mini|Autorenduo Michael Elsener (links) & Roman Riklin (rechts) Vier werden Eltern ist eine Theaterkomödie über Kinderwunsch und Regenbogenfamilie, geschrieben von den Schweizer Autoren Roman Riklin und Michael Elsener. Die Komödie behandelt tabulos aktuelle und kontrovers diskutierte Themen wie das Recht auf ein Kind, künstliche Befruchtung, Leihmutterschaft und Co-Elternschaft und macht auf humorvolle Art Mut, das Modell der kleinbürgerlichen Familie zu hinterfragen.

Produktion Produziert wurde die Komödie Vier werden Eltern von der Shake Company in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Theater am Hechtplatz und den Kammerspielen Seeb. Die Uraufführung fand 2023 am Theater am Hechtplatz, Zürich statt, unter der Regie von Alexander Stutz.

Es folgten von 2023 bis 2026 weitere Aufführungen in der Schweiz. Ausserdem war ursprünglich geplant, die Produktion vom 19. Juni bis 12. Juli 2026 in einer hochdeutschen Fassung an der Volksbühne am Rudolfplatz in Köln zu zeigen. Im Verlauf vom Mai 2026 wurden jedoch sämtliche Vorstellungen abgesagt. Stattdessen soll die Produktion nun vom 18. bis 27. Juni 2026 als Try-outs der hochdeutschen Fassung auf der Comedy Bühne Weisser Wind in Zürich präsentiert werden.

Handlung mini|Pressefoto Vier werden Eltern Binja und Samy haben jahrelang probiert, Eltern zu werden. Wegen Samys Fruchtbarkeitsstörung funktionierte dies trotz Versuchen mit künstlicher Befruchtung nicht. Ihre Freunde, Nico und Janosh, wollten hingegen ein Kind adoptieren. Sie wurden aber von den Behörden abgelehnt. Bei einem gemeinsamen Abendessen der beiden Paare entsteht die Idee, dass durch eine Samenspende von einem der schwulen Männer der Kinderwunsch der vier Freunde erfüllt werden soll. Dies führt jedoch für die angehenden Eltern zu einer Reihe von Fragen ohne einfachen Antworten: Wer soll der biologische Vater sein? Wie wollen sie ihr Leben als Familie gemeinsam gestalten? Erziehungsfragen werden ebenso diskutiert wie die Möglichkeit von zwei Kindern für zwei Paare. Um alles zu beschleunigen und aufgrund ihrer traumatischen Erfahrung mit Hormon-Therapien und Inseminationen schlägt Binja für alle unerwartet eine natürliche Befruchtung vor.

Nachdem bei den Männern die Idee der künstlichen Befruchtung auf Ablehnung stößt, stellt Binja, die heute ihren Eisprung hat, die endgültige Bedingung: heute oder nie. Janosh wollte bisher unbedingt der biologische Vater sein, findet den Zeugungsakt mit einer Frau aber widernatürlich, weshalb er nun plötzlich seinen Partner Nico vorschiebt. Janosh möchte aber unbedingt anwesend sein, wenn die Zeugung stattfindet, da es um die Gründung der gemeinsamen Familie geht. Samy will auf keinen Fall dabei sein. Er will auch nicht zulassen, dass seine Frau mit Nico schläft. Als auskommt, dass Samy seine Partnerin über längere Zeit betrogen hat, gehen ihm mehr und mehr die Argumente aus. Er ist mit der Situation überfordert und verlässt die Wohnung im Streit.

Nach seiner Rückkehr sprechen sich Samy und Binja aus. Einige aufwühlende Diskussionen später werfen die vier ihre Schamgefühle über Bord und finden sich zum Zeugungsversuch auf dem Bettsofa ein. Plötzlich stehen neue Themen im Raum: persönliche Grenzen in der Sexualität, sexuelle Vorlieben und Stellungen, welche eine Zeugung begünstigen sollen. Die Paare einigen sich darauf, sich zuerst «intern» zu stimulieren. Erst kurz vor Nicos Orgasmus soll sein Penis von Binja aufgenommen werden. Die Abstimmungen über den idealen Zeugungsvorgang stellen sich im Dunkeln als komplizierter heraus, als angenommen und das «Zeugungsritual» missglückt.

Danach kommt heraus: Binja ist bereits schwanger. Und zwar von Nico, ihrem Jugendfreund. Binja und Nico wollten, dass ihre Partner «Ja» sagen zur gemeinsamen Familie, ohne zu wissen, dass bereits ein Kind unterwegs ist. Leider sei ihnen der Abend aus dem Ruder gelaufen und in ihrer Not haben sich Binja und Nico in diese vetrackte Situationen manövriert. Janosh und Samy sind schockiert. Janosh fühlt sich betrogen. Samy, der inzwischen komplett betrunken ist, will sich trotzdem für Binja freuen. Sie habe sich doch so lange gewünscht, endlich schwanger zu werden. Der Schluss des Abends lässt offen, ob die Vier es zusammen schaffen, als spezielle Familienkonstellation in Co-Elternschaft gemeinsam ihr Kind aufzuziehen.

Kritik Die Komödie bekam vom Publikum großen Zuspruch, was zu ausverkauften Vorstellungen sowie zwei Wiederaufnahmen führte. Großen Zuspruch erfuhr das Stück auch aus der LGBTQI+ Community. Der Tages-Anzeiger befand: «Das Nachdenken über eine Regenbogenfamilie kann sehr lustig sein.» Die SRF-Kultur-Sendung Kulturplatz meinte: «Eine Familienaufstellung voller unbekannter Variablen. Und eine Einladung zur humorvollen Auseinandersetzung mit jener Kluft, die zwischen Wünschenswertem und Machbaren liegt.» Der Zürcher Unterländer stellte fest, «Selbst das Publikum gerät ins Schwitzen.»

Aufführungsgeschichte Theater am Hechtplatz, Zürich, 17. Januar 2023 – 26. Februar 2023 Kammerspiele Seeb, Bachenbülach, 1. März 2023 – 26. Mai 2023 Weisser Wind, Zürich, 6. März 2025 – 17. Mai 2025 Casinotheater Winterthur, 12. März 2026 – 29. März 2026 Volksbühne am Rudolfplatz, Köln, 19. Juni 2026 – 12. Juli 2026 (abgesagt) Weisser Wind, Zürich, 18. Juni 2026 – 27. Juni 2026, Try-outs der hochdeutschen Fassung

Besetzung der Uraufführung Binja Hugentobler, Psychologin: Michèle Hirsig Samuel Hugentobler, Deutschlehrer: Florian Butsch Janosh Baggenstoss, Illustrator: Sebastian Krähenbühl Nico Antonelli, Kommunikationsberater: Dominik Widmer

Weblinks Webseite von Roman Riklin Webseite von Michael Elsener

Einzelnachweise

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