Das Museum im Westrich ist ein Heimatmuseum in Ramstein-Miesenbach. Es beherbergt Sammlungen zur Orts- und Alltagsgeschichte im Westrich.
Geschichte Die ersten Pläne zur Einrichtung eines Heimatmuseums entstanden 1965 im Zusammenhang mit den Feiern zum 750-jährigen Jubiläum der Gemeinde Ramstein, wurden jedoch nicht ausgeführt. Nach der Gründung des Förderkreises Heimatmuseum im Jahr 1983 begann die Sammlung von Exponaten für ein Museum. Das spätbarocke Gasthaus und spätere Rathaus in der Miesenbacher Straße 1 wurde bis 1987 zum Museumsgebäude umgebaut. Die feierliche Eröffnung des Heimatmuseums war im September 1987.
Gebäude Das Museum befindet sich in der Miesenbacher Straße 1 in einem denkmalgeschützten Gebäude, einem spätbarocken Mansardwalmdachbau mit Nischenfigur, der um das Jahr 1750 von dem wohlhabenden Kaufmann und Salzhändler Philipp Peter Delarber erbaut wurde. Die Pläne stammten von Franz Wilhelm Rabaliatti, dem Architekten und Hofbaumeister des Kurfürsten Karl Theodor.
Das Gebäude war bis 1949 in Privatbesitz und wurde als Wohnhaus, Brauerei und Gastwirtschaft genutzt. 1949 erwarb die Gemeinde Ramstein das Haus von der Bierbrauerei Koch in Kusel mit der Auflage, die Gaststätte weitere 12 Jahre bestehen zu lassen. 1961 wurde die Gaststube zum Ratssaal umgebaut. Die nächsten 22 Jahre wurde das heutige Museum im Westrich als Rathaus genutzt, bis die Verwaltung in einen Neubau umzog. Anschließend erfolgte der Umbau zum Museum, in dem nun 310 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung stehen.
Ausstellung
Dauerausstellung mini|hochkant|Orchestrion in der Dauerausstellung des Museums Die Dauerausstellung im ersten Obergeschoss präsentiert mehrere feste Installationen:
Der Tante-Emma-Laden stammt aus Ramstein und wurde dort bis Ende der 1960er Jahre betrieben. Erhalten sind die komplette Einrichtung sowie Waren und Verpackungen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts.
Die Kräuterkammer mit Laboratorium stammt aus einer Landstuhler Apotheke und gibt Einblicke in die Arbeit des Apothekers um das Jahr 1900.
Das Biedermeier-Wohnzimmer präsentiert die bürgerliche Wohnsituation im 18. und 19. Jahrhundert.
Die Dorfwirtschaft zeigt die Einrichtung des ehemaligen Gasthauses Scheuermann in Steinwenden einschließlich Eisschränken, alten Bierkrügen und Bierflaschen. Seit April 2025 steht hier auch ein Orchestrion. Das Instrument, das ebenfalls aus dem Gasthaus in Steinwenden stammt, wurde von Thomas Hemm in liebevoller Kleinarbeit restauriert und ist seitdem wieder voll funktionsfähig.
Ein Raum des Museums widmet sich den Themen Kindheit und Schulzeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Zu sehen sind Puppenhäuser aus bürgerlichen Kinderstuben, Kinderwagen, Poesiealben und Gegenstände aus einer Dorfschule.
Weitere Exponate behandeln beispielsweise die Geschichte des Torfstechens auf dem Gebiet der Westricher Moorniederung oder die Situation der Bergleute aus dem Westrich, die zwischen der Mitte des 19. Jahrhunderts und dem Ende des Bergbaus 2012 in den Gruben des östlichen Saarlands arbeiteten.
Sonderausstellungen
Im Erdgeschoss des Museums werden seit 1987 jährlich bis zu sechs Sonderausstellungen, meist zu lokalen historischen Ereignissen, Personen, Bräuchen und künstlerischen Werken präsentiert. Neben der regionalen Geschichte widmen sich diese auch aktuellen Themen wie der Rolle des Sports und der Sportvereine bei der Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger, der Klimaforschung in der Antarktis oder den Auswirkungen des Klimawandels auf die Pfalz.
Weblinks
Förderkreis Heimatmuseum der VG Ramstein-Miesenbach e. V.
Einzelnachweise
Kategorie:Heimatmuseum in Rheinland-Pfalz Kategorie:Museum im Landkreis Kaiserslautern Kategorie:Museumsgründung 1987 Kategorie:Ramstein-Miesenbach Kategorie:Kulturdenkmal im Landkreis Kaiserslautern