mini|Verbreitungsgebiet des Diademmotmots
Der Diademmotmot (Momotus lessonii) ist eine Vogelart aus der Familie der Sägeracken (Momotidae).. Abgerufen am .P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
Der Vogel kommt in Wäldern und baumbestandenen Flächen im Süden Mexikos und im Westen Panamas vor.
Die Art war ursprünglich vom Erstbeschreiber als eigenständig angesehen worden, später wurde sie dann zusammen mit dem Blauscheitelmotmot (Momotus coeruliceps), dem Rötelbauchmotmot (Momotus subrufescens), dem Trinidadmotmot (Momotus bahamensis) und dem Hochlandmotmot (Momotus aequatorialis) als Unterarten des breit angelegten, auf Englisch „Blue-crowned Motmot“ genannten Momotus momota sensu lato (im weiteren Sinne), dem jetzigen Amazonasmotmot (Momotus momota) angesehen und als Momotus momota lessonii bezeichnet.J. L. Peters: Check-List of Birds of the World. Volume 5. In: Museum of Comparative Zoology, S. 226, 1945, Biodiversity Library
Nach einer taxonomischen Revision wurde die Art wieder als selbständig anerkannt.F. Gary Stiles: A review of the genus Momotus (Coraciiformes: Momotidae) in northern south America and adjacent areas. In: Ornitología colombiana. 2021, Nummer 8, S. 29–75 doi:10.59517/oc.e185.F. G. Stiles: Proposal (412) to South American Classification Committee. Split Momotus momota into five species SACC Proposal 412
Der Lebensraum umfasst eine Vielzahl an baumbestandener Flächen einschließlich tropischen Regenwalds, trockenere Wälder, überwachsene Schluchten, hoher Sekundärwald, Gärten und Plantagen bis 2159 m Höhe.J. del Hoyo, N. Collar und G. M. Kirwan: Lesson’s Motmot (Momotus lessonii), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World, 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Momotus lessonii
Der Artzusatz bezieht sich auf Pierre-Adolphe Lesson.J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
mini|Diademmotmot zeigt seine Schwanzfedern Merkmale Die Art ist 38–43 cm groß und wiegt zwischen 77 und 102 (exiguus) beziehungsweise 97 und 148 g (lessonii). Merkmale sind türkisblaue Kopfkappe, langer blauer Schwanz mit blauem Spatel und schwarze Spitze, leicht abwärts gekurvter grauer bis schwärzlicher Schnabel, sichtbare Zähnelung an der Schnabelkante. Die schwarze Maske ist türkisblau abgesetzt in Richtung Wangen und Nacken. Nacken und Schulterpartie ist gelbbraun, der Rücken türkisfarben, die Flügel etwas grünlicher. Kinn und Kehle sind heller blaugrün, die Brust rötlich bis orange mit kleinem schwarzen Strich in der Mitte und geht in zunächst gelbbräunliche, dann eher grünliche Unterseite über. Die Schwanzunterseite ist blau mit schwarzen Rändern. Die Iris ist rot, die Füße sind graubraun. Bei Jungvögeln ist das Auge dunkelbraun, die Kopfkappe grünlichblau, die Abgrenzung undeutlich, die Maske noch eher grau als schwarz, der Brustfleck und die Spatel fehlen.
Die Art unterscheidet sich vom nicht im gleichen Verbreitungsgebiet vorkommendem Blauscheitelmotmot (Momotus coeruliceps) durch die Kopffärbung, die kleinere schwarze Zeichnung an der Brust und weniger Rotbraun an Brust und Mantel, der in der Nähe vorkommende Rötelbauchmotmot (Momotus subrufescens)E. Campos Cedeño und A. C. Vallely: Some records of birds from Panama with remarks on the distribution of Blue-crowned Motmot Momotus momota. In: Cotinga, Band 36, S. 111–113., 2014, Adoptabosque ist kleiner, hat ein blaues Band um den Scheitel, die Brust ist grüner als die übrige Unterseite. Der gleichfalls kleinere Türkisbrauenmotmot (Eumomota superciliosa) hat sehr lange Schafte an den Schwanzfedern mit breiteren Spitzen an den Spateln, leuchtend türkisblaue Flugfedern, einen zotteligen schwarzen Kehlstreif und rotbraunen Fleck auf dem Rücken, der Kielschnabelmotmot (Electron carinatum) hat einen sehr breiten Schnabel, einen türkisfarbenen Überaugenstreif, eine rotbraune Stirn, größere schwarze Brustflecken und kleinere Spatel.
Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt:IOC 15.1 Todies, motmots, bee-eaters M. l. goldmani , 1900E. W. Nelson: Momotus lessoni goldmani. In: The Auk, Band 17, Heft 3, S. 256, 1900, Sora – Ostmexiko (Veracruz, Oaxaca, Tabasco) und angrenzend in Guatemala (Petén), blasser gefärbt M. l. exiguus , 1912R. Ridgway: Momotus lessonii exiguus. In: Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 25, S. 89, 1912, Biodiversity Library – Yucatán Halbinsel, kleiner M. l. lessonii , 1842, Nominatform – Chiapas bis Westpanama
Es wurden Hybride zwischen dem Blauscheitelmotmot (Momotus coeruliceps) und dem Diademmotmot Momotus coeruliceps x lessonii nachgewiesen.
Stimme Der Gesang des Männchens wird oft von ziemlich frei stehenden Ansitzen aus vorgetragen und wird als leiser Doppellaut „oot-oot“ oder „hoop-hoop“ beschrieben, oft vor Beginn der Dämmerung zu hören. Rufen mehrere Vögel zusammen, ergeben sich auch längere Folgen dieser Laute. Der Alarmruf ist ein hartes, hohl klingendes „kluk-kluk-kluk...“ oder „klok-klok-klok…“, auch mal ein an einen Brillenkauz (Pulsatrix perspicillata) erinnerndes „wuuh wuh-wuh-wuh-wuh-wuh-wuh-wuh“.
Lebensweise Die Art dürfte ein Standvogel sein, allenfalls kommen Wanderbewegungen auf die Pazifikseite in Mexiko vor. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten aller Art, auch kleine Reptilien und Säugetiere wie Kleinohrspitzmäuse (Cryptotis), Fledertiere und Handleyomys alfaroi (Nagetier), gelegentlich kleine Vögel wie Grünstirn-Brillantkolibri (Heliodoxa jacula) oder Wechselspelzer (Sporophila americana). Die Nahrung wird in der Vegetation und auf dem Boden gesucht, auch aus dem Flug heraus. Gerne folgt die Art Wanderameisen, nutzt auch Straßenbeleuchtung, um dort Nachtfalter zu erbeuten.A. Solano-Ugalde und A. Arcos-Torres: Nocturnal foraging observations of the Blue-crowned Motmot (Momotus momota) in San José, Costa Rica. In: Wilson Journal of Ornithology, Band 120, Heft 3, S. 653–654, 2008
Die Brutzeit liegt zwischen April und Juni im Süden Mexikos und zwischen März und Mai in Costa Rica. Die Nisthöhle wird meist in einer Böschung gegraben, 1 bis 4 m lang mit oft gut getarntem Eingang. Das Nest kann wiederverwendet werden, mitunter zu anderen Brutzeiten auch von anderen Arten. Das Gelege besteht aus 3 bis 5 weißen Eiern, die über etwa 21 Tage bebrütet werden.
Gefährdungssituation Der Bestand gilt als „nicht gefährdet“ (Least Concern).
Literatur R. Lesson: Momotus Lessonii. In: Revue Zoologique, par la Société Cuvierienne, Band 5, S. 174, 1842, Biodiversity Library
Weblinks
Datazone.Birdlife Oiseaux.net Macaulay Library Multimedia Diademmotmot auf Briefmarken
Einzelnachweise
Kategorie:Rackenvögel