Jatrophihabitans ist eine Gattung von Bakterien. Stämme wurden aus Pflanzengewebe und Böden isoliert.

Merkmale Die Arten sind Gram-positiv, d. h. die Zellwand besteht aus einer mehrschichtigen Mureinschicht. Sie sind nicht beweglich und bilden keine Sporen. Jatrophihabitans-Stämme wachsen normalerweise gut auf R2A-Agar (Reasoner's 2A-Agar). Bei den meisten Arten fällt der Oxidase-Test negativ und der Katalase-Test positiv aus. Die Arten zeigen Wachstum in leicht sauren (pH-Wert 4–5) bis alkalischen (8–10) Umgebungen.

Es folgt eine Tabelle mit Merkmalen einiger Gattungen: +J. endophyticusJ. fulvusJ. huperziaeJ. soliJ. tellurisFarbe im R2A-Agarweißgelbblass-orangeweißblassgelbTemperaturbereich wo Wachstum stattfindet10–3220–3710–3715–3710–30pH-Bereich5–105–105–94–106–8Oxidase - - + - -Katalase + + + +wmaximale NaCl-Toleranz22331Urease - - - + -DNA-G+C-Gehalt72,972,472,171,968,1

- negativ; + positiv; w schwach

Ökologie Arten wurden innerhalb von Pflanzen und in Böden isoliert. Jatrophihabitans fulvus wurde aus grasbewachsener Erde isoliert, die in Daejeon gesammelt wurde und J. soli wurde aus Erde auf der Insel Wonsando in der Stadt Boryeong isoliert, beide Orte liegen in der Südkorea. J. huperziae wurde 2016 aus der Pflanze Huperzia serrata isoliert. J. telluris stammt aus dem Boden eines Feuchtgebiets auf der Vulkaninsel Jeju. Die Art Jatrophihabitans lederbergiae wurde im Jahr 2025 im Boden auf der Linnaeus Terrace (1600 Meter Höhe) in der Antarktis isoliert. Der Artname wurde zu Ehren der Wissenschaftlerin Esther Miriam Zimmer Lederberg (1922–2006) für ihre Beiträge zur Bakteriengenetik und Molekularbiologie gewählt. Jatrophihabitans cynanchi wurde aus der Rhizosphäre der Pflanzenart Cynanchum wilfordi isoliert. Cynanchum wilfordii ist ein koreanisches traditionelles pflanzliches Arzneimittel für Muskel- und Skeletterkrankungen. Analysen zeigten, das J. cynanchi über Gene verfügt, die fördernd für das Wachstum von Pflanzen wirken, wie z. B. Wurzelkolonisierung und Schutz der Pflanze vor oxidativem Stress. Zudem haben metagenomische Analysen eine große Häufigkeit von mit Moos assoziierten Stämmen dieser Gattung gezeigt.

Stämme von Jatrophihabitans zählen auch zu dem Mikrobiom von bestimmten Baumarten. Jatrophihabitans wurde im Splintholz von Bäumen gefunden, hier ist für die Atmung ausreichend Sauerstoff vorhanden, während im Kernholz eher anoxische Bedingungen herrschen. Dort kommen von daher anaerobe Bakterienarten vor. Andere im Splintholz vorkommenden Arten sind z. B. Vertreter der Gattung Conexibacter.

Bestimmte Jatrophihabitans-Stämme sind innerhalb des Mikrobioms von Honigbienen der Gattung Keulhornbienen (Ceratina) vorhanden.

Systematik Die Gattung Jatrophihabitans wurde im Jahr 2013 mit der Erstbeschreibung der Art Jatrophihabitans endophyticus eingeführt. Die Art ist verwandt mit bestimmten Mitgliedern der Unterordnung Frankiineae. Zu dieser Gruppe zählt auch die Art Frankia alni, die eine Symbiose mit Baumarten, wie z. B. Erlen, eingeht. Diese Art versorgt den Baum mit Stickstoff und erhält von dem Baum Kohlenhydrate.

Die Typusart Jatrophihabitans endophyticus wurde im Jahr 2013 von Madhaiyan und Mitarbeitern anhand eines Isolats aus einem Stamm von einer Purgiernuss (Jatropha curcas) beschrieben. Ursprünglich wurde die Gattung in die Familie Frankiaceae innerhalb der Ordnung Frankiales aufgenommen, obwohl phylogenetische Analysen zeigten, dass sie mit keinem ihrer Mitglieder eine zuverlässige Klade bildete. Im Jahr 2014 wurde vorgeschlagen, die Frankiales in die Ordnungen Frankiales (Familie Frankiaceae), Geodermatophilales, Acidothermales und Nakamurellales aufzuteilen. In dieser Taxonomie wurde Jatrophihabitans zusammen mit Frankia in der Familie Frankiaceae beibehalten. Weitere Genomanalysen zeigten jedoch, dass Jatrophihabitans als eigenständige Familie Jatrophihabitantaceae innerhalb der Ordnung Jatrophihabitantales geführt werden sollte.

Die mit Jatrophihabitans eng verwandten Gattungen sind Mitglieder der Familien Antricoccaceae, Cryptosporangiaceae, Frankiaceae, Geodermatophilaceae und Nakamurellaceae. Jatrophihabitans-Stämme produzieren keine Sporangiosporen, Zoosporen und zeigen keine Knospenbildung, im Gegensatz zu Mitgliedern der verwandten Gattungen, wo dies häufig zu beobachten ist. Darüber hinaus unterscheidet sich das Fehlen von Phosphatidylethanolamin in ihren polaren Lipidprofilen, mit Ausnahme von Frankia, von anderen Gattungen.

Der Name Jatrophihabitans weist auf die Pflanzengattung Jatropha hin, das lateinische Wort habitans bedeutet soviel wie bewohnend. Der Gattungsname steht also für "Bewohnerin von Jatropha".

Es folgt eine Liste einiger Arten:LPSN Jatrophihabitans cynanchi Jatrophihabitans endophyticus Jatrophihabitans fulvus Jatrophihabitans huperziae Jatrophihabitans lederbergiae Jatrophihabitans soli Jatrophihabitans telluris

Einzelnachweise Lorena Carro und Martha E. Trujillo: Jatrophihabitabs (2021) In:

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