Einwohner Rogehnens der Pfarrei St. Josef in Preußisch Holland zugehörig. Seit dem 25. August 1993 besteht in dem Dorf eine eigene Pfarrei mit der am 29. Juni 1990 geweihten Pfarrkirche St. Peter und Paul. Sie gehörte zunächst zum Dekanat Pasłęk II, ist jetzt aber Teil des Dekanats Tolkmicko (Tolkemit) im Bistum Elbląg.

Zur Pfarrei Rogajny gehören die Orte: Grądki (Groß Thierbach), Gryżyna (Greißings), Leżnica (Lägs), Nowy Cieszyn (Neu Teschen), Rogajny, Rzędy (Grenzhöfen), Sałkowice (Zallenfelde), Skolimowo (Skollmen) und Surowe (Schönau).

Verkehr Rogajny liegt an der polnischen Woiwodschaftsstraße 527 (ehemalige deutsche Reichsstraße 133), die von Dzierzgoń (Christburg) über Pasłęk (Preußisch Holland) und Morąg (Mohrungen) bis nach Olsztyn (Allenstein) führt. Innerhalb Rogajnys wird die Straße von einer Nebenstraße gekreuz, die von Leżnica (Lägs) bis nach Zielonka Pasłęcka (Grünhagen) verläuft.

Die nächste Bahnstation ist die Stadt Pasłęk an der Bahnstrecke Olsztyn–Bogaczewo (Allenstein–Güldenboden).

Persönlichkeiten Erich Kühn (* 5. Oktober 1878 in Rogehnen), deutscher Schriftsteller, völkischer Publizist und Redakteur († 1938) Gertrud Lerbs-Bernecker (* 5. März 1902 in Rogehnen), deutsche Graphikerin († 1968)

Weblinks Bildarchiv Ostpreußen: Slideshow Rogehnen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Pasłęk