Die Schweppermann-Kaserne ist eine Truppenunterkunft der Bundeswehr in der bayerischen Gemeinde Kümmersbruck, Ortsteil Gärmersdorf (bis 1971 selbständige Gemeinde). Sie wurde ab 1958 erbaut und 1960 fertiggestellt. Sie erhielt 1964 ihren heutigen Namen, benannt nach dem Feldhauptmann der Reichsstadt Nürnberg Seyfried Schweppermann.Bundeswehr (Hrsg.): Panzerbataillon 123. 1. Juli 1956 bis 1. Juli 1976. 20 Jahre in den Garnisonen Amberg und Gärmersdorf. Festschrift, o. J. (1976), o. O. Sie beherbergte bis 1994 hauptsächlich Panzertruppen. Danach wurde die Kaserne Heimat von Verbänden der Logistiktruppen.

Geschichte 1837 entstand für die Amberger Garnison der Bedarf an einem neuen Übungsgelände. Bei Kümmersbruck bzw. Gärmersdorf wurde 1839 eine Fläche vom Bayerischen Kriegsminister gepachtet. 1914 entstand in Amberg die Leopold-Kaserne in unmittelbarer Nähe zu Gärmersdorf und Kümmersbruck. Zum 1. Januar 1935 wurde die militärische Nutzung des Übungsplatzes bei Gärmersdorf durch die Wehrmacht wieder aufgenommen. Genutzt wurde das Gelände hauptsächlich durch das Artillerieregiment 8. Auf der Liegenschaft befanden sich ein Gasbunker und ein Handgranatenwurfstand. Während des Zweiten Weltkriegs fanden Nutzungen durch die in Amberg eingerichtete Heeresunteroffizier-Schule für Artillerie statt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entschied die Militärregierung 1946, dass der Übungsplatz verpachtet werden soll.Heinz Oster/Wolfgang Sander: Gesicht einer Division. Soldat der „Vierten“ im bayerischen Grenzland. Regensburg 1981, S. 59

Bereits 1951 wurde das Gelände bei Kümmersbruck/Gärmersdorf für eine militärische Nutzung begutachtet. Ab 1954 fanden Übungen des Bundesgrenzschutzes, ab 1956 auch der Bundeswehr auf der Gärmersdorfer Höhe statt. 1957 begannen die Planungen für den Kasernenneubau.

Am 19. Februar 1958 begannen die Bauarbeiten zur Errichtung der Kaserne. Am 18. Oktober 1960 zog das Panzerbataillon 123 in die fertiggestellte Garnison ein. Stationiert wurden hauptsächlich Einheiten und Verbände der Panzerbrigade 12 der 4. Panzergrenadierdivision.

Die Anlage wurde zunächst als „Panzerkaserne“ bezeichnet. Am 22. September 1964 erhielt sie feierlich den Namen „Schweppermann-Kaserne“ verliehen.Deutsche Bundeswehr (Hrsg.): 1. Juli 1956 bis 1. Juli 1976: Panzerbataillon 123. 20 Jahre in den Garnisonen Amberg und Gärmersdorf. Chronik, o. J. (1976), o. O.

Trotz der Umgliederung der 4. Panzergrenadierdivision in eine Jägerdivision im Zuge der Umsetzung der Heeresstruktur 3 ab 1970 und der erneuten Strukturänderung in eine Panzergrenadierdivision mit der Einnahme der Heeresstruktur 4 1981 blieben die Auswirkungen auf die in Kümmersbruck stationierten Dienststellen begrenzt. Es kam jedoch ein teilgekadertes und gemischtes Panzerbataillon hinzu.

Das Ende des Kalten Krieges und der für die Deutsche Wiedervereinigung ausgehandelte Zwei-plus-Vier-Vertrag mit einer Truppenbegrenzung der Bundeswehr brachte zwar für den Standort Kümmersbruck keine Standortschließung. Doch fielen die Panzerbataillone 121, 123 und 124 den Kürzungen bis 1994 zum Opfer. Durch die Stationierung eines Transportbataillons ab 1994 änderte sich die Kaserne zur Heimat von Logistiktruppen.

Das Stationierungskonzept der Bundeswehr von 2001 änderte hieran nichts. Es sollten 1000 Dienstposten in der Kaserne verbleiben.

Erreicht wurden 2004 insgesamt 990 Dienstposten, die nach dem Konzept vom November 2004 auf 1100 Soldaten erhöht werden sollten. Größere Neustationierungen waren jedoch nicht geplant.

Im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr wurde im Oktober 2011 das nächste Stationierungskonzept veröffentlicht. Der Standort Kümmersbruck war auf 1190 Dienstposten angewachsen, sollte nunmehr jedoch auf 980 reduziert werden. Die Auflösung größerer Dienststellen war damit nicht verbunden.

2015 plante der Bund für den Neubau eines Sanitätsversorgungszentrums und einer Umschlaghalle mit Ausgaben von 27 Millionen Euro. 2016 entschied der Bund, die Investitionen in Aus-, Um- und Neubauten der Schweppermann-Kaserne auf 112,5 Millionen Euro zu erhöhen. Geplant wurden insbesondere 400 neue Einzelunterkünfte, ein zentrales Waffenkammergebäude, ein Lager- und ein Lehrsaalgebäude sowie ein Sanitätszentrum. Bis 2020 konnte das Lehrsaalgebäude fertiggestellt werden.

Im April 2019 begannen die Arbeiten zur Errichtung eines Neubaus für das Sanitätsversorgungszentrum und Facharztzentrum Kümmersbruck. Im September 2020 fand aufgrund der COVID-19-Pandemie anstelle eines Richtfestes nur eine Baubegehung statt. Die Kosten für das Gebäude lagen bei rund 11 Millionen Euro. Im Mai 2023 wurde das Gebäude nach seiner Fertigstellung der Bundeswehr übergeben.

Folgende Einheiten, Verbände, Dienststellen und Stäbe waren bzw. sind in der Schweppermann-Kaserne stationiert:

Einheit Stationierung ab Herkunft Stationierung bis Verbleib Panzerbataillon 12318. Oktober 1960verlegt nach Aufstellung zum 1. Juli 1956 als Panzerbataillon 4 aus dem Bundesgrenzschutz in Amberg, Leopold-Kaserne, und Umbenennung zum 16. März 1959 in Panzerbataillon 12330. September 1994aufgelöstPanzerbataillon 12418. Oktober 1960verlegt nach Aufstellung zum 1. Juni 1959 aus Abgaben des Panzerbataillons 123 in Amberg30. September 1992aufgelöstPanzerpionierkompanie 12020. Oktober 1960neu aufgestellt30. Juni 2003aufgelöstBallistischer Wetterzug 2011960neu aufgestellt30. September 1975in Geophysikalischer Messzug 200 umbenanntPanzerbataillon 1141. September 1962neu aufgestellt7. Januar 1963verlegt nach Hohenfels, Truppenübungsplatz, am 5. März 1963 weiterverlegt nach Neunburg vorm Wald, Pfalzgraf-Johann-Kaserne, dort zum 1. Oktober 1970 in Panzerjägerbataillon 114 umgegliedert Materialausstattung Sanitätsbereich 62/21. Juli 1972neu aufgestellt30. September 1998aufgelöstZahnstation (Terr) H 6341. Juli 1972neu aufgestellt31. März 1981in Zahnarztgruppe 601/1 umbenanntInstandsetzungskompanie 1201. April 1974aus 4./Versorgungsbataillon 12631. März 1993in 2./Gebirgsinstandsetzungsbataillon 8 umbenanntGeophysikalischer Messzug 2001. Oktober 1975aus Ballistischer Wetterzug 20130. September 2003aufgelöst1./Panzerbataillon 121 TE 351. April 1981Heinz Oster/Wolfgang Sander: Gesicht einer Division. Soldat der „Vierten“ im bayerischen Grenzland. Regensburg 1981, S. 186neu aufgestellt30. September 1992aufgelöst1./Panzerbataillon 121 TE 361. April 1981neu aufgestellt30. September 1992aufgelöst3./Panzerbataillon 1211. April 1981neu aufgestellt30. September 1992aufgelöst4./Panzerbataillon 1211. April 1981.neu aufgestellt30. September 1992aufgelöstZahnarztgruppe 601/11. April 1981aus Zahnstation (Terr) H 63431. Dezember 1998aufgelöstKasernenfeldwebel Kümmersbruck1. Juni 1984neu aufgestellt31. März 1999aufgelöstFahrschulgruppe Kümmersbruck1985neu aufgestellt31. März 1994in Kraftfahrausbildungszentrum Kümmersbruck umgegliedertStandortfernmeldeanlage 627/205neu aufgestelltaufgelöst2./Gebirgsinstandsetzungsbataillon 81. April 1993aus Instandsetzungskompanie 12030. September 1993in 4./Instandsetzungsbataillon 210 umbenannt4./Instandsetzungsbataillon 2101. Oktober 1993aus 2./Gebirgsinstandsetzungsbataillon 81996in 3./Instandsetzungsbataillon 4 umbenanntTransportbataillon 270 (teilaktiv)3. Februar 1994verlegt nach Aufstellung am 1. Oktober 1971 in Nürnberg, Infanterie-Kaserne25. Februar 1994aufgelöst und zur Aufstellung des Gebirgstransportbataillon 83 herangezogenGebirgstransportbataillon 8325. Februar 1994aus Transportbataillon 270 (teilaktiv)22. September 2003in Logistikbataillon 472 umbenanntKraftfahrausbildungszentrum Kümmersbruck1. April 1994aus Fahrschulgruppe KümmersbruckheuteGeophysikalischer Messzug Kümmersbruck1. April 1994neu aufgestellt31. Dezember 2003aufgelöst3./Instandsetzungsbataillon 41996aus 4./Instandsetzungsbataillon 21022. September 2003in 2./Logistikbataillon 472 umbenanntLogistikbataillon 47222. September 2003aus Gebirgstransportbataillon 83heuteFachsanitätszentrum Kümmersbruck (mit Verstärkungsreserve)1. Januar 2007neu aufgestellt30. September 2015aufgelöstBundeswehr Informationstechnik GmbH Kümmersbruck1. November 2009neu aufgestelltheuteVerband der Reservisten der Bundeswehr Kümmersbruck1. November 2009neu aufgestelltheuteWallmeistertrupp Kümmersbruck1. Februar 2013neu aufgestelltheuteFamilienbetreuungszentrum Kümmersbruck1. Februar 2013neu aufgestelltheuteFreiwillige Reservistenarbeit Kümmersbruck1. Februar 2013neu aufgestelltheuteRegionale Sicherungs- und Unterstützungskompanie Oberpfalz (Ergänzungstruppenteil 2)1. April 2013neu aufgestellt31. Juli 2021in Heimatschutzkompanie Oberpfalz (Ergänzungstruppenteil 2) umbenanntStandortältester Kümmersbruck mit Unterstützungspersonal1. April 2013neu aufgestelltheuteRegionale Sicherungs- und Unterstützungskräfte Kümmersbruck mit Unterstützungspersonal1. Juni 2013neu aufgestelltheuteEvangelisches Militärpfarramt Kümmersbruck1. Oktober 2013neu aufgestelltheuteAerologischer Messzug Kümmersbruck1. Oktober 2013neu aufgestelltheuteSanitätsunterstützungszentrum Kümmersbruck1. Januar 2015neu aufgestelltheuteSanitätsstaffel Einsatz Kümmersbruck1. Januar 2015neu aufgestelltheuteLogistikzentrum der Bundeswehr – Logistische Steuerstelle 51. April 2017neu aufgestellt31. März 2019aufgelöstMaterialprüftrupp IV/41. April 2017neu aufgestellt31. März 2019aufgelöstV. Umschlagzug Luft1. Oktober 2017neu aufgestellt31. Oktober 2018aufgelöstVI. Umschlagzug Luft1. Oktober 2017neu aufgestellt31. Oktober 2018aufgelöstSteuerung Regionale Logistische Aufgaben1. April 2018neu aufgestelltheuteLogistische Steuerstelle Kümmersbruck1. April 2018neu aufgestelltheuteMaterialprüftrupp Kümmersbruck1. April 2018neu aufgestelltheuteHeimatschutzkompanie Oberpfalz (Ergänzungstruppenteil 2)1. August 2021aus Regionale Sicherungs- und Unterstützungskompanie Oberpfalz (Ergänzungstruppenteil 2)31. Dezember 2023in 8./Heimatschutzregiment 1 (Ergänzungstruppenteil 2) umbenannt8./Heimatschutzregiment 1 (Ergänzungstruppenteil 2)1. Januar 2024aus Heimatschutzkompanie Oberpfalz (Ergänzungstruppenteil 2)heute

Weblinks Informationen der Bundeswehr zum Standort Kümmersbruck Fernsehbericht Oberpfalz-TV: Wiedereröffnung der Ausstellung „Schweppermannkaserne 1960 bis heute“

Einzelnachweise

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