mini|Sebastian Klein bei „Hart aber fair“ (2025) Sebastian Klein (* 21. Mai 1982) ist ein deutscher Unternehmer, Investor, Autor und Aktivist. Er wurde als Mitgründer der App Blinkist bekannt, die 2023 an das australische Unternehmen Go1 verkauft wurde. Durch den Verkauf wurde Klein zum Multimillionär. Breite öffentliche Aufmerksamkeit erlangte er durch die Entscheidung, den Großteil seines Privatvermögens aufzugeben und gemeinnützigen Zwecken zuzuführen.

Leben Ausbildung und Berufseinstieg Klein studierte Psychologie, Informatik und Marketing an der Philipps-Universität Marburg sowie an der University of Southern Queensland. 2009 schloss er sein Studium als Diplom-Psychologe ab. Anschließend arbeitete er als Strategieberater bei der Boston Consulting Group.

Unternehmerische Tätigkeiten Im Jahr 2012 gründete Klein gemeinsam mit drei Mitgründern die App Blinkist, die Sachbücher in komprimierter Form zusammenfasst. Die Idee geht auf seine Studienzeit in Marburg zurück, wo er mit zwei späteren Mitgründern den Verein Phlink e.V. ins Leben gerufen hatte und erste Buchzusammenfassungen per E-Mail verbreitete. 2023 wurde Blinkist an das australische Unternehmen Go1 verkauft. Klein erklärte im Anschluss, rund 90 Prozent seines Privatvermögens für gemeinwohlorientierte Zwecke einzusetzen. Dies begründete er mit seiner Kritik an der Konzentration von Reichtum bei Einzelpersonen und an der Steuerpolitik in Deutschland.

Seit 2017 ist Klein Mitgründer des Medienunternehmens Neue Narrative, in dem er im gleichnamigen Printmagazin die Kolumne Milliarden vs. Milliardäre veröffentlicht. Zudem gründete er 2018 das Investment-Unternehmen Karma Capital, das Kapital zur Lösung gesellschaftlicher Probleme lenken soll.

Positionen und Engagement Klein ist Mitglied der Stiftung Verantwortungseigentum und unterstützt das gleichnamige Unternehmensmodell. Er engagiert sich zudem in der Initiative taxmenow und ist Unterzeichner des Aufrufs Proud to pay more, in dem Vermögende höhere Steuern auf große Vermögen und Erbschaften fordern.

In Interviews und Medienbeiträgen äußert er sich kritisch zum Konzept der Leistungsgesellschaft, das er für einen „Mythos“ hält, da große Vermögen seiner Ansicht nach überwiegend aus Erbschaften stammten. Er setzt sich für eine andere Rolle von privatem Kapital in der Gesellschaft ein und betont, Geld müsse stärker als Teil der Lösung gesellschaftlicher Probleme wirken. Im Mittelpunkt seines Engagements stehen die Ungleichheitskrise sowie Herausforderungen im Medien- und Demokratiebereich.

Rezeption und Publikationen Klein trat in verschiedenen deutschen Medien auf, darunter Die Zeit, Deutschlandfunk, Galileo sowie die ZDF-Sendung 13 Fragen, in der er zur Frage „Darf es Milliardäre geben?“ Stellung nahm. Am 31. März 2025 war er Gast der ARD-Sendung Hart aber fair. Am 14. Januar 2026 war er zu Gast im ARD-Morgenmagazin, wo er sich für eine Reform der Erbschaftssteuer aussprach.

2019 veröffentlichte Klein gemeinsam mit Ben Hughes und Frederik Fleischmann das Buch The Loop Approach im Campus-Verlag, das Methoden zur Organisationsentwicklung hin zu selbstorganisiertem Arbeiten beschreibt. 2025 erschien sein Buch Toxisch reich – Warum extremer Reichtum unsere Demokratie gefährdet im Oekom-Verlag, das die Spiegel-Bestsellerliste erreichte.

Werke Der Loop Approach, mit Ben Hughes und Frederik Fleischmann, Campus Verlag 2019. ISBN 978-3-593-44246-4 Toxisch reich. Warum extremer Reichtum unsere Demokratie gefährdet. Oekom-Verlag, München 2025, ISBN 9783987261381

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