Marguerite Harl (* 3. April 1919 in Dax; † 30. August 2020 in Paris) war eine französische Gräzistin. Als Spezialistin für die Septuaginta und Autorin einer Referenzausgabe dieses Textes war sie bis 1986 Professorin an der Universität Paris IV.
Leben Marguerite Harl besuchte das Lycée in Albi und war anschließend Schülerin in der Hypokhâgne. Sie setzte ihr Studium an der geisteswissenschaftlichen Fakultät in Université Toulouse–Jean Jaurès fort und bereitete sich auf die agrégation féminine de lettres vor, die sie 1941 erfolgreich ablegte. Sie war Lehrerin am Mädchenlyzeum in Cahors, am Lycée Saint-Sernin und ab 1949 in Saint-Germain-en-Laye. 1957 verteidigte sie unter der Leitung von Henri-Irénée Marrou ihre Dissertation mit dem Titel Origène et la fonction révélatrice du Verbe incarné („Origenes und die offenbarende Funktion des fleischgewordenen Wortes“) und war anschließend von 1958 bis 1986 Professorin für Altgriechisch an der Fakultät für Literaturwissenschaft in Paris. Als Spezialistin für Patristik und die postklassische griechische Sprache widmete sie den Großteil ihrer Forschungsarbeit Philon von Alexandria und der Septuaginta.
Französische Ausgabe der Septuaginta Marguerite Harl gründete 1986 bei Éditions du Cerf die Reihe La Bible d’Alexandrie, in der unter ihrer Leitung eine französische Übersetzung der Septuaginta in Einzelbänden veröffentlicht wurde. Marguerite Harls Arbeiten zur Septuaginta gelten als Referenzwerke.
Schriften (Auswahl)
Festschrift
Einzelnachweise
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