Das Gebiet Bruchsaler Bruch ist ein mit Verordnung vom 23. August 1999 durch die Körperschaftsforstdirektion Karlsruhe ausgewiesener Bannwald (Schutzgebiet-Nummer 100546) bei Bruchsal im Landkreis Karlsruhe in Baden-Württemberg.
Lage Das Schutzgebiet liegt nördlich von Untergrombach und westlich der Bahnlinie Karlsruhe–Bruchsal. Der Bannwald umfasst die Abteilungen 1 (teilweise) und 2 bis 4 des Distriktes I „Büchenauer Hardt“ im Staatswald Bruchsal auf Gemarkung Bruchsal.wnsinfo.fva-bw.de Im Schutzgebiet entspringt der Immertengraben. Im Südwesten grenzt der Bannwald an den Schonwald Bruchsaler Aue.
Geologie Der Untergrund ist mehrheitlich vererdetes Niedermoor. Eine geringere Rolle beim Untergrund spielt grundfeuchter frühjahrsnasser Lehm.
Vegetation Im Bannwald kommen laut Waldbiotopkartierung die folgenden Arten vor: Wald-Engelwurz, Schmalblättriger Merk, Sumpf-Wasserstern, Bitteres Schaumkraut, Sumpf-Segge, Sumpf-Schwertlilie, Dreifurchige Wasserlinse, Echte Brunnenkresse, Rohrglanzgras, Schilfrohr, Gewöhnlicher Wasserhahnenfuß, Gift-Hahnenfuß, Wasser-Sumpfkresse, Vielwurzelige Teichlinse, Große Brennnessel, Blauer Wasser-Ehrenpreis, Ringelnatter, Nutria, Stockente, Erdkröte, Bergmolch, Knoblauchkröte, Springfrosch, Grasfrosch, Berg-Ahorn, Giersch, Knoblauchsrauke, Bärlauch, Schwarz-Erle, Grau-Erle, Echte Zaunwinde, Spring-Schaumkraut, Wiesen-Schaumkraut, Steife Segge, Ufer-Segge, Großes Hexenkraut, Kohldistel, Gewöhnliche Waldrebe, Gemeine Hasel, Rasen-Schmiele, Gewöhnlicher Dornfarn, Sumpf-Schachtelhalm, Gewöhnlicher Spindelstrauch, Gewöhnlicher Wasserdost, Riesen-Schwingel, Faulbaum, Gemeine Esche, Gewöhnliche Goldnessel, Kletten-Labkraut, Sumpf-Labkraut, Gundermann, Echter Hopfen, Großes Springkraut, Pfennigkraut, Gewöhnlicher Blutweiderich, Einbeere, Silber-Pappel, Gewöhnliche Traubenkirsche, Gold-Hahnenfuß, Kratzbeere, Brombeeren, Weiden, Zweiblättriger Blaustern, Wald-Simse, Sumpf-Helmkraut, Rote Lichtnelke, Bittersüßer Nachtschatten, Riesen-Goldrute, Sumpf-Ziest, Hain-Sternmiere, Flatterulme, Europäischer Iltis, Nachtigall, Waldschnepfe, Große Klette, Hecken-Kälberkropf, Gewöhnliche Kratzdistel, Roter Hartriegel, Gewöhnliches Knäuelgras, Wiesen-Labkraut, Echte Walnuss, Weiße Taubnessel, Bastard-Schwarz-Pappel, Schlehdorn, Scharfer Hahnenfuß, Schwarzer Holunder, Feldulme, Gewöhnlicher Schneeball, Zaun-Wicke, Kriechender Günsel, Buschwindröschen, Winkel-Segge, Wald-Segge, Gemeine Hainbuche, Maiglöckchen, Breitblättriger Dornfarn, Echter Wurmfarn, Rotbuche, Scharbockskraut, Waldmeister, Gemeiner Efeu, Kleines Springkraut, Einblütiges Perlgras, Wald-Flattergras, Vogelkirsche, Spätblühende Traubenkirsche, Stieleiche, Fuchssches Greiskraut, Wald-Ziest, Große Sternmiere, Sommerlinde, Berg-Ehrenpreis, Wellenblättriges Katharinenmoos, Schwanenhals-Sternmoos, Welliges Sternmoos, Samtiger Schichtpilz, Buntspecht, Kleinspecht, Waldlaubsänger, Kleiber, Gelbes Windröschen, Hain-Klette, Aronstab, Wald-Zwenke, Wassersterne, Behaartes Schaumkraut, Stachel-Segge, Zweigriffeliger Weißdorn, Kanadische Wasserpest, Breitblättriges Pfaffenhütchen, Mädesüß, Wald-Gelbstern, Ruprechtskraut, Flutender Schwaden, Wasserfeder, Gefleckte Taubnessel, Kleine Wasserlinse, Wald-Bingelkraut, Kamm-Laichkraut, Hohe Schlüsselblume, Zweiblättriger Blaustern, Knotige Braunwurz, Einfacher Igelkolben, Kleiner Eichenbock, Graubinden-Labkrautspanner, Mäusebussard, Pirol, Spitzahorn, Hänge-Birke, Forster-Hainsimse, Weißliche Hainsimse, Zweiblättrige Schattenblume, Vielblütige Weißwurz, Roteiche, Salbei-Gamander, Waldbaumläufer.
Im Schutzgebiet liegen sechs Biotope: Schönbornwiesengraben SW Bruchsal mit der Biotopnummer 268172155091, BW „Bruchsaler Bruch“- Feuchtwald SW Bruchsal mit der Biotopnummer 268172155101, Waldrand Bannwald „Bruchsaler Bruch“ mit der Biotopnummer 268172153571, BW „Bruchsaler Bruch“ Ei-Hbu-Wald SW Bruchsal mit der Biotopnummer 268172155098, BW „Bruchsaler Bruch“ -Feuchtwald SW Bruchsal mit der Biotopnummer 268172155090 und Eichen-Hbu-Wald BW „Bruchsaler Bruch“ mit der Biotopnummer 268172155089.
Im Biotop BW „Bruchsaler Bruch“- Feuchtwald SW Bruchsal wurden bei einer Zählung im Jahr 1994, die von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg durchgeführt wurde, die Knoblauchkröte gefunden. Diese Art ist von der LUBW als in Deutschland vom Aussterben bedroht eingestuft.
Schutzzweck Der Schutzzweck des Bannwalds ist gemäß Schutzgebietsverordnung die unbeeinflusste Entwicklung eines charakteristischen und sehr vielfältigen Waldökosystems in der Kinzig - Murg - Rinne mit seinen Tier- und Pflanzenarten zu sichern sowie die wissenschaftliche Beobachtung der Entwicklung zu gewährleisten. dies beinhaltet den Schutz der Lebensräume und -gemeinschaften, die sich im Gebiet befinden, sich im Verlauf der eigendynamischen Entwicklung des Waldbestandes ändern oder entstehen.
Betreuung Wissenschaftlich betreut wird der Bannwald durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (BVA).
Siehe auch Liste der Bannwälder in Baden-Württemberg
Weblinks mit Verordnung, Datenauswertebogen und Karte agnus-bruchsal.com
Einzelnachweise
Kategorie:Waldschutzgebiet im Landkreis Karlsruhe Kategorie:Geographie (Bruchsal) Kategorie:Schutzgebietsgründung 1999