Das Günter-Harder-Stadion war ein Mehrzweckstadion im mecklenburgischen Neubrandenburg.
Geschichte Das Stadion wurde ab 1948 nordöstlich der Altstadt auf dem Gelände des alten Pferdemarktes errichtet. Es bot Platz für 15.000 Zuschauer und war Austragungsort zahlreicher sportlicher und politischer Veranstaltungen.Niederlagengenerale ohne Chance. Genosse Erich Honecker vor 5000 Werktätigen Neubrandenburgs. In: Neues Deutschland, 20. Juni 1957. Seite 2.Fest lebensfroher Jugend: Fackelträger aus 14 Kreisstädten. In: Neues Deutschland, 25. Mai 1969. Seite 2.Hans Modrow kommt... In: Neues Deutschland, 13. März 1990. Seite 1. Ab dem 30. Juni 1959 wurden im Günter-Harder-Stadion insbesondere Speedway-Rennen ausgetragen und das Stadion hierfür u. a. im Rahmen des Nationalen Aufbauwerks peu à peu erweitert.Pogorzelski überlegen. In: Neues Deutschland, 2. Mai 1964. Seite 6.Potlecki vor Samorodow. In: Neues Deutschland, 10. Mai 1965. Seite 5.Liebing und Hehlert siegreich. In: Neues Deutschland, 1. April 1968. Seite 6.Bever/Tetzlaff weiter im Speedway in Front. In: Neues Deutschland, 28. Juni 1976. Seite 6.Speedway-Jubiläum in Neubrandenburg gefeiert. In: Neues Deutschland, 26. Juni 1989. Seite 6.
Zudem war es mehrfach Ankunftsort der Internationalen FriedensfahrtNun Peschel im Gelben Trikot In: Neues Deutschland, 20. August 1965. Seite 8. und Spielstätte in der Fußball-Oberliga-Saison 1964/65 und im FDGB-Pokal.Cupverteidiger Lok ist in Sömmerda zu Gast In: Neues Deutschland, 11. Oktober 1986. Seite 15.
Da Ende 1950er Jahre im Süden der Stadt das auf Leichtathletik ausgerichtete Jahnstadion geschaffen wurde, wurde die Bahn des Harder-Stadions für die besonderen Anforderungen des Speedway ausgebaut.
Im Jahr 1996 wurde das Stadion abgerissen und sollte – bislang nicht verwirklicht – durch eine neue Speedway-Strecke andernorts in Neubrandenburg ersetzt werden.
Namensgebung Den Namen Günter Harders, einem 19-jährigen Seepolizisten der DDR, erhielt das Stadion nach dessen Ermordung am 24. März 1951 in Neubrandenburg. Harder, der kein SED-Mitglied war, wurde in der DDR-Propaganda anschließend als „treuer mutiger Verteidiger unserer antifaschistisch-demokratischen Ordnung“ ideologisch überhöht und sein Mörder Horst Paschen als Agent des britischen Geheimdienstes dargestellt.
Nachnutzung In der Folge wurde ein Bürogebäude sowie ab Mai 2022 ein Parkhaus auf dem Gelände errichtet. Östlich des Bürogebäudes existiert eine Seitenstraße mit dem Namen Am Stadion.
Seit 2023 erinnert vor dem Parkhaus ein Bronze-Relief des Bildhauers Claus Lindner an das frühere Stadion (). Zugleich hat die Stadt Neubrandenburg ebendort eine Informationstafel zur Geschichte des Ortes aufgestellt.
Weblinks Günter-Harder-Stadion auf europlan-online.de Chronik von Neubrandenburg 1946–1965 auf nbfotos.wordpress.com mit Bezügen zum Günter-Harder-Stadion
Einzelnachweise
Kategorie:Sportstätte in Neubrandenburg Kategorie:Fußballstadion in Mecklenburg-Vorpommern Kategorie:Fußballstadion in Europa Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in Neubrandenburg Kategorie:Sportstätte in der DDR Kategorie:Rennstrecke in Deutschland Kategorie:Speedway Kategorie:Erbaut 1948 Kategorie:Zerstört in den 1990er Jahren