Werner Krauße (* 19. Mai 1923 in Dresden; † 4. März 1999 in Stadt Wehlen) war ein deutscher Filmregisseur und Puppenspieler.
Leben und Werk Nach der Schulzeit absolvierte Werner Krauße von 1937 bis 1941 eine Ausbildung zum Möbeltischler. Anschließend wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs arbeitete er 1945/46 im Deutschen Minenräumdienst in Kiel. 1946 kehrte er in seine Heimatstadt zurück und war dort bis 1953 als Tischler tätig.
1953 begann Werner Kraußes Berufslaufbahn als Handpuppenspieler. Zunächst wirkte er bei den von Paul Hölzig gegründeten Bärenfelser Puppenspielen. 1955 erhielt er eine Anstellung als Puppengestalter am neugegründeten DEFA-Studio für Trickfilme. Ab 1956 animierte er Puppentrickfilme. Sechs Jahre später trat er erstmals als Regisseur in Erscheinung. Krauße übernahm ein Filmprojekt des in Ungnade gefallenen künstlerischen Leiters des Studios Johannes Hempel. Das ursprünglich als mittellanger Film geplante Projekt kam unter Kraußes Leitung als Kurzfilm unter dem Titel Zwei Lieder in die Kinos. Mit Bootsmann auf der Scholle (1962), einer Verfilmung des gleichnamigen Kinderbuchs von Benno Pludra, erzielte Krauße eine große internationale Beachtung. Der Film lief auf Filmfestivals in Tours, Annecy und Bergamo. Ein ähnlicher Erfolg gelang ihm wenige Jahre später mit dem Kurzfilm Wer bist du? (1970).
Zwischen 1968 und 1973 absolvierte Werner Krauße parallel zu seiner Arbeit ein Regie-Fernstudium an der Theaterhochschule Leipzig. Wiederkehrend erhielten seine Filme in den 1970er-Jahren das Prädikat »Besonders wertvoll«: Das große Fest (1973), Die Kückenmutter (1974) und Das Zauberschloß (1974). 1979 zeichnete die Kinderjury des Festivals Goldener Spatz seinen Film Rübezahl und der Wanderbursche aus. Mit der Abwicklung des DEFA-Studios für Trickfilme Anfang der 1990er-Jahre endete Werner Kraußes filmische Laufbahn.
Werner Krauße war mit seiner Regie-Kollegin Monika Krauße-Anderson (1929–2021) verheiratet. Sie sagte rückblickend über ihn: „Wir haben uns sehr gut gegenseitig bereichern können. Werner ist ein sehr phantasievoller Mensch gewesen mit sehr viel Sinn für Gags, und hatte ungeheure Einfälle.“
Werner Krauße starb 1999 im Alter von 75 Jahren.
Filmografie (Auswahl)
Auszeichnungen (Auswahl) 1950: Aktivist der sozialistischen Arbeit 1963: Festival d’Animation Annecy: Diplom für Bootsmann auf der Scholle 1970: Internationales Trickfilmfestival Mamaia, Rumänien: Silberner Pelikan für Wer bist du? 1971: Internationales Kurzfilmfestival Tampere: Bester Kinderfilm für Wer bist du? 1973: Heinrich-Greif-Preis II. Klasse im Kollektiv für Teddy Plüschohr und seine Freunde 1979: Goldener Spatz: Preis der Kinderjury für Rübezahl und der Wanderbursche 1982: Nationalpreis der DDR III. Klasse
Literatur Ralf Schenk, Sabine Scholze (Hrsg.): Die Trick-Fabrik. DEFA-Animationsfilme 1955–1990, Bertz + Fischer Verlag, Berlin: 2003, ISBN 978-3-92947-027-7.
Weblinks
Werner Krauße in der Filmdatenbank der DEFA-Stiftung
Einzelnachweise
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