Verfassung der Vereinigten Fürstentümer von 1864, auch als Statut des Fürstentums Rumänien () bekannt, war eine Verfassung des vereinigten Fürstentums Moldau und Walachei zum Fürstentum Rumänien Eingeführt wurde sie am 15. Juli 1864 durch Alexandru Ioan Cuza.

Historischer Hintergrund Nach der doppelten Wahl Cuzas zum Fürsten der Moldau () und der Walachei () setzte ein schrittweiser Vereinigungsprozess der beiden Fürstentümer ein. Die Moldau und die Walachei wurden zuvor durch das Organische Reglement und andere Bestimmungen regiert, deren Änderung der Zustimmung des Osmanischen oder Russischen Reiches bedurfte. Dies änderte sich mit der staatsrechtlichen Stellung der Donaufürstentümer in der Pariser Konvention vom 7./19. August 1858, die vom Osmanischen Reich und den Mächten unterzeichnet worden war. Cuza, der eine umfassende Reformagenda verfolgte, stieß mit seinen Modernisierungsplänen zunehmend auf Widerstand. Im Rahmen eines Staatsstreichs setzte Cuza daher am 28. Juni 1864 per Dekret eine neue Verfassung, das sogenannte Statut, in Kraft, das die alte Ordnung ersetzte und die Exekutivgewalt des Fürsten deutlich stärkte. Die Verfassung von 1864 ermöglichte es Cuza, umfassende Reformen durchzusetzen, insbesondere im Agrar- und Bildungswesen. Gleichzeitig führte die zunehmende Konzentration der Macht in den Händen des Fürsten zu innenpolitischen Spannungen. Die Gültigkeit des Statuts endete mit der Einführung einer neuen Verfassung im Jahr 1866, nach dem Sturz Cuzas und dem Regierungsantritt von Karl I.

Struktur und Inhalt Die Verfassung von 1864 beinhaltete folgende zentrale Elemente:

Zentralisierung: Abschaffung des dualistischen Regierungssystems; stattdessen wurde ein einheitlicher, zentralistisch organisierter Staat geschaffen. Zweikammerparlament: Einführung eines bicameralen Parlaments mit der Wahlversammlung (Adunarea Electivă) und dem Corpul Ponderator (Oberhaus). Stärkung der Exekutive: Der Fürst (Domnitor) erhielt weitreichende Vollmachten, darunter das Recht zur Gesetzesinitiative. Wahlrecht: Ausweitung des Wahlrechts, das jedoch weiterhin an Zensus- und Vermögenskriterien gebunden blieb. Reformrahmen: Es ebnete den Weg für zentrale Reformen, darunter die Bodenreform sowie die Neuordnung des Bildungswesens.

Literatur Barbara Jelavich: History of the Balkans. Vol. 1: Eighteenth and Nineteenth Centuries. Cambridge University Press, 1983. Keith Hitchins: Romania 1866–1947. Oxford University Press, 1994. Sorin Alexandrescu: Paradoxul român. Bukarest, 1998.

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Einzelnachweise

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