Das Gefiederte Heiligenkraut (Santolina pinnata) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Heiligenkraut (Santolina) in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Es ist endemisch in der nordwestlichen Toskana verbreitet und wird selten als Zierpflanze verwendet.
Beschreibung mini|Gefiederte Laubblätter mini|Blütenköpfchen mini|Fruchtstand
Vegetative Merkmale Das Gefiederte Heiligenkraut ist ein immergrüner, schwach aromatischer Halbstrauch, der rasig wächst und Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimeter erreicht. Die 2 bis 3,5 Zentimeter langen, gefiederten, grünen Laubblätter der nichtblühenden Sprosse haben jederseits 14 bis 19 zylindrische, 3 bis 6 Millimeter lange, fast kahle Fiederabschnitte. Die blühende Sprosse sind im oberen Teil unbeblättert oder haben nur Hochblätter.
Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli. Die Blütenköpfchen sitzen meist einzeln, manchmal auch zu mehreren auf verzweigten Sprossen und haben einen Durchmesser von 5 bis 10 Millimetern. Sie bestehen aus eilanzettlichen Hüllblättern und weißen bis cremefarbenen Röhrenblüten.
Chromosomensatz Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 9; es tritt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 18 auf.
Vorkommen Das Gefiederte Heiligenkraut ist endemisch in den Apuanischen Alpen in der nordwestlichen Toskana in Mittelitalien verbreitet. Es wächst dort auf Kalkfelsen in Höhenlagen von 500 bis 1500 Metern.
Systematik Die Erstveröffentlichung von Santolina pinnata erfolgte 1802 durch Domenico Viviani in Elenchus Plantarum, S. 31. Das Artepithetum pinnata bedeutet „gefiedert“.
Santolina pinnata gehört zur Sammelart Santolina chamaecyparissus agg. und ist eng mit den drei weiteren in Italien endemischen Heiligenkräutern Santolina etrusca, Santolina ligustica und Santolina neapolitana verwandt.
Verwendung Das Gefiederte Heiligenkraut wird selten als Zierpflanze für vollsonnige, trockenwarme Steingärten und Trockenmauern genutzt. Es ist seit spätestens 1791 in Kultur und gilt als winterhart, sofern es gegen Winternässe geschützt ist.
Die Blütenköpfchen werden in der traditionellen Medizin wie die der Kamille und des Grauen Heiligenkrauts als entzündungshemmende, krampflösende und wurmtreibende Mittel verwendet. Sie enthalten verschiedene Flavonoide, darunter Apigenin, Luteolin und Kaempferol, sowie die zwei Cumarine Scopoletin und Fraxetin. Weitere Analysen identifizierten die Phenolverbindungen Chlorogensäure und Rosmarinsäure sowie die Flavonoide Rutin, Genistein und Myricetin als Hauptbestandteile der mit organischen Lösungsmitteln hergestellten Extrakte. Diese zeigten ein biologisches Potenzial zur Anregung von Antitumor- und entzündungshemmenden Wirkungen.
Literatur
Weblinks
Steckbrief bei Schede di botanica
Einzelnachweise Compositae Working Group (CWG), 2025. Datenblatt Santolina L. In: Global Compositae Database. Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). – In: W. Greuter & Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Santolina chamaecyparissus aggr. In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
Thomas Meyer, Michael Hassler: Datenblatt Santolina pinnata mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Mittelmeer- und Alpenflora. Datenblatt Santolina pinnata bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.
Domenico Viviani: Elenchus Plantarum Horti Botanici J. Car. Dinegro Observationibus quod Novas, vel Rariores Species Passim Interjectis. Genua, 1802, S. 31. eingescannt bei books.google.de.
Kategorie:Anthemideae (Tribus) Kategorie:Zierpflanze Kategorie:Endemische Pflanze Italiens