mini|Friedrich von Bonhoeffer Philipp Ernst Friedrich Tobias Bonhoeffer, seit 1893 von Bonhoeffer, (* 16. Juli 1828 in Oberstetten; † 11. Januar 1907 in Tübingen) war ein deutscher Jurist. Für seine Verdienste wurde er in den persönlichen Adelsstand erhoben.
Leben Bonhoeffer war ein Sohn des Pfarrers Sophonias Franz Bonhoeffer (auch Bonhöffer; * 29. März 1797 in Schwäbisch Hall; † 17. Oktober 1872 ebenda) und dessen zweiter Ehefrau Luise Friederike Ernestine Haspel (* 10. November 1800 in Schwäbisch Hall; † 17. Januar 1863 in Wildentierbach). Die Patrizier- und Gelehrtenfamilie Bonhoeffer stammt ursprünglich aus Nimwegen und ist seit 1513 in Schwäbisch Hall nachweisbar. Die Familie brachte zahlreiche Ärzte, Bürgermeister, Pfarrer und Juristen hervor. Bonhoeffers Enkel Dietrich Bonhoeffer und Klaus Bonhoeffer waren NS-Widerstandskämpfer, die kurz vor Ende des 2. Weltkrieges hingerichtet wurden.
Nach dem Abitur in Schwäbisch Hall studierte er von 1846 bis 1851 Rechtswissenschaft in Tübingen. Er war Mitglied des Corps Guestphalia Tübingen.Kösener Korpslisten 1910, 195/15.
Er trat in die württembergische Justiz ein. Er wurde zunächst 1859 Gerichtsaktuar in Neresheim und dort später Amtsrichter. 1869 wurde er Richter am Kreisgerichtshof Heilbronn,Königlich Württembergisches Hof- und Staatshandbuch 1869, S. 126. 1877 am Kreisgerichtshof RavensburgWürttembergisches Gerichtsblatt, Band 12, Stuttgart 1877, S. 419 und anschließend am Landgericht Tübingen. 1886 erfolgte die Beförderung zum Oberlandesgerichtsrat in Stuttgart. 1893 wechselte er als Präsident an das Landgericht Ravensburg und 1896 in derselben Position an das Landgericht Ulm. Zudem war er seit 1893 Mitglied des württembergischen Staatsgerichtshofs.Verhandlungen der württembergischen Kammer der Abgeordneten auf dem 32. Landtag im Jahre 1893/94, Beilagenband III, S. 489, Stuttgart 1894.
1898 trat er in den Ruhestand und lebte dann in Tübingen.
Familie mini|Wappen der Familie Bonhoeffer Er war mit Julie, geborene Tafel (1842–1936, Halbschwester des Architekten Emil Otto Tafel), verheiratet und hatte die Söhne Otto Bonhoeffer (1864–1932, verheiratet mit Hedwig Meyer) und Karl Bonhoeffer (1868–1948, verheiratet mit Paula von Hase) sowie zwei weitere früh verstorbene Kinder.
Zu seinen Enkeln gehörten
Karl-Friedrich Bonhoeffer (1899–1957, verheiratet mit Grete von Dohnanyi, Schwester von Hans von Dohnanyi) Klaus Bonhoeffer (1901–1945, verheiratet mit Emilie Delbrück). Ursula Bonhoeffer (1902–1983, verheiratet mit Juristen Rüdiger Schleicher). Christine von Dohnanyi (1903–1965, verheiratet mit dem Juristen Hans von Dohnanyi). Dietrich Bonhoeffer (1906–1945, verlobt Maria von Wedemeyer). Sabine Leibholz (1906–1999, verheiratet mit dem Juristen und späteren Bundesverfassungsrichter Gerhard Leibholz). Susanne Dreß (1909–1991, verheiratet mit dem Pfarrer Walter Dreß).
Ein Neffe war Robert Meyding.
Ehrungen
1893 Ehrenkreuz des Ordens der Württembergischen Krone 1897 Kommenturkreuz II. Klasse des Friedrichs-Ordens
Literatur
Karl Bonhoeffer, Lebenserinnerungen, geschrieben für die Familie, in J. Zutt u. a., Karl Bonhoeffer zum Hundertsten Geburtstag, Berlin und Heidelberg 1969, S. 8, 10 ff., 21 ff.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Richter (Landesverfassungsgericht) Kategorie:Richter (Oberlandesgericht Stuttgart) Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Friedrich Kategorie:Träger des Ordens der Württembergischen Krone (Ehrenkreuz) Kategorie:Kommentur II. Klasse des Friedrichs-Ordens Kategorie:Nobilitierter (Württemberg) Kategorie:Württemberger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1828 Kategorie:Gestorben 1907 Kategorie:Mann