Mitrephoron A ist eine natürlich vorkommende chemische Verbindung. Es ist ein vom ent-Trachyloban abgeleitetes Diterpenoid, welches von der Pflanze Mitrephora glabra (Annonengewächs), produziert wird. In Versuchen weist es eine erhöhte Aktivität gegen spezifische menschliche Karzinome auf.
Geschichte Mitrephoron A wurde erstmals im Jahr 2005 extrahiert. Es wurde erstmals im Jahr 2018 per Totalsynthese hergestellt. Seitdem wurden unterschiedliche Verfahren entwickelt, dass Molekül herzustellen.
Vorkommen und Biosynthese Mitrephoron A kommt in Mitrephora glabra vor. Die Biosynthese erfolgt aus dem Molekül Geranygernylpyrophosphat. Über enzymkatalysierte Reaktionen wird aus diesem sowohl Mitrephoron A als auch Mitrephoron B und C, zwei verwandte Moleküle, synthetisiert.
Synthese Aus der komplexen Struktur des Moleküls bedingt sich, dass eine vielstufige Synthese erforderlich ist, um Mitrephoron A herzustellen. Als besonders herausfordernd zeigt sich dabei die erforderliche Stereoselektivität der verwendeten Reaktionen. Eine Synthesemöglichkeit ist 2019 von einer Gruppe um Lukas A. Wein veröffentlicht worden. Diese verwendet eine Vielzahl an hochselektiven Reaktionen, um zuerst den Vorgängerstoff Mitrephoron B herzustellen. Aus diesem konnte anschließend erfolgreich Mitrephoron A synthetisiert werden.
Extraktion Mitrephoron A wurde erstmals 2005 aus der Rinde von Mitrephora glabra extrahiert. Dies wurde durch mehrere aufwändige Trennverfahren verwirklicht, welche unter anderem auf dem Ausnutzen der biologischen Aktivität von Mitrephoron A basierten, um nicht aktive Stoffe aus dem Extrakt zu entfernen. Die Isolierung gelang anschließend über eine Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC).
Zytotoxizität Mitrephoron A wies in Untersuchungen eine erhöhte Aktivität gegenüber menschlichen Tumorzellen auf, anders als die verwandten Verbindungen Mitrephoron B und C. Spezifisch beträgt der IC50-Wert von Mitrephoron A gegenüber der Tumorzelle KB 8,0 μg/mL, gegenüber MCF-7 15,7 und gegenüber dem langsam wachsenden Tumor SF-268 immerhin 30,9 μg/mL. Bei der Untersuchung von Bakterienzellen des Typs M. luteus und M. smegmatis sowie Pilz- sowie Hefezellen ergab sich keine nennenswerte biologische Aktivität.
Einzelnachweise
Kategorie:Polycyclische aliphatische Verbindung Kategorie:Decalin Kategorie:Cyclohexanon Kategorie:Diketon Kategorie:Carbonsäuremethylester