mini|hochkant|Porträt von Shao Yuanjie aus dem Werk „Lobpreisung des mit dem Titel ‚Herr der Großen Harmonie‘ Geehrten“ ()
Shao Yuanjie (; * 1459 in Guixi oder Anren; † 1539 in Peking), dessen Volljährigkeitsname (; ) Zhongkang () und Künstlername Xueya () lautete, war ein Han-Chinese der 1459 im 3. Jahr der Tianshun-Ära geboren wurde. Er stammte aus Guixi in der Provinz Jiangxi (wobei einige Quellen Anren (), das heutige Yújiāng, als Herkunftsort nennen). Shao Yuanjie war ein daoistischer Priester der Zhengyi-Schule (, ) während der Ming-Dynastie. Da er beim Jiajing-Kaiser (Kaiser Shizong) in hoher Gunst stand, wurde er mit der Aufsicht über daoistische Angelegenheiten betraut; posthum erhielt er den Ehrentitel „Wenkang Rongjing“ () sowie den Ehrenrang eines „Junior Preceptor“ (Shaoshi; Junior-Tutor; ; ). Sein posthumer Titel wurde jedoch in den frühen Jahren der Regierungszeit Longqings (1567) wieder aberkannt. Er verfasste das Taihe Wenji (, „Gesammelte Schriften von Taihe“), von dem eine Druckausgabe aus der Jiajing-Ära erhalten geblieben ist.
Seine Schüler waren Chen Shandao () und Tao Zhongwen (), den er später als sein Nachfolger empfahl.
Seine Ehrentitel lauteten: „Qingwei Miaoji Shoujing Xiuzhen Ningxuan Yanfan Zhimo Bingcheng Zhiyi Zhenren, Minister des Ritenministeriums, posthum zum Shaoshi (Junior-Großlehrer) erhoben“ (von Kaiser Shizong der Ming-Dynastie verliehen)
Leben Bereits im Alter von dreizehn Jahren wohnte er im Shangqing-Palast () auf dem Berg Longhu () und studierte bei Fan Wentai (), Li Bofang () und Huang Taichu (). Er schlug die Berufung durch Prinz von Ning, Zhu Chenhao () aus und schweifte ungezwungen durch die Welt der Flüsse und Seen umher.
Der Ming-Kaiser Shizong (der Jiajing-Kaiser) war den Geistern und Göttern sowie daoistischen Ritualen sehr zugetan und verbrachte Tag und Nacht mit Fasten- und Opferzeremonien. Im dritten Jahr der Jiajing-Ära (1524) wurde er nach Yanjing (Peking) berufen. Bei einer Audienz in einem Seitenpalast hinterließ er einen ausgezeichneten Eindruck und gewann die Wertschätzung des Kaisers. Man ließ ihn im Palast des Erscheinenden Geistes (, Xianling-Gong) wohnen, wo er ausschließlich für Gebete und Opferhandlungen zuständig war. Dort fungierte er als Spezialist für Rituale, die Regen und Schnee, männliche Erben sowie die allgemeine kosmische Ordnung sichern sollten.
Im fünften Jahr der Jiajing-Ära (1526) verlieh ihm der Kaiser den Titel „Vollkommener Mensch, der Aufrichtigkeit bewahrt und zur Einheit gelangt“ (). Ihm wurde die Aufsicht über die drei Tempel Chaotian-Gong (), Xianling-Gong () und Lingji-Gong () übertragen; zugleich erhielt er die Oberleitung des Daoismus. Als Zeichen seiner Würde wurden ihm jeweils ein Siegel aus Jade, Gold, Silber und Elfenbein verliehen. Aufgrund seiner Verdienste bei Gebets- und Opferzeremonien wurde er wiederholt befördert und reich belohnt.
Im neunten Jahr der Jiajing-Ära (1530) wurde ihm der Rang eines Beamten der zweiten Klasse verliehen („Rangstufe 2“). Im November des folgenden Jahres ließ man im Qin’an-Palast () eine große Gebets- und Opferzeremonie (jiao-Ritual) errichten. Der Minister für Riten, Xia Yan (), wurde zum Aufsichtsbeauftragten des Ritualaltars ernannt; die Vizeminister Zhan Ruoshui () und Gu Dingchen () fungierten als Zeremonialbeamte für die Begrüßung und Prozession der Opfergaben. Die hohen Zivil- und Militärbeamten brachten an aufeinanderfolgenden Tagen Weihrauch dar, während der Kaiser persönlich am ersten und letzten Tag der Zeremonien die vorgeschriebenen Riten vollzog.
Im elften Jahr der Jiajing-Ära (1532) ließ der Kaiser per Erlass westlich der Stadt eine Residenz für den „Wahren Meister“ (Zhenren; ) errichten. Jährlich wurden ihm 100 shi Getreide als Besoldung gewährt. Vierzig militärische Bedienstete wurden zugeteilt, um die Reinigungs- und Unterhaltsarbeiten zu verrichten. Ferner erhielt er 30 qing Landgüter als Schenkung, und diese wurden von Steuern und Abgaben befreit. Darüber hinaus wurden seinem Vater, seiner Mutter und seinem Lehrer Fan Wentai () posthume Ehren und Titel verliehen. Auch seine Enkel und Urenkel erhielten Ämter. Da Kaiser Shizong um einen männlichen Thronerben betete, befahl er Yuanjie mehrfach, daoistische Opfer- und Gebetszeremonien (Jiao-Rituale) abzuhalten.
Im fünfzehnten Jahr der Jiajing-Ära (1536), im zwölften Monat, wurde anlässlich der Geburt eines kaiserlichen Thronerben (der Erstgeborene war 1533 früh verstorben, der zweite wurde 1536 geboren) die Verdienste des „Wahren Meisters“ Shao Yuanjie bei Gebeten und Opferzeremonien offiziell anerkannt. Er erhielt zusätzlich das Amt des Ministers des Ritenministeriums () und wurde mit Rang, Gewand und Bezügen der ersten Beamtenklasse ausgestattet. Ferner wurden ihm Silber, kostbare Seidenstoffe, eine prachtvolle Krone, daoistische Zeremonialgewänder sowie ein Pelzmantel aus Zobelfell verliehen. Auch sein Großneffe (oder Neffe und Enkel der Familie) Shao Qinan () erhielt ein Amt; darüber hinaus wurden Angehörige seiner Familie mit unterschiedlichen Rang- und Besoldungsstufen bedacht. Zudem wurde ihm 40 Soldaten der kaiserlichen Garde zur Verfügung gestellt und der Kaiser ließ für Shao in dessen Heimatstadt ein daoistisches Kloster errichten.
1539 reiste der Kaiser nach Zentralchina, doch Shao war zu krank, um ihn zu begleiten. Stattdessen empfahl er den Taoisten Tao Zhongwen als seinen Nachfolger. Nachdem er in Peking verstorben war, vergoss der Kaiser Tränen um ihn. Er verlieh ihm posthum den Titel Shaoshi (, „Junior-Großlehrer“ bzw. „Vize-Großmentor“) und bewilligte zehn staatliche Opferzeremonien zu seinen Ehren. Hofeunuchen sowie Angehörige der Jinyiwei (der kaiserlichen Leibgarde und Geheimpolizei) wurden entsandt, um den Trauerzug zu begleiten und den Leichnam in die Heimat zurückzuführen. Die örtlichen Behörden wurden angewiesen, das Begräbnis auszurichten, und zwar nach den Zeremonialvorschriften eines Grafen (). Die Beamten des Ritenministeriums schlugen zunächst den posthumen Ehrennamen Rongjing ( vor, doch dies entsprach nicht dem Wunsch des Kaisers. Daraufhin unterbreiteten sie den Alternativvorschlag Wenkang (). Der Kaiser entschied, beide Bezeichnungen zu verwenden, sodass der endgültige posthume Name Wenkang Rongjing () aus 4 statt den üblichen 2 Schriftzeichen, lautete. Daraus lässt sich erkennen, wie tief die Verehrung und Wertschätzung war, die Kaiser Shizong ihm entgegenbrachte.
Fünfzehn Jahre lang genoss er das Vertrauen und die Gunst Kaiser Shizongs und erreichte eine Stellung von höchster Bedeutung im Reich. Dennoch verhielt er sich stets vorsichtig und zurückhaltend, mischte sich nur selten in die Regierungsgeschäfte ein und widmete sich stattdessen ganz Gebeten und Opferzeremonien. Damals sagte man:
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Geboren 1459 Kategorie:Gestorben 1539 Kategorie:Mann Kategorie:Wikipedia:Geburts- oder Sterbeort unbekannt