Janine zieht aufs Land ist ein deutscher Spielfilm von Jan Eilhardt aus dem Jahr 2025. Die Uraufführung fand am 18. Februar 2025 im Forum der Internationalen Filmfestspiele Berlin statt.

Handlung Janine will zurück aufs Dorf. Gemeinsam mit ihrem asthmatischen Partner Pierre verlässt sie Berlin und kehrt in das Dorf ihrer Jugend, in den Harz, zurück. Die Rückkehr ist zugleich ein Versuch, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen: Als Kind und Jugendliche hatte Janine dort wegen ihrer Transidentität und ihres queeren Auftretens Anfeindungen erlebt, wurde jedoch von ihrer Mutter Brigitte unterstützt.

Im Dorf begegnet Janine einer Umgebung, die sich seit ihrer Jugend nur wenig verändert zu haben scheint. Beleidigungen, Übergriffe und neugierige Blicke begleiten sie und Pierre im Alltag. Besonders der junge Nachbar Peter, der mit seiner Mutter und seinem Bruder Enrico im Nachbarhaus lebt, reagiert auf Janine zugleich aggressiv und fasziniert. Janines Auftreten wird für ihn zur Provokation, weckt aber auch eigene Sehnsüchte und Verunsicherungen.

Der Film verbindet die fiktive Handlung mit privaten Videoclips und Fotos aus Eilhardts Vergangenheit. Dadurch wird Janines Rückkehr auch als Auseinandersetzung mit queerer Erinnerung, familiären Verletzungen und ländlicher Ausgrenzung inszeniert.

Jan Eilhardt übernahm unter dem Namen Janine Lear selbst die Hauptrolle. Der Film verbindet eine fiktionale Handlung mit privaten Videoclips und Fotografien aus Eilhardts Vergangenheit. Dadurch entsteht eine Mischform aus Spielfilm, autobiografischer Selbstbefragung und queerer Dorfgroteske.

Rezeption Im Katalog der Berlinale heißt es: „Jan Eilhardt übersetzt die Begegnung in einen campigen, erotisierenden und bisweilen auch dramatischen Rundumblick auf ein feindseliges Milieu. Alte Wunden konfrontierend, unterwandert Janine dieses lasziv, musikalisch und mit der Zuversicht einer, die sich noch nie etwas beweisen musste.“

Olivia Popp schreibt für Cineuropa: „Die Kameraführung von Irene Cruz wirkt jedoch genau in den richtigen Momenten fließend und intim nah. Die manchmal freche, manchmal unheimliche, in Moll gehaltene Cembalo-Musik greift auf berühmte Klavierwerke aus dem Barock und der Romantik zurück (J. S. Bach, Camille Saint-Saëns) und inszeniert das Dorf als einen befremdlichen Ort. Der Film kombiniert fiktionales Filmmaterial mit Archivvideos und Fotos und entfaltet sich als eine Erkundung queerer, transsexueller und geschlechtsuntypischer Konfrontationen mit traumatischen oder feindseligen Umgebungen der Vergangenheit, die etwas unter der Oberfläche verbergen.“

Der Filmdienst beschrieb Janine zieht aufs Land als autobiografisch inspirierte Dorf-Tragikomödie und hob den eigenwillig-leisen Humor, den markanten Soundtrack und die Figurenzeichnungen hervor. Der Filmdienst hebt die spielerische Inszenierung mit direkter Publikumsansprache, Splitscreen und Musikeinlagen hervor, die zugleich das Lebensgefühl eines wirtschaftlich abgehängten Provinzorts einfange und vom Schmerz sozialer Ausgrenzung sowie vom Druck binärer Rollenbilder erzähle.

Auszeichnungen Janine zieht aufs Land war für den Teddy Award 2025 nominiert.

2025: Bester Spielfilm beim Pornfilmfestival Berlin.

Weblinks

Janine zieht aufs Land bei Mubi

Janine zieht aufs Land beim deutschen Verleih Salzgeber

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2025 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Transgeschlechtlichkeit im Film