mini|Die Hauptstraße in Oberschwarzach (2019) Oberschwarzach ist eine Ortschaft im Nordwesten von Baden-Württemberg. Es bildet heute einen Teil der Gemeinde Schwarzach im Neckar-Odenwald-Kreis.
Geographie mini|Gemarkung Oberschwarzach, Stand 1882 Oberschwarzach liegt im Kleinen Odenwald im Tal des Schwarzbaches, der nach Süden fließt, um in die Elsenz zu münden. Die Gegend ist hügelig und teilweise bewaldet.
Benachbarte Gemeinden (auch ehemalige) sind, beginnend im Nordosten und dann im Uhrzeigersinn, Neunkirchen, Aglasterhausen, Unterschwarzach und Schwanheim.Gemarkungskarte Baden-Württemberg (2018) des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung (online). Im 19. Jahrhundert kamen dazu noch zwei Waldstücke, die Exklaven bildeten. Der Todtenbronnen grenzte an Epfenbach, Neckarkatzenbach, Asbach, Unterschwarzach, Schönbrunn und Haag, der Kleeberg an Neckarkatzenbach und eine Aerische Waldgemarkung.Uebersichts-Plan der Gemarkung Oberschwarzach (erstellt 1882, gedruckt 1884) des Technischen Bureaus für Katastervermessung und Feldbereinigung (Digitalisat).
Geschichte mini|Oberschwarzach auf einer Karte von 1748 Oberschwarzach bildet einen Ausbauort des frühen Mittelalters. 1143 wurde es urkundlich erstmals erwähnt. Der zweite Teil des Namens steht für einen schwarz gefärbten Bach. Der Ort war zusammen mit Unterschwarzach und der nahegelegenen Wasserburg Schwarzach Lehen des Hochstifts Worms. Inhaber des Lehens waren zunächst Gefolgsleute der staufischen Könige und Kaiser, bis es von den Staufern an die Herren von Weinsberg verkauft wurde. Diese verkauften es 1419 weiter an die Kurpfalz, die bereits davor zunehmend die Landesherrschaft in der Region ausübten.Eintrag Oberschwarzach bei LEO-BW. Die Ortsherrschaft wurde in der Folgezeit wiederholt an verschiedene Angehörige des niederen Adels verpfändet, unter anderem aus den Häusern Habern, Landschad, Handschuhsheim, Appenzell, Winneburg und Beilstein sowie Helmstatt.Adolf von Oechelhäuser: Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Mosbach und Eberbach (Kreis Mosbach) (= Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden. Band 4, Abteilung 4). J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1906, S. 183 (Digitalisat); Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Der Neckar-Odenwald-Kreis (Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg). Band 2, Jan Thorbecke, Sigmaringen 1992, ISBN 3-7995-6047-5, S. 613.
Verwaltungszugehörigkeit Historisch hatten Ober- und Unterschwarzach eine gemeinsame Gemeinde gebildet. Nachdem sie 1823 geteilt worden waren, wurden sie 1972 wiedervereinigt.Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Der Neckar-Odenwald-Kreis (Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg). Band 2, Jan Thorbecke, Sigmaringen 1992, ISBN 3-7995-6047-5, S. 605.
Als Kurpfälzer Ort hatten Ober- wie Unterschwarzach zur Stüber Zent gezählt und damit dem Oberamt Heidelberg unterstanden. Mit deren Auflösung 1803 fiel die Gemeinde an Baden. Dort kam sie zunächst zum Amt Neckarschwarzach, dessen Sitz sie auch wurde, das aber bereits 1813 aufgelöst wurde. Zwischen 1813 und 1857 gehörte Oberschwarzach zum Bezirksamt Neckargemünd, dann bis 1924 zum Bezirksamt Eberbach und anschließend zum Bezirksamt Mosbach. Aus diesem ging 1939 der gleichnamige Landkreis hervor, der 1973 im Odenwaldkreis (seit 1974 Neckar-Odenwald-Kreis) aufging.Eintrag Oberschwarzach bei LEO-BW; Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Der Neckar-Odenwald-Kreis (Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg). Band 2, Jan Thorbecke, Sigmaringen 1992, ISBN 3-7995-6047-5, S. 605.
Wappen mini|Wappen der Gemeinde Oberschwarzach, das bei der Zusammenlegung 1972 zum Wappen der neuen Gemeinde Schwarzach wurde Das Wappen der Gemeinde Oberschwarzach zeigte in Silber (Weiß) einen pfahlweise gestellten, belaubten grünen Zweig mit drei roten Äpfeln. Die Bedeutung dieser Darstellung ist unbekannt. Die Gemeinde Unterschwarzach führte ein fast identisches Wappen, bei dem lediglich die Blätter am Zweig fehlten. Bei der Vereinigung der Gemeinden 1972 wurde das Wappen Oberschwarzachs als neues Gemeindewappen übernommen.Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Der Neckar-Odenwald-Kreis (Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg). Band 2, Jan Thorbecke, Sigmaringen 1992, ISBN 3-7995-6047-5, S. 590.
Verkehr Durch Oberschwarzach verläuft die Landesstraße 633, die in Neckargerach im Osten beginnt und in Unterschwarzach endet.
Baudenkmäler mini|Rathaus von Oberschwarzach (2007)
Folgende Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege verzeichnet das Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg für Oberschwarzach in seiner Datenbank:Datenbank des Landesamtes für Denkmalpflege in der interaktiven „Denkmalkarte Baden-Württemberg“, abgerufen am 23. Juli 2026. Friedhof mit Umfassungsmauer und von anderer Stelle herversetztem Sandsteingrabmal eines Freimaurers namens Berg Hauptstraße 113 und 113a: Hofanlage mit Wohnhaus und Scheune Hauptstraße 116: Rathaus mit Alarmglocke im Dachreiter, errichtet 1845 Hauptstraße 120: Wohnhaus von 1845, 1925 aufgestockt bei Hauptstraße 123: Scheune im barocken Baustil, bezeichnet 1844 Hauptstraße 125 und 127: landwirtschaftliches Anwesen, von dem vor allem das Wohnhaus und ein Teil der Scheune erhalten sind
Literatur Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Der Neckar-Odenwald-Kreis (Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg). Band 2, Jan Thorbecke, Sigmaringen 1992, ISBN 3-7995-6047-5, S. 590–618.
Weblinks
Eintrag Oberschwarzach bei LEO-BW
Einzelnachweise
Kategorie:Schwarzach (Odenwald) Kategorie:Ort im Neckar-Odenwald-Kreis Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Neckar-Odenwald-Kreis) Kategorie:Ersterwähnung 1143 Kategorie:Gemeindegründung 1823 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972