Hans-Ulrich „Uli“ Wiemer (* 2. August 1929 in Halle an der Saale; † 8. November 2012) war ein deutscher Filmregisseur auf dem Gebiet des Animationsfilms.
Leben und Werk Hans-Ulrich Wiemer wurde in Halle geboren und wuchs als jüngstes von drei Geschwistern in einem Reihenhaus am Stadtrand auf. Sein Vater arbeitete als Porzellanmaler und Grafiker. Von 1947 bis 1952 studierte Wiemer an der Kunstschule Burg Giebichenstein. In dieser Zeit lernte er seine spätere Ehefrau Christl Wiemer (1929–2021) kennen, mit der er drei Kinder bekam und bis zu seinem Tod zusammenblieb. Während der Ausbildung in Burg Giebichenstein knüpfte er zudem Kontakte zu späteren Weggefährten wie Klaus Georgi, Katja Georgi, Otto Sacher und Helmut Barkowsky. Mit den genannten Personen bildete er nach Abschluss des Studiums die Grafiker-Gemeinschaft »Wir Fünf«.
Ab dem 4. Januar 1954 war Wiemer als Trickzeichner am DEFA-Studio für populärwissenschaftliche Filme angestellt. 1955 zählte er zu den Mitbegründern des DEFA-Studios für Trickfilme in Dresden. Die folgenden 36 Berufsjahre verbrachte Wiemer am Studio: zunächst als Chefzeichner-Assistent, dann als Chefanimator sowie Regie-Beauftragter und schließlich als Regisseur.
Neben Filmen für das Kino, darunter eine Reihe von Episodenfilmen der populären Kasper und der Teufel-Serie, realisierte Wiemer unter anderem für die Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der DDR und die DEWAG zahlreiche Auftragsproduktionen. Für seinen in Koproduktion mit dem Trickfilmstudio Hanoi in Vietnam gedrehten Zeichentrickfilm Flötenweise gewann er im Rahmen der fünften Ausgabe des Festivals Goldener Spatz 1987 ein Ehrendiplom der Fachjury.
Mit seiner Ehefrau lebte Wiemer in Pesterwitz. Im Zuge der Abwicklung des Studios wurde Wiemer mit 62 Jahren während laufender Dreharbeiten in den Vorruhestand geschickt. Ein weiteres Filmprojekt realisierte er nicht mehr. Nach seiner beruflichen Laufbahn engagierte er sich im Dorfclub des Ortes und war Redakteur sowie Gestalter der Bürgerzeitschrift „Dorfgeflüster“. Er starb 2012 im Alter von 83 Jahren.
Filmografie (Auswahl) 1955: Die Geschichte vom Sparschweinchen (zusammen mit Klaus Georgi, Otto Sacher, Christl Wiemer und Helmut Barkowsky) 1957: Die Straße ist kein Spielplatz 1958: Alles für Willi's Wiesel 1959: Fuchs und Igel 1959: Abenteuer im All 1962: Der gelbe Dickbauch 1962: Hans Huckebein, der Unglücksrabe 1962: Das vergessene Bäumchen 1967: Die betrunkene Sonne 1969: Im Zirkus 1974: Kasper lernt zaubern 1975: Kasper und der Löwe 1977: Das gestörte Fest 1978: Heimlichkeiten 1978: Jeder singt auf seine Weise 1978: Manzipanzi 1979: Wer Sieben spricht, der lügt 1979: Holterdipolter Abend 1980: Das Hühnchen Katrinchen 1980: Die Zauberlaterne 1981: Die beiden Enten und der Frosch 1981: Der Jagderfolg 1982: Der Frosch im Bad 1984: Flötenweise 1987: Dreieinigkeit 1988: Mausi und Kilo auf dem Weihnachtsmarkt 1988: Mausi und Kilo sammeln Pilze 1989: Beschreibung eines Tigers
Literatur Ralf Schenk, Sabine Scholze (Hrsg.): Die Trick-Fabrik. DEFA-Animationsfilme 1955–1990. Bertz + Fischer Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-929470-27-6.
Weblinks
Zeitzeugengespräch zusammen mit Christl Wiemer im Rechtebestand der DEFA-Stiftung
Einzelnachweise
Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Person (Film, Dresden) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1929 Kategorie:Gestorben 2012 Kategorie:Mann Kategorie:Person (Animation) Kategorie:Pesterwitz Kategorie:Person (Freital)