mini|hochkant|Ewa Dutkiewicz (2019) Ewa Dutkiewicz (* 1978 in Stettin) ist eine deutsche Prähistorische Archäologin.
Biographie Ewa Dutkiewicz studierte von 2001 bis 2005 Altorientalistik und Vorderasiatische Archäologie an der Freien Universität Berlin. Nach dem anschließenden Auslandsstudium in Lyon wechselte sie an die Universität Tübingen und studierte dort Ur- und Frühgeschichte (Magister 2012, Die Grotte de La Verpillière I - 150 Jahre Forschungsgeschichte). Ihre wissenschaftliche Laufbahn vertiefte sie mit einer Promotion (2018), in der sie sich auf paläolithische Zeichen und Symbolik spezialisierte. Von 2011 bis 2018 war sie als Kuratorin für die konzeptionelle Entwicklung und wissenschaftliche Begleitung des Archäoparks Vogelherd verantwortlich. Seit 2019 ist sie als Kuratorin im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Berlin tätig, wo sie insbesondere die Steinzeitabteilung betreut.
Ewa Dutkiewicz ist Geschäftsführerin der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte.
Forschungen Seit 2024 forscht Dutkiewicz als Postdoc im ERC-Projekt EVINE, das sich mit der visuellen Informationsverarbeitung in der frühen Menschheitsgeschichte beschäftigt.
Aufmerksamkeit erlangte sie 2024 durch die in der Presse als sensationell dargestellte Entdeckung des bislang frühesten belegten Mehrkomponentenklebers – hergestellt von Neandertalern vor über 40.000 Jahren. Ihre Forschung gilt als Meilenstein für das Verständnis der kognitiven Fähigkeiten früher Menschen.
Ebenfalls als bahnbrechend gelten ihre Forschungen an paläolithischen Artefakten der Schwäbischen Alb. So wurden rund 40.000 Jahre alte, intentionell angebrachte Ritzzeichen als mögliche Vorläufer einer Schrift interpretiert, was einen Beitrag zum Verständnis der frühesten symbolischen Kommunikation darstellt. Jäger und Sammler des schwäbischen Aurignacien entwickelten demnach ein Zeichensystem, das einige für Schrift typische Gestaltungsmerkmale aufweist – etwa einen Bestand an verschiedenen Zeichentypen und deren lineare Anordnung – dem jedoch andere Merkmale fehlen, wie etwa die produktive Kombinierbarkeit verschiedener Zeichentypen oder das Rebus-Prinzip.
Veröffentlichungen (Auswahl) mit Christian Bentz: Humans 40,000 y ago developed a system of conventional signs IN: PNAS, 3. März 2026, Vol. 123, No. 9, https://doi.org/10.1073/pnas.2520385123 3D models of some figurines from the Swabian Aurignacian. New insights into the markings In: Images, Gestures, Voices, Lives - What can we learn from palaeolithic art? Heidelberg University Publishing 2025, ISBN 978-3-96822-291-2, S.205–222 Zeichen: Markierungen, Muster und Symbole im Schwäbischen Aurignacien. Kerns, Tübingen 2021, ISBN 978-3-935751-34-6 (Dissertation) mit Gabriele Russo, Saetbyul Lee, Christian Bentz: SignBase, a collection of geometric signs on mobile objects in the Paleolithic IN: Nature, 23. Oktober 2020, Sci Data 7, 364 (2020), https://doi.org/10.1038/s41597-020-00704-x mit Nicholas J. Conard, Michael Bolus, Sibylle Wolf: Eiszeitarchäologie auf der Schwäbischen Alb. Die Fundstellen im Ach- und Lonetal und in ihrer Umgebung Kerns, Tübingen 2015, ISBN 978-3-935751-24-7 mit Nicholas J. Conard: The symbolic language of the Swabian Aurignacian as reflected in the material culture from Vogelherd Cave (South-West Germany) In: « L'art au quotidien - Objets ornés du Paléolithique supérieur » Actes du colloque international Les Eyzies-de-Tayac, 16–20 juin 2014, PALEO, numéro spécial, 2016, p. 149–164, ISBN 978-2-911233-12-8
Weblinks Seite bei den Staatlichen Museen zu Berlin
Stone Age Signs - YouTube-Kanal zu Dutkiewicz' Forschungsprojekt SignBase 2.0
Einzelnachweise
Kategorie:Prähistoriker Kategorie:Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums für Vor- und Frühgeschichte (Berlin) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1978 Kategorie:Frau