Nezilla (* 18. September 1990) ist eine deutsch-italienische Künstlerin. Ihre Werke umfassen Skulpturen, Installationen, Malerei und Performances. Nezillas Kunst reflektiert aktuelle gesellschaftlich-politische Themen wie Krieg, Propaganda, Desinformation und Religion. Nezilla lebt und arbeitet in Deutschland.

Ihr Œuvre wurde international in Deutschland, Italien, der Schweiz und den Vereinigten Staaten, insbesondere in New York, ausgestellt und rezipiert. Zu ihren bekanntesten Arbeiten zählt die Skulptur Paperbomb, welche die Fragilität des Friedens und die Notwendigkeit seiner Bewahrung hinterfragt. Die Platzierung an historisch belasteten Orten in Frankreich und Deutschland macht sie zum Mahnmal gegen das Vergessen und Symbol des Friedens und der Freundschaft zugleich.

Leben und Ausbildung Nezilla wurde 1990 in Deutschland als Tochter eines deutschen Vaters und einer italienischen Mutter geboren. Sie wuchs multilingual auf und spricht fließend Deutsch, Italienisch und Ladinisch. Nezilla stammt aus Sinsheim, wo sich ihre Künstlerwerkstatt befindet.Elfi Hofmann: Sinsheimer Künstlerin gibt mit der Aktion „Kunst gegen Missbrauch“ den Opfern der katholischen Kirche eine Stimme bei stimme.de vom 7. November 2022

Ihr akademischer Werdegang begann 2015 mit dem Erwerb des Diploms in Design und Illustration an der Ruhrakademie Schwerte in Deutschland. Im Anschluss setzte sie ihre Ausbildung in der Schweiz fort und schloss 2018 ihren Master-Abschluss in Design Illustration an der FH Luzern Design ab. Seit 2025 ist Nezilla selbst im akademischen Bereich tätig und lehrt an der Hochschule Ravensburg-Weingarten, Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege, im Bereich Art as Protest. Ihr Künstlername Nezilla ist ein Kofferwort aus dem Ungeheuer von Loch Ness und der echsenartigen Monster Godzilla.Das Monster befreien bei kultur-rhein-neckar.de

Hauptwerke Nezillas künstlerisches Schaffen konzentriert sich auf Themen wie Identität, Frieden und historisches Gedächtnis. Die Künstlerin schafft in ihren Arbeiten komplexe Strukturen, die den Betrachtenden zur Reflexion über die menschliche Verfassung und die Mechanismen von Konflikt und Manipulation anregen.

Paperbomb

Die serielle Skulptur Paperbomb ist ein internationales Friedenssymbol, Mahnmal gegen das Vergessen, Zeichen der deutsch-französischen Erinnerungskultur sowie der internationalen Diplomatie. Nezilla nutzt Material- und Maßstabskontraste, um die Ambivalenz von Zerstörung und Schöpfung sowie Krieg und Frieden zu thematisieren. Die Skulptur wirkt leicht wie Papier und imitiert dessen gefaltete Optik, obwohl sie aus Aluminium gegossen ist.

Die Inspiration für Paperbomb erhielt Nezilla von Erzählungen über das japanische Mädchen Sadako Sasaki (1943–1955). Sadako überlebte die Atombombenabwürfe von Hiroshima, erkrankte jedoch im Alter von zwölf Jahren an Leukämie, einer Folge der Strahlenexposition.

Paperbomb wird an historisch relevanten Orten in Frankreich und Deutschland ausgestellt, die Schauplätze von Massakern und Kriegsverbrechen des Ersten und Zweiten Weltkriegs waren. Zu diesen Orten gehören das Nationaldenkmal Hartmannswillerkopf, der Champ des Martyrs in Tulle, das Martyr Village and Memory Center in Oradour-sur-Glane in Frankreich und die Scuola di Pace Monte Sol in Marzabotto, Italien. In Deutschland wird sie dauerhaft im Zeughausgarten der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim ausgestellt sowie temporär im PalaisPopulaire in Berlin präsentiert.

Trust Das Werk Trust ist ein preisgekröntes Werk von Nezilla, welches sich kritisch mit dem Mythos des Glaubens und der Macht des Vertrauens auseinandersetzt. Die Installation stellt Mörder und Sexualstraftäter wie Charles Manson, Ted Bundy und Marc Dutroux in Kirchengewändern dar. Die Darstellung hinterfragt den Mythos des katholischen Glaubens, da Glaube untrennbar mit Vertrauen verbunden ist.

Trust wurde 2022 mit dem DA! Art Award in Düsseldorf ausgezeichnet. Der säkulare Kunstpreis fördert die kritische künstlerische Auseinandersetzung mit Religion und Irrationalismus. Nezilla erhielt den Kunstpreis in der Kategorie Plastik, Skulptur, Installation und wurde 2024 selbst zum Jurymitglied des DA! Art Award berufen.

Transform Transform ist als Skulpturenreihe konzipiert. Das Werk besteht aus elf Bronzeskulpturen, von denen jede eine Stufe der schrittweisen Verwandlung eines harmlosen Luftballons in eine bedrohliche Handgranate verkörpert. Jede Skulptur repräsentiert eine Phase der Transformation. Die Reihe visualisiert den Übergang von Unschuld zu Gefahr und die subtilen Veränderungen, die zu negativen Entwicklungen führen können. Dies kann als Kommentar auf gesellschaftliche Prozesse verstanden werden.

Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 2026: Paperbomb. Scuola di Pace Monte Sole, Marzabotto 2026. Invasion. Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim 2025: Paperbomb. PalaisPopulaire, Berlin 2025: Paperbomb. Zeughausgarten Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim 2025: Paperbomb. Martyr Village and Memory Center, Oradour-sur-Glane 2024: Paperbomb. Champ des Martyrs, Tulle 2024: Paperbomb. National Monument, Hartmannswillerkopf 2024: Paperbomb. Deutsche Bank, Stuttgart 2024: Paperbomb. Crypt, Hartmannswillerkopf 2023: Transform. Altes Schloss, Neckarbischofsheim 2022: Paperbomb. Paradiso St. Moritz 2020: Apokatastasis Ballaballa. Online-Exhibition 2019: Thepathi. Halle02, Heidelberg 2017: Club Moritzino, La Villa 2016: MetaMorphose. Sinsheim

Teilnahme an Gruppenausstellungen 2025–2026: Kunst gegen Missbrauch. RWU Hochschule Ravensburg-Weingarten, Stadt Maintal, Mannheim, Hochschule Kempten 2024: Kunst gegen Missbrauch. Heidelberg 2022: Trust. DA! Art award, Düsseldorf 2022: Bullet-Ants. Metropolink Urban Art Festival, Heidelberg 2021: be**pART. Atelier Montez, Rom 2021: Burn the Universa Performance 2020: Color, Shapes & Shadows. Van der Glas Gallery, New York 2020: A visual culture. Van der Glas Gallery, New York 2020: Imagine Vol. 2. Kunstraum Dreieich 2019: Universa Ballaballa. Metropolink Urban Art Festival, Heidelberg 2017: Eluvio with Johannes Dachsel. Altes Schloss, Neckarbischofsheim 2017: Thepathi Performance. Halle02, Heidelberg 2016: MetaMorphose. Sinsheim

Weblinks Homepage der Künstlerin

Einzelnachweise

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