Das Prisma ist ein Bürogebäude des Lyoner Quartiers im Frankfurter Stadtteil Niederrad. Das 2001 fertiggestellte Hochhaus wurde von den Stuttgarter Architekten Auer Weber Assoziierte entworfen.

mini|Atrium des Prisma (2025) Architektur Das Prisma wurde unter der Leitung von Fritz Auer und Carlo Weber entworfen. Der Name des Gebäudes leitet sich von seiner dreieckigen Grundrissform ab, die in Verbindung mit der durchgehenden Glasfassade an ein dreieckiges Prisma erinnert.

Das elfgeschossige Gebäude besteht aus drei Gebäudeteilen, die um ein zentrales, glasüberdachtes Atrium mit einer Fläche von 3000 Quadratmetern angeordnet sind.Franz Artner: Neubau-Standard durch Sanierung. In: Immobilien Magazin, 4-2025, 2. April 2025, S. 64–66. Stählerne Verbindungsstege, die sich im Raum kreuzen, verbinden die verschiedenen Gebäudeteile in den oberen Etagen miteinander. Die längsten Abmessungen des dreieckigen Grundrisses betragen 105 m, 131 m und 156 m.

Entlang der Lyoner Straße befindet sich die sogenannte Himmelsleiter, ein architektonisches Element der voll verglasten Doppelfassade. Sie besteht aus einer Freitreppe, deren Stufen 125 m nach oben führen.Sandra Pappe: Architekturführer Frankfurt am Main. Berlin 2013. Zudem sind gläserne Aufzüge zur Erschließung der oberen Stockwerke vorhanden.Albert Engelhardt: Wohlfühl-Klima. In: Gebäudemanagement Nr. 3-2002. 4. März 2002.

Architekturführer bezeichnen das Gebäude als „einprägsame Großform“, das das „Entrée“ des Lyoner Quartiers bilde beziehungsweise dessen Eingang bestimme. Die Immobilien Zeitung ehrte das Gebäude im Rahmen ihres Immobilien Awards 2001, es zähle zu den Top 3 der Gewerbeimmobilien in Deutschland. Zwei Jahre später war das Prisma für den MIPIM Award nominiert.Award-Nominierung: Frankfurter Prisma. In: Immobilien & Finanzierung – Der langfristige Kredit, Nr. 5, 1. März 2003, S. 159.

Geschichte Die Bauarbeiten für das Gebäude begannen 1997 und wurden 2001 fertiggestellt. Die Gesamtbaukosten beliefen sich auf umgerechnet 102,3 Mio. Euro. Bauherr war die Hochtief Projektentwicklung GmbH, die das Gebäude ursprünglich als neue Frankfurter Zentrale für etwa 1.000 Mitarbeiter des Baukonzerns konzipiert hatte.Christof Bodenbach (Hrsg.): Neue Architektur in Frankfurt am Main. Hamburg 2008.Grüne wollen das umstrittene Hochtief-Hochhaus retten. In: Frankfurter Neue Presse, 17. Juli 2001.Systemanbieterschaft mit Garantie statt Einzelvergabe und Gerichtstermin. In: Immobilien Zeitung Nr. 14-2000, 29. Juni 2000. Die Tragwerksplanung übernahm das Stuttgarter Ingenieurbüro Mayr + Ludescher.Volker Albus: Architektur in Frankfurt am Main 1999–2003. Hamburg 2002.

Das Prisma wurde energieeffizient geplant und folgte einem Low-Tech-Architekturkonzept. Das von Transsolar entwickelte Klimakonzept verzichtete weitgehend auf mechanische Klimaanlagen und nutzte natürliche Lüftungsprinzipien.

Das Lüftungssystem basierte auf mehreren Komponenten: Ein 216 Meter langer und 15 Meter breiter Erdkanal in etwa zehn Metern Tiefe, in dem ganzjährig Temperaturen von 12 bis 13 Grad Celsius herrschen Das zentrale Atrium, das als Klimapuffer dient und für den Kamineffekt sorgt Eine Doppelfassade an der Südostseite mit umkehrbarer Luftströmung für Sommer- und Winterbetrieb Sogenannte „Solarkamine“ zur natürlichen Entlüftung

Im Winterbetrieb wurde kühle Außenluft über den Erdkanal erwärmt, die über das Atrium in die Büros gelangte. Geheizt wurde zusätzlich mit einer herkömmlichen Heizung. Im Sommer wurde warme Frischluft durch den Erdkanal gekühlt. Die verbrauchte Luft wurde über die Doppelfassade und Solarkamine natürlich entlüftet. Zusätzlich sorgte eine nächtliche „Spülung“ des Gebäudes mit Nachtluft für weitere Kühlung.

Sanierung (2023–2025) Nach dem Eigentümerwechsel begannen umfassende Revitalisierungsmaßnahmen unter Nachhaltigkeitsaspekten. Sie umfasste die Gebäudetechnik, Photovoltaikanlagen, Belüftungssysteme und Nutzungssystems für Regenwasser.Strabag betreut Prisma. In: Immobilien Zeitung, Nr. 17-2025, 24. April 2025, S. 11.

Mit der Sanierung wurde das Prisma von einem Einzelmieter- zu einem Multi-Mieter-Gebäude umkonzipiert.Multi-Tenant im Prisma. In: Immobilien Zeitung, Nr. 15-2022, 14. April 2022, S. 21. Die 44.000 Quadratmeter Bürofläche können flexibel in den Etagen aufgeteilt werden. Außerdem sind Konferenzräume und Coworking-Flächen eingerichtet worden. Das Atrium kann als Veranstaltungsort für Ausstellungen, Messen und Konzerte genutzt werden.

Eigentümer Noch während der Bauphase wurde das Prisma 1999 an einen geschlossenen Immobilienfonds der Commerzbank-Tochter Commerz Real verkauft.Gebaut, verkauft und anschließend angemietet. „Prisma“ in Niederrad als Fondsobjekt. Triple-net-Mietvertrag mit Hochtief. In: Immobilien-Zeitung, 23-1999, 4. November 1999, S. 4.

Im April 2022 wurde es von Patron Capital Advisers und Sonar Real Estate in einem Joint Venture erworben. Der Kaufpreis betrug nach Medienberichten etwa 120 Millionen Euro. Mit dem Verkauf wurde der Fonds aufgelöst.

Nutzung Obwohl das Prisma ursprünglich als Frankfurter Zentrale für Hochtief geplant war, bezog der Baukonzern das Gebäude nie. Stattdessen wurde bereits vor der Fertigstellung ein Mietvertrag mit der DGZ Deka Bank (später Deka Bank) geschlossen.Volker Schmidt: Mit der „Himmelsleiter“ zu immer neuem Wachstum. Die DGZ-Deka Bank hat das „Prisma“-Gebäude in Niederrad bezogen und stellt 250 weitere Beschäftigte ein. In: Frankfurter Rundschau (Ausgabe Region Frankfurt), 7. Februar 2002.

Von 2001 bis 2021 nutzte die Deka Bank das Prisma als eine ihrer Hauptniederlassungen. Rund 1000 Mitarbeiter der Bank waren in dem Gebäude tätig. Ende 2021 verließ die Deka Bank das Prisma und bezog eine neue, eigens errichtete Zentrale im Lyoner Quartier.

Literatur

Weblinks

Website des Prisma Prisma. In: KulturPortal Frankfurt

Einzelnachweise

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