mini|hochkant|Wappen der Rademacher von Radehausen von 1766 im Österreichischen Staatsarchiv mini|hochkant|Johan Radermacher der Ältere (1538–1617), Kupferstich von 1781 Rademacher von Radehausen, ursprünglich nur Rademacher bzw. Radermacher, ist der Name eines deutsch-niederländischen Briefadelsgeschlechts.

Die Familie ist zu unterscheiden von dem westfälischen Briefadelsgeschlecht Rademacher. Eine Abstammung von den Rodemach ist nicht nachgewiesen.

Geschichte Schon um 1530 erhielt das Geschlecht in Person von Heinrich Radermacher von Kaiser Karl V. einen Wappenbrief verliehen.AT-OeStA/AVA Adel RAA 332.34.Seyler (1906), S. 91. Die Stammreihe beginnt mit dem Aachener Kupfermeister Wilhelm Radermacher (* 1501) und dessen Frau Maria Houppers (1510–1555). Ihr zweiter Sohn Johan Radermacher der Ältere (1538–1617) wurde ein erfolgreicher Kaufmann in London, Aachen und den Niederlanden. 1570 lernte dieser seine Frau Johanna Racket (Racquet; 1547–1600) kennen, eine Nichte von Gillis Hooftman, und heiratete sie. Das Ehepaar hatte zwölf Kinder, darunter Daniel I. Radermacher (1588–1637), der Stammvater der geadelten niederländischen Herren zu Nieuwerkerke wurde, zu denen unter anderem der Großmeister der Freimaurer Johan Cornelis Radermacher (auch Johan Radermacher der Jüngere) (1700–1748), verheiratet mit Susanna Ignatia van Schinne (1706–?), und deren Sohn, der niederländische Botaniker Jacob Cornelis Mattheus Radermacher (1741–1783), zählen.

Am 27. Juli 1766 erhielt Daniel IV. Rademacher (1733–1815) von Kaiser Joseph II. ein Adelserneuerungsdiplom mit dem Prädikat „von Radehausen“.AT-OeStA/AVA Adel RAA 332.32.Hildebrandt (1857), S. 43. Er war mit Regina Charlotta Sophia Johanna Truchseß von Wetzhausen (* 12. Juli 1742 in Bundorf; † 17. November 1789 in Kassel), Tochter von Ferdinand Dietrich Truchseß von Wetzhausen und Johann Wilhelmina Rosina von Schaumberg, verheiratet und hatte mit ihr sieben Kinder:

Persönlichkeiten Jacob Cornelis Mattheus Radermacher (Johan Radermacher der Jüngere) (1741–1783), Botaniker, Schriftsteller und Mitglied der Niederländischen Ostindien-Kompanie Johan Radermacher der Ältere (1538–1617), Kaufmann in London, Aachen und den Niederlanden Johan Cornelis Radermacher (1700–1748) (Johan Radermacher der Jüngere), stellvertretender Bürgermeister und Vorstand von Middelburg, Schatzmeister der Prinzen von Oranien, Großmeister der Freimaurerei in den Niederlanden Samuel Radermacher (1693–1761), Bürgermeister von Middelburg

Von Familienmitgliedern sind eine Reihe von Gemälden erhalten:

Wappen Die Familie führte verschiedene Wappen bzw. Wappenvarianten. Johan Radermacher der Ältere (1538–1617) entwarf ein Redendes Wappen, das in Blau einen silbernen Pfahl mit dem Wahlspruch mediocritas (Maßhalten, Mittelweg) zwischen zwei silbernen Rädern zeigt. Dieses Wappen wird u. a. auch in einem Kupferstich von 1781 dargestellt, der im Band 2 des Adelyk en aanzienelyk Wapen-boek van de zeven Provincien veröffentlicht wurde. Auch auf Ölgemälden von Johann Radermacher dem Älteren und einem Kupferstich vom Middelburger Bürgermeister Samuel Radermacher (1693–1761) erscheint es, hier neben oder sogar geviert mit dem bereits um 1530 der Familie verliehenen Löwen-Wappen.

Blasonierung des Wappens von ca. 1530 und 1766: Von Gold und Schwarz geteilt mit einem gekrönten Löwen in verwechselten Farben. Der Löwe hält eine brennende schwarze Fackel. Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-goldenen Helmdecken der Löwe wachsend mit der Fackel.

In den Niederlanden führte die Familie das Löwenwappen auch mit einem liegenden und einem widersehenden Löwen als Schildhalter sowie einem Banner mit dem Wahlspruch.

Literatur Otto Titan von Hefner: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 7 (Ergänzungen), 1. Abt.: Ergänzungsband, enthaltend die Nachträge und Ergänzungen zu den Staatswappen von Russland und Baden, ferner zu dem Adel von Bayern, (Grafen und Freiherren), Sachsen, Schwarzenburg, Waldeck, Württemberg, Mecklenburg und Tyrol, Nürnberg 1860, S. 48 (digitale-sammlungen.de) und Tfl. 29 (digitale-sammlungen.de). Adolf Matthias Hildebrandt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 2 (Blühender Adel deutscher Landschaften), 3. Abt.: Der Adel des Königreichs Sachsen, Nürnberg 1857, S. 43 (uni-heidelberg.de) und Tfl. 49 (uni-heidelberg.de). Gustav Adelbert Seyler: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 5 (Bürgerliche Geschlechter Deutschlands und der Schweiz), 7. Abt.: Achtzehnhunderteinundsiebenzig bürgerliche Wappen, Nürnberg 1906, S. 91 (uni-goettingen.de) und Tfl. 93 (uni-goettingen.de). Johann Siebmacher: Johann Siebmachers allgemeines großes und vollständiges Wappenbuch, 9tes Supplement, Nürnberg 1788, Tfl. 24 (digitale-sammlungen.de).

Weblinks Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/AVA Adel RAA 332.34 Radermacher, Heinrich, Wappen, s.d. (sine dato). AT-OeStA/AVA Adel RAA 332.32 Rademacher, Daniel, JUDr., an der Universität Leyden, Adelsbestätigung, „von Radehausen”, privilegium denominandi, Lehenberechtigung, 1766.07.27. Bildnis der Wilhelmine Karoline Friederike Rademacher von Raderhausen (1774–1775) auf artnet.com.

Einzelnachweise

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