Burnham-on-Sea ist eine Küstenstadt am Bristolkanal in der ehemaligen Grafschaft Somerset im Südwesten Englands. Das Seebad, das Ende des 18. Jahrhunderts aus einem Fischerdorf entstand, ist für seinen außergewöhnlich großen Tidenhub von 11 Metern sowie seine drei historischen Leuchttürme bekannt.
Geografie Burnham-on-Sea liegt etwa 48 km südwestlich von Bristol und gehörte zum ehemaligen Sedgemoor District, der im April 2023 in die Unitary Authority Somerset eingegliedert wurde. Der Ort liegt in der Nähe der Mündung des Flusses Parrett an einem flachen Küstenabschnitt, der durch ausgedehnte Sandstrände und Marschland gekennzeichnet ist.
Geschichte Frühzeit Das Gebiet um Burnham ist seit den frühesten Aufzeichnungen der englischen Geschichte besiedelt. In der Eisenzeit wurden Höhenbefestigungen angelegt. Die Römer gewannen Meersalz an der Küste, betrieben Bergbau in den Mendip Hills und versuchten, in den sumpfigen Somerset Levels Land zu gewinnen. Hinter den Dünen legten sie Siedlungen an. Zu den archäologischen Funden zählen Terra Sigillata, Fußböden und ein Tempel in Brean Down.
Mittelalter Im 9. Jahrhundert nutzte der angelsächsische König Alfred der Große den sumpfigen Küstenabschnitt als natürlichen Schutz, um sein Reich gegen die Wikinger zu verteidigen. Er errichtete sein Hauptquartier in Athelney, das für die Eindringlinge unzugänglich war. In seinem Testament wird erstmals der Ort Burnhamm erwähnt, dessen Grundherr er war. Der Name setzt sich aus den altenglischen Wörtern Burna ‚Bach‘ und Hamm ‚Siedlung‘ zusammen. Der Name entwickelte sich zu Burnham mit einem m, der Zusatz on-Sea wurde erst im Viktorianischen Zeitalter hinzugefügt, da es in England mehrere andere Städte mit dem Namen Burnham gibt.
Im Mittelalter gehörte Burnham zur Harde Bempstone in Somerset. Laut dem Domesday Book von 1086 zählte der Ort 15 Haushalte, die 60 Hektar Wiesland und 20 Hektar Weideland bewirtschafteten. 1285 erhielt der Ort das Marktrecht für einen jährlichen Markt.
Neuzeit Am 30. Januar 1607 zerstörte eine katastrophale Hochwasser im Bristolkanal große Teile der Küstenregionen von Somerset und Südwales, wobei die Gegend um Burnham besonders betroffen war. Aufgrund der damaligen Wetteraufzeichnungen ist eine Sturmflut, ähnlich der Flutkatastrophe von 1953, die wahrscheinlichste Erklärung für das Ereignis.
Im späten 18. Jahrhundert hatte sich eine kleine Gemeinde etabliert, die sich aus einer Siedlung rund um die Kirche, Häusern in den Küstendünen sowie zahlreichen Bauernhöfen im Landesinneren zusammensetzte und sich vorwiegend der Fischerei und Landwirtschaft widmete.
Im 18. Jahrhundert wurde auf dem Kirchturm ein Leuchtfeuer angebracht, um Fischerboote in den Hafen zu leiten, weil die bei Ebbe freiliegenden Gore Sands immer wieder Schiffbrüchen verursachten. Das Leuchtfeuer wurde 1801 durch den Leuchtturm Round Tower ersetzt, der bis 1832 in Betrieb war. Er wurde durch die beiden Leuchttürme High Lighthouse und Low Lighthouse ersetzt. 1836 erhielt Burnham das erste Rettungsboot.
1833 wurde der Glastonbury-Kanal von Highbridge nach Glastonbury eröffnet, die über den River Brue und einen neu angelegten Kanal führte. Glastonbury war Sitz der Firma der Brüder Cyrus und James Clark, die Hausschuhe, Schuhe und Lammfellteppiche herstellten. 1841 nahm die Bristol and Exeter Railway den Betrieb von Bristol bis Bridgwater auf, die Highbridge bediente. 1854 folgte die Somerset Central Railway (SCR), Highbridge mit Gladstonebury bediente und dazu führte, dass im selben Jahr der Glastonbury-Kanal geschlossen wurde. 1858 wurde die Somerset Central Railway nach Burnham-on-Sea verlängert. Die Gesellschaft fusionierte 1862 mit der Dorset Central Railway (DCR) zur Somerset and Dorset Railway (S&DR), die ab 1863 eine durchgehende Verbindung nach Hamworthy am Poole Harbour an der Kanalküste herstellte und ab 1874 nach Bournemouth verkehrte.
Mit der Erschließung durch die Eisenbahn entwickelte sich der Ort zum Seebad, der Tourismus wurde zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor wurde. Der Hochwasserschutz wurde weiter verbessert: 1911 entstand die breite Strandpromenade, bestehend aus einem breiten Gehweg und einer Uferschutzmauer aus Stahlbeton. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Teile des bei der Landung in der Normandie verwendeten Mulberry-Hafens nach Burnham-on-Sea gebracht und als Hochwasserschutz im Sand vergraben. Nach einer Überschwemmung im Jahr 1981 wurde der Uferschutz entlang der Esplanade für 7,5 Mio. Pfund durch eine etwa eineinhalb Kilometer lange, hohe Betonmauer verstärkt, die 1988 fertiggestellt wurde.
HMS Burnham (H82), ein während des Zweiten Weltkriegs aktiver Zerstörer der Town-Klasse, war nach der Stadt benannt.Artikel zur HMS Burnham auf burnham-on-sea.com. Abgerufen am 28. Mai 2026.
Religion Der überwiegende Teil der Bevölkerung gehört keiner oder einer christlichen Religionsgemeinschaft an. Nicht-christliche Religionsgemeinschaften spielen eine geringe Rolle.Local Area Report für Burnham-on-Sea und Highbridge auf dem Informationssystem nomisweb des Office for National Statistics; abgerufen am 7. Januar 2020. Die älteste Kirche des Ortes ist die anglikanische Kirche St. Andrew's, ein Gebäude aus dem 14. Jahrhundert, das seit 1949 zu den denkmalgeschützten Gebäuden Englands gehört. Es gibt weitere christliche Kirchen der BaptistenHomepage der baptistischen Kirche in Burnham-on-Sea. Abgerufen am 18. Januar 2022. und Methodisten.Homepage der methodistischen Kirche in Burnham-on-Sea. Abgerufen am 18. Januar 2022.
Schulen In der Stadt gibt es mehrere Primary Schools allerdings keine weiterführenden Schulen. die nächste liegt in Highbridge in der gleichen Gemeinde, weitere Schulen dieser Art gibt es unter anderem den entfernteren Nachbargemeinden Bridgwater, Taunton und Weston-super-Mare.Schulen in Burnham auf burnham-on-sea.com. Abgerufen am 7. März 2025.
Infrastruktur mini|Bahnstation "Highbridge & Burnham" Der Ort hatte bis 1963 einen Bahnanbindung unmittelbar am Hafen, wo die Somerset and Dorset Joint Railway endete. Mit dem in Betrieb befindlichen Bahnhof "Burnham & Highbridge" an der Bahnstrecke Bristol–Exeter ist der Ort an das Bahnnetz in England angebunden.
Die Fernstraße A370 verläuft durch den Ortsteil Highbridge und überquert dort auch den River Brue. Die Autobahn M5 führt unmittelbar an der Westgrenze des Ortes entlang. Beide Straßen stellen eine gute Anbindung nach Bristol und Devon her.
Kultur und Sport Im Ort gibt es eine Vielzahl von Sportanlagen, deren Angebot auch stark auf Nutzung durch Touristen ausgerichtet ist. Im Norden liegt seit 1891Darstellung der Geschichte des Golfclubs auf seiner Homepage. Abgerufen am 28. Mai 2026. im Ortsteil Berrow ein 36-Loch-Golfplatz unmittelbar an der Küste, zentral im Ort gibt es ein Sportzentrum mit Schwimmhalle.Angebote der Burnham-on-sea sports & swim academy auf deren Homepage. Abgerufen am 28. Mai 2026. Einige der Sportvereine, wie der Rugby ClubHomepage des Burnham Rugby Football Club. Abgerufen am 17. November 2020., der Bogenschützenverein und der Cricket-ClubDarstellung des Cricket Clubs von Burnham auf seiner Homepage. Abgerufen am 28. Mai 2026. zu einem Dachverband zusammengeschlossen, um die gemeinsame Nutzung von Sportgeländen zu ermöglichen.Selbstdarstellung der Burnham Association of Sports Clubs. Abgerufen am 28. Mai 2026.
Burnham-on-Sea bietet darüber hinaus vielfältige Möglichkeiten für Wassersport wie Surfen, Kitesurfen und Segeln.Zusammenfassung der Wassersportmöglichkeiten in Burnham. Abgerufen am 28. Mai 2026. Es gibt einen Segelverein im Ort.Homepagedes örtlichen Segelsportvereins. Abgerufen am 28. Mai 2026.
Jährlich Anfang November wird in Burnham, wie in mehreren anderen Städten Somersets, ein als „Carnival“ bezeichneter Umzug veranstaltet, der an die gescheiterte Pulververschwörung von 1605 erinnert.Beschreibung des Burnham-on-Sea Carnival auf der Community-Webseite. Abgerufen am 28. Mai 2026. Ein weiteres Ereignis ist das eat:Festival, an dem Burnham jährlich teilnimmtTermine für 2026 auf der Homepage des eat:Festivals. Abgerufen am 28. Mai 2026. und auf dem regionale Küche und Landwirtschaft vorgestellt werden. Beide Ereignisse sind für Burnham auch von touristischer Bedeutung.
Sehenswürdigkeiten Low Lighthouse – niederer, hölzerner Leuchtturm auf Stelzen, der das Wahrzeichen der Stadt ist High Lighthouse – 30 Meter hoher Leuchtturm von 1832, seit 1996 außer Betrieb Round Tower – erster Leuchtturm in Burnham-on Sea, seit 1832 außer Betrieb Burnham Pier – Seebrücke mit Strandpavillon, die ursprünglich als Fähranleger diente Brean Down – etwas 2,5 km lange Landzunge zwischen Burnham-on-Sea und Weston-super-Mare St Andrew's Church – Kirche mit schiefem Turm und Marmorschnitzereien aus dem Palace of Whitehall
Gemeindepartnerschaften Fritzlar, Deutschland Cassis, Frankreich
Söhne und Töchter der Stadt Charles Johnson Brooke (1829–1917), Einer der Weißen Rajas von Sarawak auf Borneo John Anthony Pople (1925–2004), Mathematiker, theoretischer Chemiker und Nobelpreisträger Thomas Alan Stephenson (1868–1961), Zoologe
Weblinks
(britisches Englisch, Zusammenfassung der archäologischen Funde um Burnham)
Einzelnachweise
Kategorie:Seebad in England Kategorie:Ort in Somerset (Unitary Authority)