Ablinga ist ein Kurzdokumentarfilm von Dagnija Osite-Krüger von 1978 über das gleichnamige Dorf in Litauen, das 1941 durch die deutsche Wehrmacht zerstört wurde.
Inhalt Der Film zeigt die 1972 eingeweihte Gedenkstätte mit überlebensgroßen Holzstatuen für die Opfer des Massakers. Begleitend wird ein Gedicht des Nationaldichters Justinas Marcinkevičius vorgetragen.
Hintergründe Dagnija Osite-Krüger war eine gebürtige Lettin, die ab Mitte der 1970er-Jahre in der DDR lebte. Die Aufnahmen wurden 1977 in Ablinga gedreht. Die Bilder sind mit einem poetischen Text des litauischen Nationaldichters Justinas Marcinkevičius unterlegt, der von der Schauspielerin Lotte Loebinger eingelesen wurde.
Am 21. April 1978 war Ablinga erstmals in den Kinos der DDR zu sehen. 2017 präsentierte die DEFA-Stiftung den Film im Berliner Kino Arsenal im Rahmen ihrer monatlichen Filmreihe. 2022 wurde Ablinga im Programm der Retrospektive Die Dokumentaristinnen der DDR beim DOK Leipzig gezeigt.
miniatur|150px|Skulpturen in Ablinga
Rezeption Carolin Weidner vom Dokumentarfilmfestival Leipzig schrieb 2022 über die Skulpturen und den Film
Der Filmhistoriker Detlef Kannapin würdigte Ablinga 2019 in der Publikation Sie. Regisseurinnen der DEFA und ihre Filme: „Ablinga ist auch heute noch ein aufschlussreicher Kommentar zu den Verheerungen durch deutsche Schuld, gerade weil der Film die Leerstellen des Verlusts vom Leben sinnlich einzufangen vermag.“
Literatur Detlef Kannapin: Dagnija Osite-Krüger – Erkundung von Leerstellen. In: Ralf Schenk & Cornelia Klauß (Hrsg.): Sie – Regisseurinnen der DEFA und ihre Filme, Schriftenreihe der DEFA-Stiftung, Bertz + Fischer Verlag, Berlin: 2019, ISBN 978-3-86505-415-9, S. 248–249.
Weblinks
Ablinga in der Filmdatenbank der DEFA-Stiftung
Einzelnachweise
Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Filmtitel 1978 Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Kurzfilm Kategorie:Rajongemeinde Klaipėda