Leichtathletik-Länderkämpfemit deutscher Beteiligung 1993 zentriert|100px 1. Länderkampf 1993, Geher (Männer/Frauen): – – – – – – – – – – 12. Juni 1993 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 236 P216 P192 P182 P174 P169 P132 P109 P107 P106 P63 P 2. Länderkampf 1993, U23 (Männer/Frauen): – – 24. Juli 1993 1. 2. 3. 303,5 P285,0 P225,5 P Teilwertung U23-Männer 1. 2. 3. 152,0 P142,0 P127,0 P Teilwertung U23-Frauen 1. 2. 3. 151,5 P143,0 P98,5 P 3. Länderkampf 1993, Zehnkampf (U22-Männer): – – – 7./8. August 1993 1. 2. 3. 4. 22.012 P21.743 P21.523 P20.489 P 4. Länderkampf 1993, Siebenkampf (U22-Frauen): – – – 7./8. August 1993 1. 2. 3. 4. 16.761 P16.641 P16.485 P14.459 P Chronik ← Länderkämpfe 1992 Länderkämpfe 1994 → Im Jahr 1993 wurden vier Leichtathletikländerkämpfe mit deutscher Beteiligung in vier Veranstaltungen ausgetragen. Das waren genauso viele Vergleiche wie im Vorjahr. Eine Besonderheit, die es 1990 zum ersten Mal gegeben hatte, wurde in der 1993er Saison immer mehr zur Regel. Zwei der vier Veranstaltungen wurden mit einer Gesamtwertung der Wettkämpfe für Frauen und Männer ausgetragen. Nach gewohnter Art der Zählung aus den Jahren bis einschließlich 1989 mit jeweils getrennter Wertung für Frauen und Männer wären zwei zusätzliche Länderkämpfe – also insgesamt sechs Vergleiche – zustande gekommen. Das wäre nach dieser Zählung die geringste Anzahl von Begegnungen seit 1951, dem ersten Jahr der Wiederaufnahme von Länderkämpfen mit deutscher Beteiligung nach dem Zweiten Weltkrieg. Die größte Anzahl von 27 Begegnungen hatte es 1974 gegeben.
Nicht berücksichtigt sind Veranstaltungen wie der sogenannte „Lugano-Cup“, ein Weltcup der Geher unter dem Dach des Weltleichtathletikverbands (früher: IAAF)World Athletics Race-Walking Team Championship, Past Editions, worldathletics.org (englisch), abgerufen am 3. August 2025, der ab 1965 unter Regie des Europäischen Leichtathletikverbands durchgeführte Leichtathletik-EuropacupEUROPEAN CUP A FINAL AND SUPER LEAGUE (MEN), gbrathletics.com (englisch), abgerufen am 3. August 2025EUROPEAN CUP A FINAL AND SUPER LEAGUE (WOMEN), gbrathletics.com (englisch), abgerufen am 3. August 2025 sowie ähnliche Events. Hier handelt es sich um Veranstaltungen, die als eigene Wettbewerbe ähnlich wie auch der Leichtathletik-Continentalcup (ab 1993)IAAF WORLD CUP IN ATHLETICS, gbrathletics.com (englisch), abgerufen am 3. August 2025 und der Geher-Europacup (ab 1996) außerhalb der üblichen Länderkämpfe durchgeführt wurden.
Entwicklung des Länderkampfwesens Die Zahl der Länderkämpfe blieb auch 1993 auf einem sehr niedrigen Niveau. Es gab nur noch vier Veranstaltungen. In zwei Vergleichen wurde eine gemeinsame Wertung für Männer und Frauen vorgenommen. Drei Begegnungen waren zudem für Nachwuchsathleten reserviert, es gab nur noch einen einzigen Vergleich ohne Altersbeschränkung. Im Zuge der Konkurrenz durch andere Events wie Welt- und Europameisterschaften, Olympische Spiele, Golden bzw. Diamond League hatten Länderkämpfe einfach keine große Bedeutung mehr.
In den Vergleichen wurden wie im Vorjahr die Wettbewerbsbereiche Mehrkampf (2 Vergleiche), allgemeines leichtathletisches Programm (1) und Gehen (1) ausgetragen. Alle anderen Kategorien wie Straßenläufe, spezielle Angebote für Werfer, Springer oder Läufer standen nicht auf dem Programm.
Saisonhöhepunkt In diesem Jahr standen die Weltmeisterschaften im Saisonmittelpunkt. Sie wurden vom 13. bis 22. August in Stuttgart ausgetragen. Die deutsche Mannschaft musste sich im Medaillenspiegel bei dieser Veranstaltung mit begeisterungsfähigen Zuschauern im eigenen Land mit Platz sechs (2 mal Gold / 2 × Silber / 4 × Bronze) zufriedengeben. Im Vergleich zu den Olympischen Spielen des Vorjahres rutschte das deutsche Team um drei Ränge nach unten und errang zwei Goldmedaillen weniger. Die zum ersten Mal mit einer gesamtdeutschen Mannschaft angetretenen Athleten hatten bei den Weltmeisterschaften 1991 alleine fünf Goldmedaillen und weitere zwölf Medaillen auf ihr Konto gebracht. So war fast nichts mehr geblieben vom Dazustoßen der so überaus erfolgreichen Athleten aus der ehemaligen DDR in das nun gemeinsame deutsche Team.
Außerdem gab es 1993 auch wieder einen Europacup, der für Frauen und Männer gemeinsam am 26. und 27. Juni in Rom ausgetragen wurde. Beide deutschen Mannschaften kamen auf den jeweils vierten Platz und schnitten damit deutlich schwächer ab als zwei Jahre zuvor in Frankfurt am Main, wo die Männer Rang eins und die Frauen Rang drei belegt hatten.
Jahresbilanz In der Saison 1993 gab es für die deutschen Leichtathleten in ihren vier Länderkämpfen zwei Siege und zwei Niederlagen. Die Niederlagen mussten die deutschen Leichtathleten gleich im ersten und dann im letzten Wettkampf hinnehmen: Geher-Vergleich für Männer und Frauen gegen Belarus, Frankreich, Großbritannien, Italien, Mexiko, Polen, Russland, die Slowakei, Schweden und Spanien am 12. Juni in Eschborn (Platz sechs hinter Belarus, Mexiko, Spanien, Russland und Polen) U22-Siebenkampf-Vergleich der Frauen gegen Frankreich, Russland und die Schweiz am 7./8. August in Illzach (Rang drei hinter Frankreich und Russland) Siege gab es dagegen in folgenden Begegnungen U23-Vergleichfür Männer und Frauen gegen Russland und Großbritannien am 24. Juli in Moskau U22-Zehnkampf-Vergleich der Männer gegen Frankreich Russland und die Schweiz am 7./8. August in Illzach Die Saisonbilanz war eins zu eins ausgeglichen für die Länderkämpfe mit gemeinsamen Wertungen für Männer und Frauen. Die Bilanz aus den Vergleichen mit alleiniger Wertung lautete für die Männer positiv eins zu null. Für die Frauen war sie mit null zu eins negativ.
Zur Gesamtbilanz, die sich in diesem Jahr wie schon 1992 nur für die Länderkämpfe mit gemeinsamer Wertung für beide Geschlechter geändert hatte, finden sich detaillierte Angaben im Abschnitt „Statistik“ unten.
Verschiedene Formen von Länderkämpfen Die unterschiedlichen Arten von Länderkämpfen, die bisher stattgefunden hatten, jedoch nicht mehr in dieser Breite praktiziert wurden, lassen sich wie folgt einteilen: Vergleiche mit einer Mischung von Disziplinen aus dem allgemeinen leichtathletischen ProgrammDas war die klassische Form von Ländervergleichen. Jede Nation war in der Regel mit zwei Athleten je Disziplin vertreten. Bei den Männern waren hier zwanzig Wettbewerbe je Länderkampf zum Standard geworden. Allerdings wurden die beiden Langstrecken über 5000 und 10.000 Meter inzwischen verkürzt als Rennen über 3000 und 5000 Meter durchgeführt. Aus dem olympischen Wettbewerbskatalog fehlten demnach in der Regel nur der 10.000-Meter-Lauf, der Marathonlauf, die beiden Gehwettbewerbe und der Zehnkampf.Der Länderkampfdisziplinkatalog bei den Frauen hatte bis 1968 standardmäßig aus elf Disziplinen bestanden und war mit den damals bei Olympischen Spielen angebotenen Frauenwettbewerben identisch. Von 1969 an gab es hier Veränderungen: Mit dem 1500-Meter-Lauf sowie der 4-mal-400-Meter-Staffel wurden zwei neue Wettbewerbe, die bei den Europameisterschaften 1969 in das Programm aufgenommen worden waren, mit in den Katalog der Frauenländerkämpfe integriert. Damit erhöhte sich die Zahl der Disziplinen auf dreizehn. Neu hinzu kamen nun auch Rennen über 3000 Meter und 400 Meter Hürden, zwei Laufdiszipziplinen, die im 1984 olympisch geworden waren. In diesem Jahr wurde in einem Länderkampf auch schon der 3000-Meter-Hindernislauf – olympisch ab 2008 – für Frauen mit einbezogen. Hinzu kamen für die Frauen ebenfalls der Stabhochsprung (olympisch ab 2000), Dreisprung (olympisch ab 1996) und Hammerwurf (olympisch ab 2000). In Angleichung an das Männerprogramm wurde der 3000-Meter-Lauf 1996 durch den 5000-Meter-Lauf abgelöst.In seltenen Fällen gab es in Länderkämpfen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern Abweichungen vom Standard in Form von Hinzunahme oder Weglassen einzelner Disziplinen. Diese Länderkampfform, die für eine lange Zeit Kern von Leichtathletikländerkämpfen war, wurde immer weniger praktiziert und wurde mehr und mehr fast zur Ausnahme. Sie besaß angesichts der Konkurrenz bedeutender anderer Events nicht mehr die Attraktivität früherer Jahre. Vergleiche in Teildisziplinen der Leichtathletik: Vergleiche im Mehrkampf – bei den Frauen im Siebenkampf (bis 1980: Fünfkampf), bei den Männern im ZehnkampfDie Zahl der Vertreter je Land war dabei nicht standardisiert. In der Regel wurden von den gestarteten Teilnehmern nicht alle gewertet. Bei vier Vertretern je Disziplin beispielsweise wurden meist die drei Besten gewertet. Vergleiche der GeherDiese Begegnungen fanden bei den Männern meist in Form von Straßengehen statt. Es kamen zwei Disziplinen zur Austragung, ein Wettkampf über 20 Kilometer und ein Wettkampf über eine längere Distanz, die manchmal über 35 und manchmal über 50 Kilometer führte. Der Trend ging hier jedoch eindeutig zur Distanz von 35 Kilometern.1976 kam das Gehen auch für die Frauen ins Länderkampfprogramm. Ausgetragen wurde dabei anfangs ein Wettbewerb über 5000 Meter, 1976 auf der Straße, später wechselweise auf der Bahn oder auf der Straße. Es gab dann auch Wettbewerbe über eine Streckenlänge von zehn Kilometern. Das Gehen für Frauen hatte inzwischen Fuß gefasst in der Leichtathletik. Bei Olympischen Spielen gab es 1992 in Barcelona zum ersten Mal einen Geher-Frauenwettbewerb, bei Europameisterschaften war das schon in 1986 in Stuttgart zum ersten Mal der Fall.Bezüglich der Teilnehmerzahl je Land und Wettbewerb wurde verfahren wie in den Mehrkämpfen. Vergleiche im StraßenlaufBis einschließlich 1980 wurde ein Rennen über dreißig Kilometer ausgetragen. 1981 war die Streckenlänge auf 25 Kilometer gekürzt worden, 1982 fand das Rennen noch einmal über dreißig Kilometer statt. Auch hier wurde bezüglich der Teilnehmerzahl je Land verfahren wie in den Mehrkämpfen. Ab 1982 trugen auch die Frauen Straßenlauf-Länderkämpe über 25 Kilometer aus und die Männern starteten nach 1982 in der Regel nun ebenfalls über diese etwas kürzere Distanz. Für die Frauen wurde die Streckenlänge 1993 auf fünfzehn Kilometer verkürzt.Vereinzelt hatte es hier auch Länderkämpfe im Halbmarathon und über die Marathon-Distanz gegeben. In den letzten beiden Jahren gab es keine Straßenlaufvergleiche. Vergleiche im Bereich LaufDiese Art von Länderkämpfen war 1984 zum ersten Mal durchgeführt worden. Danach gab es zuletzt 1990 wieder einen reinen Läufervergleich. 1993 wurden keine solche Begegnung ausgetragen. Vergleiche im CrosslaufDiese Länderkampfform wurde in der Saison 1985 zum ersten und einzigen Mal ausgetragen. Die Streckenlängen waren bei bis zu 9000 Metern für Frauen und Männer unterschiedlich. Bezüglich der Teilnehmerzahl je Land wurde verfahren wie in den Mehrkämpfen. Diese Disziplin war schon länger nicht mehr Teil von Länderkämpfen. Vergleiche in den Disziplinen Sprung und/oder Wurf/StoßDiese Länderkampfform wurde 1992 und 1993 nicht ausgetragen.
Austragungsform und Wertungsmodus In der Vergangenheit wurden Länderkämpfe mit dem allgemeinen leichtathletischen Programm in der Regel mit zwei Vertretern pro Land und Disziplin durchgeführt. In einigen Vergleichen wurden wie schon in den Jahren zuvor drei Teilnehmer je Land und Wettbewerb eingesetzt. Die Regeln zur Punktevergabe wurden dabei durchgängig so angewendet, dass der Letztplatzierte einen Punkt erhielt, die weiteren Athleten in den Platzierungen jeweils aufwärts bis hin zu Rang zwei einen Punkt mehr. Der Erstplatzierte bekam zwei Punkte mehr gutgeschrieben als der Athlet auf Platz zwei. Für Länderkämpfe mit zwei Vertretern je Land und Disziplin bedeutete das: Platz 1: 5 P, Pl. 2: 3 P, Pl. 3: 2 P, Pl. 4: 1 P. Bei drei Vertretern je Land und Disziplin ergab sich folgende Punktevergabe: Platz 1: 7 P, Pl. 2: 5 P, Pl. 3: 4 P, Pl. 4: 3 P, Pl. 5: 2 P, Pl. 6: 1 P. Für die Staffeln gab es durchgängig fünf zu zwei Punkte.