Geld kennt keine Grenzen ist der siebte Fernsehfilm der achtteiligen Reihe Interpol (1963–1967). Er ist die nicht chronologische Fortsetzung des Films Geld Geld Geld – Zwei Milliarden gegen die Bank von England und war wie mit diesem und Ich war Cicero für die eigenständige Filmreihe Streng geheim vorgesehen, die nie realisiert wurde.

Handlung Fortsetzung des ersten Teils über die Geldfälschung von britischen Pfundnoten. Otto Kachube und Co im Würgegriff der SS versuchen weiterhin möglichst echt wirkendes Geld herzustellen, werden aber nur noch kurz in einer Szene gezeigt.

Allerdings muss das Geld auch in Umlauf gebracht werden. Dazu wird der Betrüger Willi Wendlandt aus dem Gefängnis geholt, zum Major ernannt und soll dafür eine Provision von 33 % erhalten. In Meran (Italien) wird eine Villa gekauft, die als Hauptquartier der Operation dienen soll und spannt von dort ein europaweites Netz zur Verteilung. Das Geld wird auch in Gegenständen versteckt, obwohl die Verteiler über diplomatische Immunität verfügen.

In einem österreichischen Dorf, welches den Nazis kritisch gegenüber steht, inszeniert Wendtland sich als Widerstandskämpfer Herr Schröder und will sich nach der erwartenden Niederlage dort ansiedeln. Den Dorfbewohnern verspricht er sogar Waffen aus Deutschland zu besorgen, was ihm auch gelingt.

Da ohnehin das Ende des Krieges naht, werden die Pläne zum Ausstieg immer konkreter. Nach dem Selbstmord von Adolf Hitler beordert Klingenberg Wendtland nach Berlin zurück und zeichnet ihn zunächst vor versammelter Mannschaft aus. Danach sprechen beide allerdings unter vier Augen, um Pläne für nach dem Krieg zu besprechen. In Zürich soll bei einer Bank Geld für Klingenberg hinterlegt, worüber dieser nach dem Krieg verfügen kann. Danach wird er von SS-Hauptsturmführer Kugler zu Heinrich Himmler gebracht. Das Treffen wird im Film aber nicht gezeigt.

Zum Schluss des Films wird der Betrüger Wendtland selbst betrogen. Fingierte FBI-Agenten, Freunde von SS-Hauptsturmführer Kugler, bringen den Koffer mit Wertgegenständen in ihre Gewalt, den Wendtland in der Kirche des österreichischen Dorfes versteckt hatte.

Historischer Hintergrund Die Figur Willi Wendlandt basiert auf den SS-Sturmbannführer Friedrich Schwend, der den Decknamen Dr. Fritz Wendig trug. Im Auftrag und unter Kontrolle des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) war er Vertriebsleiter der Fälschungsoperation Aktion Bernhard. Die im Film erwähnten Unterhändler gab es auch in der Realität; Schwend arbeitete insbesondere mit Alberto Crastan, Georg Gyssling und Jaac van Harten zusammen. Die im Film angedeutete Nachsorge für Angehörige des Nazi-Regimes hat es tatsächlich gegeben. Über diese später so genannten Rattenlinien gelang es einer großen Zahl von NS-Tätern, Faschisten und Kollaborateuren aus verschiedenen europäischen Ländern, einer strafrechtlichen Verfolgung nach Ende des Krieges zu entgehen.

Andere Filme zum Thema

Auch andere Filme, mit mehr oder weniger Dokumentationscharakter, haben sich mit der Thematik beschäftigt: 1959: Der Schatz vom Toplitzsee, Regie: Franz Antel, mit Joachim Hansen, Sabina Sesselmann und Gert Fröbe 2007: Die Fälscher, Regie: Stefan Ruzowitzky, mit Karl Markovics, August Diehl, Devid Striesow und Marie Bäumer, Das Drehbuch basiert auf dem Buch Des Teufels Werkstatt. Im Fälscherkommando des KZ-Sachsenhausen von Adolf Burger von 1989. 2008: Die echten Fälscher. Hitlers Fälscher, die Operation Bernhard, Regie: Christian Giesser, 45 min, Dokumentation mit Zeitzeugen wie den KZ-Überlebenden Wolfgang Löhde, Adolf Burger, Isaak „Jack“ Plapler, Hans Walter, Gerhard Zauner 2003: Ein jüdischer Naziagent in Tel Aviv, Recherche: Shraga Elam, Regie: Franz J. Halle, RAI

Weblinks

Interpol: Geld kennt keine Grenzen auf www.tv-krimis.info

Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmtitel 1966 Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Kriminalfilm