Das OYM ist ein privat finanziertes Trainings- und Kompetenzzentrum für Leistungssport in Cham im Kanton Zug. Der Name leitet sich von der englischen Wendung «On Your Marks» ab. Das Zentrum nahm 2020 seinen Betrieb auf und verbindet Trainingsinfrastruktur mit sportwissenschaftlicher Leistungsdiagnostik, gesundheitlicher Betreuung, Rehabilitation und Ernährung.
Das OYM wurde vom Schweizer Unternehmer und Präsidenten des EV Zug, Hans-Peter Strebel, initiiert und finanziert. Die Investitionskosten betrugen mehr als 100 Millionen Schweizer Franken.
Geschichte Ausgangspunkt des Projekts war der Bedarf des EV Zug nach einer verbesserten Trainingsinfrastruktur. Im Verlauf der Planung wurde das Vorhaben zu einem sportartenübergreifenden Zentrum für Leistungssport weiterentwickelt.
Die Pläne für das OYM wurden 2017 öffentlich vorgestellt. Das Zentrum entstand im Lorzenpark in Cham und war ursprünglich für eine Eröffnung am 23. März 2020 vorgesehen. Aufgrund der COVID-19-Pandemie konnte die Eröffnung nicht wie geplant stattfinden. Der Trainingsbetrieb wurde im Juni 2020 aufgenommen.
Infrastruktur und Konzept Das OYM verfügt über mehr als 8000 Quadratmeter Trainingsfläche. Zur Anlage gehören unter anderem eine Eishalle, eine Dreifachsporthalle, Sprintbahnen, Flächen für Kraft- und Athletiktraining sowie Einrichtungen für Physiotherapie, Rehabilitation und sportwissenschaftliche Untersuchungen.
Das OYM bündelt Angebote aus Athletiktraining, medizinischer und physiotherapeutischer Betreuung, Rehabilitation, Ernährung sowie sportwissenschaftlicher Leistungsdiagnostik. Zum Zentrum gehört zudem eine eigene Küche mit einem auf den Leistungssport ausgerichteten Ernährungskonzept. Das Angebot wird unter Berücksichtigung der Trainingsbelastung und der individuellen Ernährungsziele zusammengestellt.
Nutzung Das OYM wird von Athletinnen und Athleten, Mannschaften und Sportverbänden aus verschiedenen Sportarten genutzt. Neben längerfristigen Trainings- und Betreuungsprogrammen dient die Anlage auch als Standort für Trainingslager und Wettkampfvorbereitungen. SRF berichtete 2025, dass im OYM Sportlerinnen und Sportler aus zwölf verschiedenen Disziplinen unter einem Dach trainieren.
Mannschaftssport Eine langfristige Verbindung besteht zum EV Zug, dessen Mannschaften das OYM als Trainingszentrum nutzen.
Seit 2020 ist zudem die Frauen-Handball-Akademie des Schweizerischen Handball-Verbands im OYM angesiedelt. Die Nachwuchsspielerinnen absolvieren dort unter anderem Athletiktraining, Leistungstests sowie Physio- und Präventionsprogramme. Im Sommer 2026 startete zusätzlich die Männer-Handball-Akademie des Schweizerischen Handball-Verbands im OYM. Für die erste Saison 2026/27 wurden zehn Nachwuchsspieler selektioniert.
Auch im Unihockey wird das Zentrum genutzt. Zug United und das OYM arbeiten im Rahmen der «Zug United Floorball Academy» zusammen. Beispielsweise begann die Schweizer Nationalspielerin Isabelle Gerig im Januar 2021 im OYM zu trainieren. Nach einer Saison in Schweden kehrte sie für weitere Trainingsphasen zurück. Seit ihrem Wechsel zu Zug United absolviert sie dort neben dem Athletiktraining auch Unihockeytrainings.
Individualsport Neben Mannschaftssportarten trainieren im OYM auch Athletinnen und Athleten verschiedener Individualsportarten.
Im Zusammenhang mit den Olympischen Winterspielen 2026 berichtete Tele1, dass vier der insgesamt 23 Schweizer Medaillen von Athletinnen und Athleten gewonnen wurden, die im OYM trainiert hatten. Im Beitrag werden unter anderem der Bobfahrer Michael Vogt, der Skibergsteiger Jon Kistler sowie die Skiakrobaten Noé Roth und Pirmin Werner vorgestellt.
Auch der alpine Skisport ist vertreten. GaultMillau nannte 2022 die Schweizer Skirennfahrer Ramon Zenhäusern und Aline Danioth als Athleten, die im OYM trainierten. Im gleichen Beitrag wurden neben Eishockey- und Handballspielern auch Golfer als Nutzer des Zentrums genannt.
Im Golfsport trainierten unter anderem Nicola Gerhardsen, Elena Moosmann und Mauro Gilardi im OYM. Swiss Golf schloss 2021 eine zweijährige Vereinbarung mit dem Zentrum ab, in deren Rahmen die drei Athleten dort Trainings-, Therapie- und Ernährungsprogramme absolvierten. Im Jahr 2022 berichtete Swiss Golf zudem, dass Gerhardsen seit dem Vorjahr intensiv im OYM trainiere.
Auch in der Leichtathletik wird das Zentrum genutzt. Die frühere Bobpilotin Melanie Hasler wechselte 2026 zum Weitsprung. Nach ihrem Wechsel trainierte sie beim LC Zürich sowie im OYM in Cham.
Nachwuchsförderung Ein Teil der Nachwuchsförderung erfolgt über das OYM College, das Ausbildung und Leistungssport miteinander verbindet. Das schulische Angebot richtet sich an junge Sporttalente und umfasst unter anderem eine kaufmännische Ausbildung sowie ein Kurzzeitgymnasium. 2024 wurden die gymnasialen Maturitätsausweise des OYM College anerkannt.
Daneben bestehen sportartspezifische Nachwuchsprogramme. Dazu gehören die Frauen- und Männer-Handball-Akademien des Schweizerischen Handball-Verbands sowie die Zusammenarbeit mit Zug United, über die Nachwuchsspielerinnen und -spieler zusätzliche Trainingsmöglichkeiten erhalten.
Internationale Trainingslager und Basecamps Das OYM wird auch für Trainingslager, Wettkampfvorbereitungen und Basecamps von Nationalmannschaften und anderen Teams genutzt.
Während der UEFA Women’s Euro 2025 bezog zudem die schwedische Frauen-Fussballnationalmannschaft ihr Basecamp in Cham. Rund 60 Personen der schwedischen Delegation waren im OYM untergebracht und nutzten dessen Trainingsinfrastruktur. Die eigentlichen Fussballtrainings fanden im nahe gelegenen Stadion Eizmoos statt. Der Schwedische Fussballverband bezeichnete Cham während der Europameisterschaft ebenfalls als Basecamp der Nationalmannschaft und verwies auf die Trainingsmöglichkeiten im OYM.
Auch die Schweizer Frauen-Eishockey-Nationalmannschaft nutzte das OYM 2026 für ein Sommercamp. Das A-Nationalteam absolvierte Anfang Juli ein viertägiges Trainingslager im OYM; anschliessend folgte ein Prospect Camp mit Nachwuchsspielerinnen.
Einordnung Das OYM entstand als privat finanziertes Leistungszentrum neben den bestehenden öffentlich getragenen Strukturen des Schweizer Spitzensports. SRF thematisierte das Zentrum 2020 im Vergleich mit dem nationalen Sportzentrum in Magglingen als private Konkurrenz zu bestehenden Trainingsstrukturen.
Im Jahr 2026 wurde innerhalb des EV Zug auch die Zusammenarbeit mit dem OYM thematisiert. Präsident Hans-Peter Strebel erklärte, dass individuelle Leistungsentwicklung allein im Eishockey nicht ausreiche und eine Mannschaft auch Nähe, Kabinenkultur, gemeinsame Rituale und Identifikation benötige. Nach Angaben des Klubs habe die Mannschaft nicht einen Verzicht auf das OYM gefordert, sondern eine bessere Verbindung der Stärken von EV Zug und OYM. Der Verein kündigte an, die Zusammenarbeit mit dem OYM zu überprüfen und weiterzuentwickeln.
Weblinks
OYM - offizielle Website
Einzelnachweise
Kategorie:Cham ZG