Der Ferrocarril México–Querétaro, offizielle Streckenbezeichnung Línea AQ (deutsch Strecke AQ), ist eine 246 Kilometer lange Eisenbahnstrecke in der Mitte Méxikos, die Mexiko-Stadt mit Santiago de Querétaro, kurz Querétaro, Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates, verbindet. Die Strecke ist zweigleisig, zurzeit nicht mehr elektrifiziert und wird aktuell nur im Güterverkehr betrieben. Eine Sanierung der Infrastruktur begann im April 2025 und soll nach deren Abschluss ab 2027 wieder Personenverkehr ermöglichen.
Geschichte mini|links|Strecke im Stadtgebiet von Querétaro (2022) Die Eisenbahnstrecke wurde im Rahmen des Projektes Tren Eléctrico de Pasajeros México–Querétaro ab 1979 gebaut. Sie ist ein Relikt aus dem Plan de Desarrollo Ferrocarrilero de 1973 a 1986, der ursprünglich unter anderem den Bau einer elektrifizierten doppelgleisigen Strecke zwischen Mexiko-Stadt und Tijuana für den Güter- und Personenverkehr zum Ziel hatte. An dem Bauprojekt waren englische, französische und japanische Unternehmen beteiligt. Die Ausbau- und Neubaustrecke wird seit Februar 1994 in voller Länge betrieben, nach Beginn der Privatisierung der Mexikanischen Staatsbahn im Folgejahr kam es allerdings bereits 1996 zur erneuten Einstellung des Personenverkehres. Die Oberleitung wurde nach 1997, als alle elektrischen Lokomotiven in die USA verkauft waren, schrittweise abgebaut. Lediglich der Abschnitt zwischen Buenavista und Lecheria, der seit 2008 vom Tren Suburbano del Valle de México genutzt wird, blieb weiter unter Strom.
mini|links|Die HGV-Trasse war in neun Bauabschnitte unterteilt Bereits während der Bauarbeiten kamen 1987 Planungen auf, die im Bau befindliche Trasse für einen Shinkansen-ähnlichen Hochgeschwindigkeitsverkehr auszubauen. Das Projekt Tren Rápido México-Querétaro sollte noch einige Begradigungen der Strecke vor allem um Tula und San Juan del Río umfassen, sodass eine Länge von 209 Kilometern in Aussicht stand. Die Höchstgeschwindigkeit war mit 300 Stundenkilometern geplant. Die fehlende Finanzierung machte die Umsetzung des Projektes vorerst unmöglich. Nachdem zwischen Buenavista und Cuautitlán 26 Kilometer Strecke bis 2008 für den S-Bahn-ähnlichen Tren Suburbano del Valle de México ertüchtigt wurde und dessen Verkehr alle Erwartungen übertraf, kam 2012 unter der Regierung von Präsident Enrique Peña Nieto Bewegung in die Hochgeschwindigkeitspläne. Es wurden mehrere Machbarkeitsstudien durchgeführt und bis zu vier mögliche Strecken definiert, die alle auf der aktuellen Trassenführung der elektrifizierten Doppelgleisstrecke Mexiko–Querétaro zwischen den Kilometern 0+000 und 240+900 basierten. So sollte der Bahnhof Buenavista um drei Gleise erweitert und an den Stationen des Suburbano Überholgleise gebaut werden. Insgesamt war nach der Überarbeitung der Pläne bis Sommer 2014 die Ertüchtigung von 70,9 Kilometern bestehender Trasse, der Ausbau von 50,1 Kilometern in unmittelbarer Nähe des Bestandes sowie der vollständige Neubau von 75,5 Kilometern Strecke vorgesehen, um die Reisezeit auf 1:02 Stunden zu drücken und somit eine mittlere Reisegeschwindigkeit von 200 Stundenkilometer zu erreichen. Seite 79 (PDF; 35,5 MB) Am 15. August des Jahres wurde die internationale Ausschreibung für den Tren de Alta Velocidad México–Querétaro veröffentlicht. Am 2. Februar 2015 wurde jedoch bekannt gegeben, dass das Projekt aufgrund von Korruptionsverdacht und Budgetkürzungen auf unbestimmte Zeit ausgesetzt werde.
Die Strecke AQ wird seit 27. April 2025 auf 226 Kilometern saniert und soll ab 2027 wieder Personenverkehr mit elektrischen Triebzügen bei einer Streckengeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern ermöglichen. (Video auf YouTube)
Strecke Der Ferrocarril México–Querétaro beginnt in der Hauptstadt am Bahnhof Buenavista und verläuft von dort zunächst nordwärts und bis Praderas del Potrero auf der Trasse der Strecke A nach Ciudad Juárez. Hier zweigt die eingleisige Altstrecke A ab, während die Neubaustrecke AQ nunmehr weniger kurvenreich, mit flacheren Rampen und einigen Tunneln Richtung Nordwesten führt und über Tula nach San Juan del Río erreicht. Dabei wird die inzwischen weitgehend abgebaute Altstrecke wiederholt gequert. Von San Juan geht es jetzt flach weiter Richtung Querétaro, kurz hinter dem dortigen Flughafen geht es für zwei Kilometer in Trassenbündelung mit Strecke B weiter, ehe diese Altbaustrecke kurviger und mehrfach kreuzend im Raum parallel südwestwärts mit in die Stadt hinein führt. Kurz vor dem Bahnhof Querétaro wird sie dann in die Strecke AQ aufgenommen.
Zukünftig wird der Personenverkehr, wie im Streckenverlauf bereits dargestellt, knapp acht Kilometer vor dem Flughafen Querétaro von der Strecke AQ auf die Zweigstrecke BC einschwenken, auf Höhe des Flughafens an einer neuen Station diesen anbinden, um unmittelbar danach auf die Strecke B einzubiegen und nach fünf Kilometern wieder die eigentliche Strecke erreichen.
Fahrzeuge mini|links|Insgesamt vier der GE E60C-2 noch in Originallackierung in Fünffach-Traktion auf der Black Mesa and Lake Powell Railroad (2007) Für den elektrischen Betrieb wurden zwischen 1980 und 1982 insgesamt 39 Lokomotiven des Typs GE E60C-2 durch General Electric in Aguascalientes gebaut. Nach der Privatisierung der Strecke im Jahr 1997 unter Präsident Ernesto Zedillo beschloss die Besitzerin der langlaufenden Betriebskonzession für die Strecke AQ, die Kansas City Southern de México, alle Lokomotiven an die Black Mesa and Lake Powell Railroad in den USA zu verkaufen. Sie standen dort bis 2019 im Einsatz.
Betrieb Aktuell (Stand August 2025) wird auf der Ferrocarril México–Querétaro lediglich Güterverkehr durch die Canadian Pacific Kansas City (CPKC) betrieben.
Einzelnachweise
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