Die evangelische Dorfkirche Polenzko ist eine romanische Saalkirche im Ortsteil Polenzko von Zerbst/Anhalt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zur Kirchengemeinde Zerbst-Lindau im Kirchenkreis Zerbst der Evangelischen Landeskirche Anhalts. Die Kirche ist durchgängig geöffnet.

Geschichte und Architektur thumb|Dorfkirche in Polenzko vor der Sanierung des Turmes, Ansicht von Süden, von der Straße aus Die im Kern spätromanische Saalkirche in Feldstein mit eingezogenem Chor und Apsis trägt über dem Westteil einen Turm in Fachwerk. Die ursprünglichen Öffnungen an der der Nord- und Südseite sind zum Teil noch erkennbar, eine Priesterpforte an der Südseite ist erhalten. Eine eingreifende Erneuerung wurde im Jahr 1884 vorgenommen, dabei wurde die Westwand komplett erneuert, wobei gelbe Klinker für First und Fensterrahmung verwendet und ein kleiner Vorbau vor dem Westportal aus gelbem Klinker errichtet wurden. Das Dach ist mit Betondachsteinen, der Turm mit Schiefer gedeckt.

Innen ist das Bauwerk flach gedeckt; Emporen wurden im Süden und im Westen eingebaut und eine holzsichtige Ausstattung aus der Zeit um 1885 hinzugefügt.

Im Jahr 2017 wurde, gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, der Turm saniert. Dabei wurde das Fachwerk mit Holz verkleidet.

Ausstattung Die Kirche ist als Themenkirche mit dem Thema Weihnachten gestaltet. Die überdimensionalen Krippenfiguren Maria und Josef schuf der Zerbster Holzbildhauer Horst Sommer aus Pappelstämmen. Am 3. Adventssonntag 2009 erhielt die Kirche ein rund anderthalb Meter langes und mehrere hundert Kilogramm schweres Jesuskind. Weitere Krippenfiguren wie die Hirten sowie Ochse und Esel kamen in den Jahren 2010 und 2011 hinzu. Mit den überlebensgroßen Figuren ist es die größte Krippe Deutschlands. Auf Informationstafeln werden Advents- und Weihnachtsbräuche dokumentiert.Information auf der Website der Gemeinde.

An der Nordseite sind vier aufwändige steinerne Epitaphe der Familie von Metsch aus dem 18. Jahrhundert angebracht; sie zeigen Inschrifttafeln, teils mit Bildnisreliefs der Verstorbenen, die von allegorischen Figuren bekrönt sind: für Johann Friedrich von Metsch († 1743) mit Inschrift gerahmt von der Personifikation des Glaubens mit Kreuz und Bibel und weinendem Engel; für Johann Friedrich von Metsch (1663–1732) mit von Putti gehaltenem Inschrifttuch gerahmt von Spes und Fides sowie Christus als Bekrönung; für Hans Ernst von Metsch († 1710) mit Inschriftsockel mit den Wappen derer von Thumbs und Metsch, darüber eine Büste in Kranzgewinde neben einer Darstellung des geflügelten Todes; für Eleonore Dorothea geborene von Thumbs (1711 errichtet), darunter ein Inschrifttuch mit Wappen derer von Thumbs und von Metsch, darüber eine auf einem Sockel sitzende, weinende Dame, die ein Medaillon mit dem Brustbild der Verstorbenen auf ihr Knie setzt.

Eine Bronzeglocke wurde von den Gebrüdern Ulrich in Apolda im Jahr 1884 geschaffen.

Literatur

Weblinks

Website der Kirchengemeinde

Einzelnachweise

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