mini|Buchdeckel der Erstausgabe 1934Wer einmal aus dem Blechnapf frißt ist ein Roman von Hans Fallada aus dem Jahr 1934. Inhalt Handlung Der wegen Unterschlagung und Urkundenfälschung zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilte Buchhalter Willi Kufalt wird nach Verbüßung seiner Haftstrafe entlassen. Er findet jedoch in der Freiheit keinen Weg zurück in ein geregeltes bürgerliches Leben, scheitert und landet letztlich wieder in Haft.
Erstes Kapitel: Reif zur Entlassung Im Zuchthaus sind es noch drei Tage bis zur Entlassung Kufalts nach fünf verbüßten Jahren Strafe. Kufalt fragt sich, wie es in der Freiheit werden wird. Er hat keinen Plan. Der Mithäftling Emil Bruhn steht ebenfalls zur Entlassung an und versucht Kufalt davon zu überzeugen, dass es besser sei, in der Kleinstadt, in der die Strafanstalt liegt, zu bleiben. Dort sei man den Umgang mit früheren Häftlingen gewohnt. Kufalt will jedoch nach Hamburg, wo man in der großen Menge der Einwohner weniger auffalle. Eine Auseinandersetzung mit dem Netzekalfaktor zeigt, dass Kufalt es gut versteht, sich in dem geschützten Bereich des Zuchthauses erfolgreich durchzusetzen. Ihm ist klar, wie gut er sich hier eingelebt hat. Wie glatt alles läuft, weil er sich zu verhalten weiß. Und alles ist geregelt, Eigeninitiative oder Entscheidungen nicht nötig. Bei einem Radioabend verabredet sich Kufalt mit dem Mithäftling Batzke für ein Treffen in Freiheit auf dem Rathausplatz in Hamburg. Batzke ist, anders als Bruhn, für seine „krummen Dinger“ bekannt. Nachdem ein Schließer davon berichtet, dass es inzwischen „draußen“ fünf Millionen Arbeitslose gibt, überfallen Kufalt trübe Gedanken, Unsicherheit und Furcht vor eigenen Schwächen.
(11 Abschnitte)
Zweites Kapitel: Die Entlassung In einer der letzten Nächte in Haft kommt Kufalt wieder der Traum von seiner letzten Flucht vor der Festnahme, wie er ungeschickt den Rest seiner Beute verlor, viel trank und sich schließlich stellte. Dies habe "seinen Stolz für immer geknickt, … nicht einmal zum Ganoven taugt er." Im Abschlussgespräch bei dem gutmütigen Gefängnisdirektor sagt dieser Kufalt zu, dass ihm sein gesamtes Arbeitsgeld ausgezahlt wird. Außerdem legt der Direktor ihm nahe, in ein Heim in Hamburg zu gehen, wo er bei freier Kost und Logis Adressen schreiben kann. Ein geschützter Bereich. Kufalt eignet sich vor der Verteilung einen an ihn adressierten Einschreibbrief an, der im Auftrag seines Schwagers geschrieben wurde. Die Familie lehnt es darin strikt ab, mit ihm Kontakt zu haben. Eine Stellung oder finanzielle Unterstützung käme nicht in Frage. Punkt. Als Kufalt erfährt, dass in der amtlichen Abmeldung stehen soll, dass er aus der Haftanstalt kommt, wehrt er sich mit Hinweis auf die Haftvorschrift heftig. Er trägt die Beschwerde dem Polizeiinspektor vor, der darauf hinweist, dass die Vorschrift nicht umsetzbar sei. Kufalt beschwert sich und der Inspektor willigt schließlich ein, eine Abmeldung vom Meldeamt holen zu lassen. Als kleine Strafe für sein Aufbäumen soll Kufalt erst am frühen Nachmittag, nicht wie üblich um sieben Uhr entlassen werden. Er kenne ja die Vorschrift nur zu gut. Erst nachmittags hätte er seine Strafe voll verbüßt. Die Arbeitsbelohnung beträgt 313,87 Mark. Anders als vom Direktor mündlich zugesagt, soll er nur 15 Mark bar erhalten. Er lässt sich zur erneuten Beschwerde beim Pastor vorführen. Dort stimmt er dem Aufnahmeantrag für das Friedensheim zu – sein Geld ist nun dorthin zu überweisen. Ein Wachtmeister meint, es sei alles leichter gewesen, wenn er nicht immer mit dem Kopf durch die Wand wollte. Und er lacht sich schief darüber, dass Kufalt in das Friedensheim geht – da brauche er kein Geld. Kurz vor dem Entlassungstag wird die ganze Haftanstalt nach dem Brief durchsucht, den Kufalt unberechtigt an sich genommen hatte. Schließlich entschuldigen sich die Beamten bei Kufalt für das Abhandenkommen. Im Gegenzug erreicht dieser, dass ihm doch sein ganzes Arbeitsgeld ausgezahlt werden soll. Am Entlassungstag beschleichen Kufalt wieder schlimme Befürchtungen für seine Zukunft, obwohl er alles richtig machen will. Schließlich erhält er sein Geld und darf gehen. Er schaut sich nicht um.
(14 Abschnitte)
Drittes Kapitel: Friedensheim Im Zug nach Hamburg ärgert sich K, dass er bis zur Abfahrt schon 5,63 Mark unnötig ausgegeben hatte. Im Friedensheim angekommen, spielt sich der Leiter, der "Vater" zu nennende Herr Seidenzopf, so auf wie ein Wachtmeister in der Haftanstalt. Damit kann Kufalt gut klar kommen. Aber sein Geld wird in Verwahrung genommen. Er unterschreibt die Hausordnung, ohne sie lesen zu können. Gearbeitet wird in der Schreibstube, wo zehn bis zwölf Mann Adressen tippen. Ein junger Herr Petersen tritt auf, er soll eine Art Betreuer sein. Beerboom, ein anderer Bewohner des Friedensheims, stänkert auf dem Polizeirevier bei der Anmeldung. Als Kufalt fragt, was das solle, meint er, er habe einfach Wut. Neun Stunden pro Tag sind zu schreiben. Maack, ein Aushäusiger, wird gelobt: Er schreibt Adressen wie eine Maschine. Kufalt musste erst eine Schreibmaschine reinigen und erstreitet sich dafür bei Seidenzopf eine Mark Lohn. Der eigentlich Verantwortliche Pastor Marcetus kommt in das Heim und lässt sich Kufalt vorführen. Es kommt zu heftigem Streit, da der Pastor alle möglichen Vorwürfe macht. Schließlich wirft er Kufalt Diebstahl vor, da er mit hundert Mark mehr kam, als er haben konnte. Daraufhin trickst Kufalt ihn nach allen Regeln der Kunst mit dem verschwundenen Einschreibbrief in der Anstalt aus und geht im Zorn. Bei einem sonntäglichen Abendausgang mit Petersen setzt Kufalt sich eine halbe Stunde ab und sucht Batzke auf dem Rathausplatz, ohne ihn zu finden. Nach zwei bis drei Wochen werden Kufalts Pläne, aus dem Heim auszuziehen, konkreter. Marcetus lehnt alles ab. Einen Sonntag dürfen die beiden ständigen Insassen mit Petersen einen ganzen Tag weg und bekommen dafür auch Geld vom Heim. Es geht nach Blankenese. Maack verrät: Es steht das Jubiläum des Friedensheims bevor. Kufalt schleicht sich in Blankenese davon und fährt zurück zum Friedensheim. Dort ist alles verändert: fein herausgeputzt! Als eine Besuchergruppe auf Kufalt trifft, hält der dicht und verrät nicht, wie es sonst so zugeht. Dafür verkündet Marcetus, dass er unmittelbar vor der Entlassung in eine Wohnung in der Stadt stehe. Kufalt ist es zufrieden.
(12 Abschnitte)
Viertes Kapitel: Der Weg ins Freie Kufalt zieht aus dem Friedensheim aus und findet ein Zimmer. Dort kommen auch seine erwarteten Sachen an. Als er von einer Besorgung zurückkommt, wird er aufgefordert, sofort wieder auszuziehen – an Zuchthäusler brauche man nicht zu vermieten. Beerboom hatte geplaudert. Kufalt findet noch am selben Abend ein sehr nettes anderes Zimmer bei Witwe Behn. Am nächsten Morgen nimmt er sich Beerboom in der Schreibstube vor und warnt ihn, noch einmal etwas über seine Vorgeschichte auszuplaudern. Beim Einräumen des Zimmers mit der Vermieterin taucht Tochter Liese auf. Kufalt und Maack werden aus der Schreibstube des Friedensheims in die Schreibstube Presto versetzt, die auch zu Pastor Marcetus gehört. Dort ist ein gewisser Jauch Bürovorsteher. Auf dem Weg rechnet Maack Kufalt vor, wie man mit 70 Mark im Monat über die Runden kommt. Kufalt meint, das sei aber kein Leben. Die Schreibstube Presto ist größer, der Ton jedoch noch rauer als im Friedensheim. In Gedanken an Liese verschreibt sich Kufalt ständig und Jauch will ihn sofort entlassen. Darauf fangen vier oder fünf andere Schreiber an, böse Bemerkungen und Drohungen gegen Jauch auszustoßen, ohne es sich anmerken zu lassen. Der gibt klein bei. Kufalt verzehrt sich in Sehnsucht nach der Tochter seiner Vermieterin und weiß, dass da nichts passieren wird. So denkt er: In Freiheit ist es schlimmer als in Haft. Beerboom besucht Kufalt auf seinem Zimmer, Liese Behn bietet Tee an und gibt zu verstehen, dass ihre Mutter und sie wissen, was Kufalts Hintergrund ist. Es störe sie nicht. Beerboom erzählt ihr, er sei ein Kinderschänder, und sie wirft ihn heraus. Kufalt allerdings reckt sie sich entgegen und sagt: „Komm nur schnell zu mir, du!“ Kufalt ist nach dem Zusammensein wie gelähmt. In der Schreibstube bringt er kaum noch etwas zustande. Und für Liese war es eine einmalige Angelegenheit; sie lässt ihn seitdem völlig links liegen. Im Schreibbüro gibt Marcetus Kufalt eine letzte Frist von einer Woche zur Besserung seiner Arbeitsergebnisse. Maack und Kufalt hören von einem Großauftrag eines Textilversandhandels: 300.000 Adressen seien zu schreiben. Jauch bewirbt sich darum. Es müsse doch möglich sein, sich mit einem solchen Auftrag selbstständig zu machen, indem man Jauch preislich unterbietet, Schnell sind fünf weitere Schreiber von Presto gefunden, die bereit sind, auch den Sprung in die Selbstständigkeit zu machen. 11 Mark will Jauch pro 100 Adressen haben, hört Kufalt in dessen Büro mit. Und die Verhandlungen müssten nun sofort abgeschlossen werden. Jauch hastet los – und Kufalt auch, Zahnschmerzen vorschiebend. Kufalt schleicht hinter Jauch her zu dem Kunden. Er unterbietet Jauch, während der sich in einem Café mit Marcetus telefonisch abstimmt. Er nennt sein junges Unternehmen Cito Presto, versichert, sofort anfangen zu können, sagt 10.000 Adressen pro Tag zu und nennt seinen Namen auf Nachfrage als Meierbeer. Preislich feilscht man bis zur Einigung bei 9,35 Mark pro Hundert. Am frühen Nachmittag kommt es in der Schreibstube zum Eklat. Acht künftig Selbstständige nutzen den Zorn des Jauch und erhalten ihre Papiere.
(11 Abschnitte)
Fünftes Kapitel: Schreibstube Cito-Presto