Die Freien Katholischen Schulen Zürich (kurz FKSZ) sind eine Privatschule in der Stadt Zürich und wurden im Frühjahr 1924 eröffnet.Martin Meier-Schnüriger: Schulgeschichte 1924-2011. Zürich 2011, S. 12. Die FKSZ befinden sich an drei Standorten und gliedern sich in vier Schulhäuser, namentlich das Schulhaus Kreuzbühl, das Schulhaus Wiedikon, das Schulhaus Sumatra und das Gymnasium. Unterrichtet wird auf der Primar-, Sekundar- und Gymnasialstufe.Schulhäuser, abgerufen am 25. Juli 2025. Die Schulen zeichnen sich durch eine christlich-humanistische Wertevermittlung aus.Anerkannte nicht-staatliche Mittelschulen, abgerufen am 25. Juli 2025. Sie werden von der Katholischen Kirche im Kanton Zürich subventioniert und haben einkommensabhängige Schulgelder.Anmelden, abgerufen am 25. Juli 2025. Kinder, Jugend, Junge Erwachsene, abgerufen am 30. Juli 2025.
Geschichte
Gründung Am 8. Oktober 1923 wurde, im Beisein des Bischofs von Chur, Georg Schmid von Grüneck, der Katholische Schulverein Zürich (später Verein Freie Katholische Schulen) gegründet.Martin Meier-Schnüriger: Schulgeschichte 1924-2011. Zürich 2011, S. 10. Gemäss Gründungsurkunde bezweckte der Verein die Errichtung von Privatschulen, "die im katholischen Geiste geleitet werden und gleichzeitig den gesetzlichen Anforderungen der Zürcher Volksschule entsprechen."Paul Nidoli: Zur Geschichte - 50 Jahre katholische Schule Sumatra. 2000. S. 2 Zur Finanzierung dieses Unterfangens wurden die Zürcher Pfarreien vom Churer Bischof zur jährlichen Unterstützung aufgerufen. In Absprache mit der Zürcher Erziehungsdirektion konnte am 22. April 1924 im Parterre des zur Pfarrei Liebfrauen gehörenden St. Josefsheimes eine Mädchensekundarschule eröffnet werden.1924, abgerufen am 25. August 2025. A. Kocher: Katholische Schulen in Zürich. In: Schweizer Schule. Band 50, Nr. 1, 1963, S. 585–586. doi.org/10.5169/seals-534881 Der erste Präsident des Schulvereins, Caspar Melliger, starb noch vor der offiziellen Eröffnung am 31. März 1924. Herbert W. Hall übernahm an seiner Stelle das Präsidium und leitete die Eröffnung zum Schuljahresbeginn.Martin Meier-Schnüriger: Schulgeschichte 1924-2011. Zürich 2011, S. 10. Auch der Gründerpfarrer Basilius Vogt von Liebfrauen war anwesend und segnete das Schulzimmer der ersten 32 Schülerinnen.Martin Meier-Schnüriger: Schulgeschichte 1924-2011. Zürich 2011, S. 12. Zwei Menzinger Schwestern, Sr. Mechtildis Schmutz und Sr. Hildegard Haag, übernahmen den Unterricht der Schülerinnen.
Im Herbst 1924 erwarb der Schulverein Land, um die provisorisch ausgestatteten Unterrichtslokalitäten an der Schienhutgasse 7 zu ersetzen und am Hirschengraben ein neues Schulhaus zu bauen. Die Pfarrei Liebfrauen übernahm dabei die Landerwerbs- und Baukosten sowie auch das jährliche Schuldefizit.Martin Meier-Schnüriger: Schulgeschichte 1924-2011. Zürich 2011, S. 13. Im Jahr 1926 wurde das neue Schulhaus am Hirschengraben 66, erbaut durch den Architekten Anton Higi, bezogen und die Schule zugleich auf eine 3. Sekundar- und eine damalige 7. Primarklasse ausgeweitet.Joseph Kaufmann: Die Katholische Mädchensekundarschule in Zürich. In: Schweizer Schule. Band 19, Nr. 39, 1933, S. 308–309. doi.org/10.5169/seals-537110 In den Anfangsjahren stieg die Schülerinnenzahl kontinuierlich, im Schuljahr 1939/1940 zählte die Schule insgesamt 10 Klassen und 298 Schülerinnen, mit einem Durchschnitt von knapp 30 Schülerinnen pro Klasse.
Die Schule am Hirschengraben während des Zweiten Weltkrieges Am 1. September 1939, dem Beginn des Zweiten Weltkrieges und der Generalmobilmachung der Schweiz, blieb die katholische Schule am Hirschengraben offen. Während der Schulbetrieb in den städtischen Volksschulen für acht Tage eingestellt werden musste,Martin Lengwiler, Verena Rothenbühler, Cemile Ivedi. Schule macht Geschichte: 175 Jahre Volksschule im Kanton Zürich 1832-2007. Lehrmittelverlag des Kanton Zürichs. 1. Ausgabe. S. 194. ISBN 978-3-03713-229-6 fehlten dem Schulhaus am Hirschengraben keine Lehrkräfte, da die Schule zu der Zeit ausschliesslich unter der Leitung der Menzinger Schwestern stand und somit keine Lehrkräfte vom militärischen Einrückungsbefehl betroffen waren. Der reguläre Schulbetrieb war jedoch wie auch bei den Volksschulen vom Kriegsausbruch beeinträchtigt. So musste der Unterricht für die 7. und 8. Klassen für eine Woche ausfallen, da das Schulhaus 50 Frauen vom Luftschutz in der Turnhalle und in zwei Klassenzimmern beherbergte. Die damalige Rektorin, Sr. Hildegard Haag, schrieb in der Schulchronik von 1939/40 über die bedrückende Stimmung in der Stadt und die Diskrepanz zur feierlichen Stimmung an der Landi 39, welche durch die Generalmobilmachung am 1. September unterbrochen wurde:
Am 16.–18. Mai 1940 war der ganze Schulbetrieb eingestellt und Rektorin Sr. Hildegard Haag berichtet in der Schulchronik darüber, dass Kinder von Eltern aus der Schule evakuiert wurden und davon zwei Familien erst im August wieder zurückkehrten.
Der erhebliche Rohstoffmangel während der Kriegsjahre bedingte die Einführung von Sparmassnahmen an den Zürcher Schulen.Martin Lengwiler, Verena Rothenbühler, Cemile Ivedi. Schule macht Geschichte: 175 Jahre Volksschule im Kanton Zürich 1832-2007. Lehrmittelverlag des Kanton Zürichs. 1. Ausgabe. S. 195. ISBN 978-3-03713-229-6 Aufgrund des beträchtlichen Heizungs- und Kohlenmangels setzte am Hirschengraben im Oktober 1940 der Winterstundenplan ein, welcher die Samstagsstunden auf andere Wochentage verteilte.
Aufruf zur katholischen Knabenschule Die Gründung einer katholischen Knabenschule in Zürich war vom Schulverein von Beginn an gewünscht.Martin Meier-Schnüriger: Schulgeschichte 1924-2011. Zürich 2011, S. 20. Die Erfüllung dieses Wunsches verzögerte sich jedoch aufgrund finanzieller Bedenken noch über mehr als zwei Dekaden. Wie auch bei der Mädchensekundarschule kamen Laienlehrer aufgrund deren hoher Gehälter für den Schulbetrieb nicht in Frage, weswegen der Verein zuerst eine Ordensgemeinschaft finden musste, die sich bereit erklären würde, den Schulbetrieb zu übernehmen. Zudem beanspruchte die Mädchensekundarschule in den Anfangsjahren infolge des hohen Zulaufes alle zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel.Paul Nidoli: Zur Geschichte - 50 Jahre katholische Schule Sumatra. 2000. S. 5
Im Jahr 1942 erwarb der Nachfolger von Basilius Vogt, Pfarrer Ferdinand Matt II, eine Villa an der Sumatrastrasse 31.Martin Meier-Schnüriger: Schulgeschichte 1924-2011. Zürich 2011, S. 20. Nach mehreren Absagen konnte der Schulverein schliesslich mit Hilfe von Bischof Caminada von Chur mit dem Marianisten Orden Kontakt aufnehmen. Am 19. Mai 1947 willigten die Marianisten ein, die Leitung der Knabensekundarschule zu übernehmen.Paul Nidoli: Zur Geschichte - 50 Jahre katholische Schule Sumatra. 2000. S. 7 Darauffolgend begann der Bau des neuen Schulhauses: Am 5. September 1947 wurde der Bauvertrag mit den Architekten Pfammatter und Rieger unterschrieben und am 8. November erfolgte der erste Spatenstich.Paul Nidoli: Zur Geschichte - 50 Jahre katholische Schule Sumatra. 2000. S. 9 Im Frühjahr 1948 rief der Schulverein in einem Rundschreiben die Zürcher Katholiken zur Spende auf, um 300'000 CHF zur Vollendung des neuen Schulhausbaus Sumatra zu sammeln. Am 18. April 1949, Ostermontag, erfolgte die Einweihung der neuen Knabenschule an der Sumatrastrasse 33 vom Bischof Caminada von Chur. Das erste Schuljahr 1949/1950 begann am 26. April mit 77 Schülern und zwei Klassenzügen.
Wandel von der Mädchenschule zur koedukativen Schule Im Schuljahr 1973/1974 bekam die Mädchenschule am Hirschengraben zum ersten Mal eine koedukative Klasse. Aufgrund von ungleich verteilten Anmeldungen musste eine Realklasse mit acht Knaben und zehn Mädchen von Sumatra in den Hirschengraben verlegt werden. Dies startete die allmähliche Entwicklung in Richtung gemischte Klassen am Hirschengraben; jedes Jahr kamen eine bis zwei gemischte Klassen hinzu. Im Schuljahr 1983/1984 wurde an der Schule Kreuzbühl (ehem. Hirschengraben) die letzte Mädchenklasse geführt. Elf Jahre nach der ersten Einführung von gemischten Klassen begann das 60. Schuljahr (1984/1985) mit durchwegs gemischten Klassen.
Standorte Der Schulbetrieb startete 1924 im Erdgeschoss des Hauses St. Josefsheim an der Schienhutgasse 7.A. Kocher: Katholische Schulen in Zürich. In: Schweizer Schule. Band 50, Nr. 1, 1963, S. 585–586. doi.org/10.5169/seals-534881 Im Jahr 1926 erfolgte der Umzug in das neu erbaute Schulhaus am Hirschengraben 66.Joseph Kaufmann: Die Katholische Mädchensekundarschule in Zürich. In: Schweizer Schule. Band 19, Nr. 39, 1933, S. 308–309. doi.org/10.5169/seals-537110 1981 ersetzte die Schulanlage Kreuzbühl an der Kreuzbühlstrasse 16 das Schulhaus am Hirschengraben infolge des zunehmenden Verfalls des alten Schulhauses. Mit dem Umzug erfolgte auch der Namenswechsel von Katholische Schule Hirschengraben zu Katholische Schule Kreuzbühl. 2015 wurde am Kreuzbühl ein neues Schulhaus eingeweiht und Unterricht neu auch auf Primarstufe angeboten.
Am 18. April 1949 wurde die Schulanlage Sumatra an der Sumatrastrasse 31 eröffnet. Im Jahr 1968 folgte die Einrichtung eines Untergymnasiums mit vier Klassen im neuen Schulhausbau. 1991 zügelte das Katholische Gymnasium in das Schulhaus Kreuzbühl. 17 Jahre später, im Jahr 2007, kehrte das Katholische Gymnasium wieder an die Sumatrastrasse 31 zurück. Anfang Juli 2025 genehmigte die Synode der Katholischen Kirche im Kanton Zürich 5 Millionen Franken für einen Schulhausneubau an der Sumatrastrasse in Zürich. Das mehrjährige Bauvorhaben wird von der Basilius-Vogt-Stiftung projektiert und umgesetzt.Investition in die Zukunft, abgerufen am 25. August 2025.
Im Frühjahr 1967 wurde für den Stadtkreis 11 und 12 ein neues Schulhaus in Schwamendingen an der Probsteistrasse 119 eröffnet. Dieses musste jedoch aufgrund finanzieller Schwierigkeiten am 12. Juli 1991 den Betrieb einstellen.Neue Zürcher Nachrichten: Kath. Schule Schwamendingen schliesst. Band 94, Nr. 149, 5. Juni 1990, S. 5.
An der Ämtlerstrasse 45 startete die Schule Wiedikon 1970 den Schulbetrieb mit fünf Klassen, darunter auch eine Mädchensekundarklasse, welche vom Hirschengraben nach Wiedikon versetzt wurde.
Schulprofil Die FKSZ bieten die 4. bis 6. Primarklasse, die Sekundarschule und das Lang- und Kurzzeitgymnasium an.Angebot, abgerufen am 25. August 2025. Der Primarschulunterricht ist als Tagesschule mit obligatorischem Mittagstisch und anschliessender Hausaufgabenzeit konzipiert.Primarschule, abgerufen am 25. August 2025. Das Sekundarschulangebot der Schulen umfasst die Sekundarschule A, die Sekundarschule A (MV) und die Sek Beruf.Sekundarschule, abgerufen am 25. August 2025. Nach der obligatorischen Schulzeit wird optional auch das 10. Schuljahr mit drei Klassenzügen angeboten.10. Schuljahr, abgerufen am 25. August 2025. Auf Gymnasialstufe wird das Lang- und Kurzzeitgymnasium angeboten.Gymnasium, abgerufen am 25. August 2025.
Die Schulanlage Sumatra bietet das Lang- und Kurzzeitgymnasium, die Sekundarschule (A, A (MV)) und das 10. Schuljahr Sek A an. Die Schulhäuser Kreuzbühl und Wiedikon bieten die 4.–6. Primarschule, die Sekundarschule (A, A (MV)) sowie das Angebot Sek Beruf an.Schulhäuser, abgerufen am 25. August 2025.
Persönlichkeiten
Caspar Melliger (1868–1924), Schweizer Rechtsanwalt, Gründungspräsident Ferdinand Matt (1889–1909), Gründerpfarrer Basilius Vogt (1866–1934), Gründerpfarrer Ferdinand Matt II (1893–1953), Gründerpfarrer Jean Bünter (1923–1986), Lehrer, Maler Josef Kaufmann (1884–1870), Jurist, Politiker Paul Vollmar (1934–2021), Generalvikar, Weihbischof Josef Annen (* 1945), Generalvikar, Bischofsvikar Hans Henny (* 1909), Generalvikar Urban Federer (* 1968), Abt im Kloster Einsiedeln, Absolvent Katholisches Gymnasium Claudio Zanetti (* 1967), Schweizer Politiker, Absolvent Katholisches Gymnasium Rudi Bindella Jr. (* 1977), Bindella Unternehmungen, Absolvent Katholisches Gymnasium Philippe Gaydoul (* 1972), Schweizer Unternehmer