mini|Goppeln am Gebergrund (Blick nach Nordwest) mini|Einer der drei Stauseen am Geberbach mini|Blick auf einen historischen Bauernhof (erbaut 1784) an der Goppelner Dorfstraße. mini|Blick in den ehemaligen Viehstall (datiert 1768) des Bauerngutes Dorfstraße 12 miniatur|Blick von Golberode auf Goppeln am Gebergrund, im Hintergrund Dresden (2017)

Goppeln ist ein Ortsteil der sächsischen Gemeinde Bannewitz im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Der Ortsteil bildet zusammen mit den Ortsteilen Golberode und Gaustritz die Ortschaft Goppeln nach der Sächsischen Gemeindeordnung. Diese hat gemäß ihrer Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.

Geografie Goppeln liegt auf den südlichen Hängen der Dresdner Elbtalweitung und weist eine durch die Landwirtschaft geprägte Ortsstruktur auf. Südlich des Orts schneidet der Gebergrund (von slaw. Javor, der Ahorn) in zirka 50 m in die Hochebene ein.

In den 1990er Jahren entstanden aufgrund der bevorzugten Lage am Stadtrand Dresdens durch Suburbanisierung neue Einfamilienhäuser am westlichen Ortsrand. 2005 wurde die nordöstlich des Orts verlaufende Bundesautobahn 17 mit der Anschlussstelle und Autobahnmeisterei „Dresden-Prohlis“ und der Ortsumgehung Goppeln / Rippien Staatsstraße 191 errichtet.

Im Zuge der 1996 erfolgten Eingemeindung nach Bannewitz erhielt Goppeln seinen heutigen Status als Ortschaft, zu welcher außer Goppeln selbst auch die Ortsteile Golberode und Gaustritz gehören. Kauscha, das ebenfalls Teil dieser Ortschaft war, gehört seit 1999 zu Dresden.

Geschichte Historische Daten Auszug aus der Kulturgeschichte von Goppeln: 1286Erste urkundliche Erwähnung als Guppil1288Markgräfin Elisabeth, Witwe des Markgrafen Heinrich des Erlauchten, schenkte ihre Besitzungen in Goppeln dem Mönchskloster Altzelle, zuzüglich Patronatsrecht und Blutgerichten.1307Leubnitzer Mönche betrieben erfolgreich ausgedehnten Hopfenanbau.1370Einige Teile von Goppeln gehörten nach Absprache mit dem Abt des Klosters Altzelle dem Augustiner Kloster Alten-Dresden.1539Durchbruch der Reformation1776Einführung des Kartoffelanbaus in Goppeln nach den Hungerjahren von 1771 und 17721813Deutsche Truppen marschierten am 27. August nach der Schlacht bei Dresden über Kauscha und Sobrigau Richtung Süden. Verfolgung über Possendorf und Dippoldiswalde durch französische Heeresteile. Napoleon durchquerte am 29. August den Ort Goppeln.1890Beschluss der Gemeinden Goppeln, Kauscha und Golberode zur Gründung einer Schulgemeinde und Bau eines Schulgebäudes19. Jh.Goppeln wird als Malerdorf bekannt.1910Zusammenschluss Goppelner Bauern und Hausbesitzer zu einer Wassergenossenschaft1912Eine Gasleitung wird nach Goppeln verlegt.1920Anschluss an das Stromnetz1923Gründung der Kongregation der Nazarethschwestern vom hl. Franziskus durch Mutter Augustina1929Einweihung des neuerrichteten Kinderheims der Nazarethschwestern1995Eröffnung des Altenheims St. Clara der Nazarethschwestern1996Eingemeindung nach Bannewitz

Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl1547/52 16 besessene Mann, 13 Inwohner, 16½ Hufen1764 15 besessene Mann, 2 Häusler, 17 Hufen, 24 bis 27 Scheffel1834 1391871 2121890 1791910 1701925 192 Jahr Einwohner1939 3241946 3771950 3251964 8171990 6452012805Gemeindeverwaltung Bannewitz: Vorstellung der Ortsteile von Bannewitz

Ortsnamenformen Der Name des Ortes Goppeln änderte sich historisch wie folgt: 1286: Guppil, Guppyl, 1288: Guppel, 1350: Cuppel, Gupil, 1445/47: Goppel und 1500: Goppellnn.

Kloster In Goppeln befindet sich seit den 1920er Jahren das Mutterhaus der Nazarethschwestern vom hl. Franziskus, einer römisch-katholischen Frauenkongregation, die von Augustina Schumacher gegründet wurde.

Zu DDR-Zeiten betreuten die Schwestern in der Anlage ein Kinderheim, das in den 1990er Jahren zum katholischen Alten- und Pflegeheim St. Clara umgebaut wurde. Hier fand 1998 auch Kardinal Groër einige Monate Zuflucht. Das Kloster bietet auch heute noch Platz für Senioren, die ihren Lebensabend an einem idyllischen Ort ausklingen lassen wollen. Bekannt ist es durch sein Kloster-Café, was rege von den dort wohnhaften Nonnen, aber auch von Touristen und Bewohnern genutzt wird. Die Einnahmen dienen der Erhaltung des Klosters und anderen wohltätigen Zwecken.

Malerdorf Der Ort wurde im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts als Malerdorf bekannt. Eine Gruppe junger Künstler schloss sich hier in einer Künstlerkolonie zusammen. Die Goppelner Künstlerkolonie zeichnete sich aus durch ihre Spezialisierung auf Freiluftmalerei und Impressionismus und wurde so als „Goppelner Schule“ zu einem Begriff in der Kunstgeschichte.

Auch die Brücke-Maler Ernst Ludwig Kirchner und Max Pechstein arbeiteten für kurze Zeit in Goppeln. Mancher von ihnen gründete anschließend anderenorts eine neue Künstlerkolonie oder siedelte in eine andere um.

Künstler Carl Bantzer (1857–1941) Paul Baum (1859–1932) Walter Besig (1869–1950) Wilhelm Claudius (1854–1942) Georg Estler (1860–1954) Otto Fischer (1870–1947) Hermann Gattiker (1865–1950) Georg Gröne (1864–1935) Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) Oskar Kruse-Lietzenburg (1847–1919) Gotthardt Kuehl (1850–1915) Georg Müller-Breslau (1856–1911) Max Pechstein (1881–1955) Max Pietschmann (1865–1952) Wilhelm Georg Ritter (1850–1926) Sascha Schneider (1870–1927) Max Seliger (1865–1920) Robert Sterl (1867–1932) Hans Unger (1872–1936) Emil Voigtländer-Tetzner (1851–1908) Emilie Mediz-Pelikan (1861–1908) Karl Mediz (1868–1945)

Literatur Gerhard Wietek (Hrsg.): Deutsche Künstlerkolonien und Künstlerorte. Thiemig, München 1976, ISBN 3-521-04061-5.

Weblinks

Ortsteil Goppeln In: Webauftritt der Gemeinde Bannewitz.

Einzelnachweise

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