mini|Naturwissenschaftliche Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Eingang Das Institutsgebäude und das „Muschel“ genannte Hörsaalgebäude der naturwissenschaftlichen Fakultät (NatFak) sind zwei Werke der Nachkriegsmoderne auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie wurden vom späteren Leiter des Universitätsbauamts Lothar Leonards entworfen und stehen seit 2018 unter Denkmalschutz.

Lage mini|Naturwissenschaftliche Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Johann-Joachim-Becher-Weg 21 und 23 (2023) Auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz liegt die naturwissenschaftliche Fakultät zwischen dem Johann-Joachim-Becher-Weg, dem Colonel-Kleinmann-Weg und dem Anselm-Franz-von-Brentzel-Weg. Das Hauptgebäude und die „Muschel“ haben die Hausnummern Johann-Joachim-Becher-Weg 21 und 23.

Beschreibung

Institutsgebäude mini|Institutsgebäude mit ursprünglichem, keramischem Rahmen, der inzwischen mit Faserzementplatten verkleidet wurde (2023) Der 106 m lange, 16 m tiefe und 33 m hohe Bau sowie sein grüner Vorplatz prägen den Mainzer Campus. Das Fakultätsgebäude wurde als Stahlkonstruktion mit Doppel-T-Trägern ausgeführt. Bei der Fassade betonen die Brüstungen aus blauem Glas die Horizontale. Die feinen Fensterprofile betonen die Senkrechte. Die harmonische Gliederung wird durch zwei Treppenhäuser, deren Treppenläufe durch die Verglasung nach außen scheinen, aufgelockert. Auf den Stirnseiten des Gebäudes beginnt ein Rahmenelement, das das gesamte Gebäude einfasst. Der Rahmen und somit das Dach des Senatssaals im oberen Geschoss liegen von der Hauptfassade gesehen nach hinten versetzt.

Innen prägen die zentral angeordneten Aufzüge und Lastenaufzüge das Foyer.

Der Bau wurde in den Jahren 1964 bis 1968 realisiert und auf der Rückseite durch Anbauten ergänzt.

Hörsaalgebäude mini|Regenwasserführung am Hörsaalgebäude „Muschel“ (2023) Vom Erdgeschoss bis zum Untergeschoss erstrecken sich drei Hörsäle auf insgesamt dreieckigem Grundriss. Die Hörsäle für je 200 bis 300 Studierende liegen jeweils im den Ecken des Gebäudes und wurden innen mit Edelholzfurnieren verkleidet. Darüber schwebt eine Betonschale, die an den drei Eckpunkten aufgelagert ist. Die Spannweite des Daches beträgt 55,70 m. Der Rand dieses zweischaligen Betondachs ist nach außen gewölbt, so dass diese Rinne das Regenwasser in die drei Eckpunkte ableiten kann. Die Außenfassade wurde mit Westerwälder Trachyt verkleidet. Eine schwebende, gewendelte Treppe prägt das Foyer, dass für Feierlichkeiten genutzt wird.

Schon während der Bauzeit in den Jahren 1967 bis 1969 wurde die Bezeichnung „Muschel“ für das Gebäude angewendet. Heute wird es auch für ein Unikino mit dem Namen Muschelkino genutzt, das vom Verein Filmz betrieben wird.

Bedeutung Lothar Leonards orientierte sich mit seiner Gestaltung an Vorbildern aus den USA. Die internationale Architektur repräsentierte die Leistungsfähigkeit der Universität und stand für wissenschaftlichen Fortschritt und die Freiheit der Wissenschaft. Die Gebäude bildeten Ende der 1960er Jahre einen Höhepunkt der Campusentwicklung und wurden deshalb im Jahr 2018 unter Denkmalschutz gestellt.

Kunst am Bau Auf der Grünfläche vor dem Gebäude befinden sich ein rotes und ein blaues Objekt des Künstlers Reinhold Petermann.

Siehe auch

Liste der Kulturdenkmäler in Mainz-Oberstadt

Literatur

Rainer Metzendorf, Stadthistorisches Museum Mainz e.V. (Hrsg.): Mainz 1945–1970. Die verkannte Epoche des Wiederaufbaus, Morisel Verlag, München, 2021, ISBN 978-3-943915-52-5, S. 72, 73, 76, 77.

Weblinks

Die naturwissenschaftliche Fakultät (NatFak) und das Hörsaalgebäude „Muschel“, Ausstellung online, wissenschafftraum.uni-mainz.de, abgerufen am 10. August 2025. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreisfreie Stadt Mainz (PDF; 5,5 MB). Mainz 2023, S. 49.

Einzelnachweise

Instituts und Horsaalgebaude der Naturwissenschaftlichen Fakultat Instituts und Horsaalgebaude der Naturwissenschaftlichen Fakultat Kategorie:Erbaut in den 1960er Jahren Instituts und Horsaalgebaude der Naturwissenschaftlichen Fakultat