Der Dambach ist ein kleiner, fast zwei Kilometer langer Mittelgebirgsbach im Stadtgebiet der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden, der dem Dambachtal seinen Namen gibt. Er entwässert über den Schwarzbach und den Salzbach in den Rhein.

Verlauf {"type": "ExternalData", "service": "geoline", "ids": "Q135509481", "properties": {"title": "Dambach","stroke": "#3b78cb", "stroke-width": 4} } mini|Dambachweiher nördlich des Spielplatzes/Tränkweg Der Dambach entspringt im Stadtbezirk Wiesbaden-Nordost im Wiesbadener Stadtwald an der Ostflanke des Nerobergs, der letzten bewaldeten Taunushöhe, 700 Meter vor dem Stadtrand, in der Nähe der um 2011 etwa 250-jährig umgestürzten Melibokus-Eiche. Der Bach fließt nach Süden durch das Dambachtal, ein Wiesental und Naherholungsgebiet nördlich der Innenstadt. Nach rund 200 Metern durchquert der Bach den Dambachweiher, in dem Rotwangen-Schmuckschildkröten leben. Neben dem Weiher steht eine markante Trauerweide.Julia Anderton: Dambachweiher – Wo Schildkröten Sonne tanken. In: Wiesbadener Kurier, 11. August 2020. Westlich davon befand sich das römische Gehöft „Neresberg“. Anschließend durchquert der Bach einen Spielplatz mit der Alfred-Schulte-Hütte und erreicht nach der Brücke des Tränkwegs das Siedlungsgebiet Wiesbadens zwischen Kapellenstraße im Westen und Freseniusstraße im Osten und fließt durch die Dambachtal-Anlage.

Der weitere Verlauf des Dambachs war früher dort, wo jetzt die Straße Dambachtal liegt, und er floss an der Stelle des heutigen Kochbrunnenplatzes mit dem Schwarzbach zusammen.Spielmann 1799. In: Altkarten, Geoportal der Stadt Wiesbaden. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde der Dambach an die Mischwasserkanalisation angeschlossen, während Schwarzbach, Rambach, Kesselbach und Wellritzbach eigene Bachkanäle erhielten.Spielmann 1868 und Kanalnetz 1887. In: Altkarten, Geoportal der Stadt Wiesbaden.H. Rahlson: Die Öffentliche Gesundheitspflege Wiesbadens: Von der Stadt Wiesbaden Dargebotene Festschrift. Bergmann, 1908: „während die verhältnismäßig geringe Wassermenge des Dambaches von der Schmutzwasserkanalisation mit aufgenommen wird“ Der zunächst tiefer gelegene Beginn der Verdolung wurde um 1900Vergleiche Kanalnetz 1887 mit Spielmann 1910. In: Kartenvergleich, Geoportal der Stadt Wiesbaden. an das südliche Ende der Dambachtal-Anlage verlegt. Im Jahr 2002 wurde der Dambach wieder vom Schmutzwasser abgetrennt und unterirdisch dem Bachkanal des Schwarzbachs zugeführt.Refinanzierung Maßnahme Abtrennung Dambach von Mischwasserkanalisation. In: Politisches Informationssystem Wiesbaden (PIWi), 26. Oktober 2010. Letzterer bildet mit den drei anderen Bächen den unterirdischen Salzbachkanal. Der Salzbach entwässert die Innenstadt Wiesbadens Richtung Rhein.

Bauwerke Schutzhütte am Dambachtal mini|Die Schutzhütte am Dambachtal im Jahr 2015 (damals noch „Alfred-Schulte-Hütte“) Am Waldrand steht eine in der Liste der Kulturdenkmäler in Wiesbaden verzeichnete Schutzhütte, die am 6. Juni 1937 vom Wiesbadener Verschönerungsverein eingeweiht und nach dem NSDAP-Oberbürgermeister Alfred Schulte benannt wurde.Alfred-Schulte-Hütte. MATTIACA Gesellschaft zur Pflege der Stadtgeschichte Wiesbadens e.V.Sabine Müller: Nazi-OB als Namenspate. In: Frankfurter Rundschau, 24. Januar 2019. Im Zweiten Weltkrieg beschädigt, wurde sie 1951 neu eingeweiht. Die 6,2 m × 4,70 m große, oberhalb des Wiesenwegs gelegene Hütte wird über eine kleine Terrasse betreten. Deren Boden ist wie die große Vorhalle mit Steinplatten belegt. Die Vorderseite und die Vorhalle werden durch insgesamt fünf Arkadenbögen gebildet. Der Ortsbeirat des Stadtbezirks Wiesbaden-Nordost beschloss im September 2024, den Magistrat der Stadt zu bitten, die Alfred-Schulte-Hütte umzubenennen.Tagesordnungspunkt 17.1 der öffentlichen Sitzung des Ortsbeirates des Ortsbezirkes Wiesbaden Nordost am 4. September 2024: Umbenennung Alfred-Schulte-Hütte. In: Politisches Informationssystem Wiesbaden. Im Mai 2026 wurde sie in Schutzhütte am Dambachtal umbenannt.Tagesordnung II Punkt 22 der öffentlichen Sitzung am 28. Mai 2026. Vorlagen-Nr. 26-V-41-0008. Umbenennung von durch die Historische Fachkommission empfohlenen nach Personen benannten Verkehrsflächen, Gebäuden und Einrichtungen der Landeshauptstadt Wiesbaden. In: Politisches Informationssystem Wiesbaden.

Forsthaus Dambachtal mini|Forsthaus Dambachtal Am Rand des Dambachtals steht das denkmalgeschützte Forsthaus Dambachtal. Das repräsentative Gebäude wurde 1895/96 nach Plänen von Felix Genzmer errichtet. Es wurde aufwendiger gestaltet, weil es unweit einer in Bau befindlichen Villenkolonie stand. Es kombiniert Massiv- und Fachwerkbauweise und das Gelände war früher mit einem rustikalem, dekorativen Zaun eingefriedet.Rolf Faber: Forsthaus Dambachtal. In: Stadtarchiv Wiesbaden (Hrsg.): Stadtlexikon Wiesbaden.

Landschaftspark Das Dambachtal ist durch den gleichnamigen Landschaftspark geprägt, der 1898 nach Plänen des Stadtbaumeisters Felix Genzmer angelegt wurde. Der Park zeichnet sich durch seinen naturnahen Charakter aus: Die Grenzen zwischen öffentlichem Park, Gartenflächen und angrenzendem Wald verlaufen fließend. Die geschwungenen Wege und das Gelände sind der natürlichen Topografie angepasst. Im unteren Bereich des Tals bilden die als Teil der Parkanlage denkmalgeschützten Grundstücksumfriedungen entlang der Kapellenstraße die Kulisse des Parks. Innerhalb des Parks finden sich zeittypische Staffagebauten, etwa eine Carl Remigius Fresenius gewidmete, als Kulturdenkmal geschützte Büste am südlichen Eingang oder eine Steinsitzbank von 1909 zu Ehren von Franz Kupferberg am Ende des Tals.Martina Claire Michel: Dambachtal-Anlage. In: Stadtarchiv Wiesbaden (Hrsg.): Stadtlexikon Wiesbaden.Cornelia Röhlke: Remigius-Fresenius-Denkmal. In: Stadtarchiv Wiesbaden (Hrsg.): Stadtlexikon Wiesbaden.

Bildergalerie

Literatur

Weblinks Dambachtal (Wiesbaden), Fotodokumentation auf taunuswiesbaden.blogspot.com

Einzelnachweise

Kategorie:Gewässer in Wiesbaden Kategorie:Gewässer im Taunus