mini|hochkant|Stammwappen derer von Bullion (= Wappen des Orts Bullion (Yvelines)) Das Haus Bullion ist eine adelige Familie, emporgestiegen aus dem spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen burgundischen Bürgertum; der Name bezieht sich auf das Lehen Bullion bei Maringues und hat mit dem Herzogtum Bouillon nichts zu tun.
Geschichte Die Familie trat erstmals Ende des 15. Jahrhunderts als Händler in Mâcon auf und schaffte es im 3. Quartal des 16. Jahrhunderts aufgrund ihrer Ämter als Sekretär des Königs (1564) und Maître des requêtes (1572), spätestens aber mit Claude de Bullion als Surintendant des Finances (1632) in die Noblesse de robe. Mit Charles Denis de Bullion und seinem Sohn Gabriel Jérôme de Bullion stellten die Bullion 67 Jahre lang, von 1685 bis 1752, den königlichen Vogt von Paris.
1611 erwarb Claude de Bullion aufgrund der Namensgleichheit das Lehen Bullion bei Rambouillet in Yvelines, das zuvor im Besitz der Familie Lamotte, ab 1556 von Don Diego de Mendoza, dann der Familie Bueil war. Zudem besaß er das Hôtel Bullion in der Rue Plâtrière (jetzt Rue Jean-Jacques Rousseau) in Paris.
Mit den Söhnen Claude de Bullions spaltete sich die Familie in diverse Linien auf (Gallardon, Montlouet, Attilly, Courcy), die alle den Rang eines Marquis innehatte. Im Lauf der 18. Jahrhunderts, spätestens mit der Revolution, starb die Familie in drei Linien aus oder verschwand aus den Annalen. Lediglich die Linie, deren Oberhaupt 1791 emigrierte, überstand die Wirren der Zeit: Henri de Bullion (1772–1831) wurde in Württemberg naturalisiert, sein Sohn Guy von Bullion (1826–1886) erhielt 1865 einen bayerischen Grafentitel. Er wurde am 5. April 1880 in die bayerische Adelsmatrikel, Grafenklasse, aufgenommen.Die seit 1880 in Bayern mit Standeserhöhungen versehenen und immatrikulierten Familien nebst ihren Wappen, in: Der Deutsche Herold, Band 22, Berlin 1891, S. 71 (Google Bücher).
Wappen Blasonierung des Stammwappens In Blau, wachsend aus dem oberen dreier silberner Wellenbalken, ein goldener Löwe. (= Wappen von Bullion (Yvelines))
Blasonierung des Grafenwappens in Bayern Geviert. In Feldern 1 und 4 in Blau, wachsend aus dem oberen dreier silberner Wellenbalken, ein goldener Löwe (= Stammwappen). In Feldern 2 und 3 in Silber ein roter Schrägbalken, begleitet von sechs roten im Kreise geordneten Muscheln, Gelenk aufwärts. Als Schildhalter zwei goldene Löwen auf Mamorpostament. Um das Ganze ein roter hermelingefütterter Mantel, aus einer Grafenkrone herabwallend, alias auch Helm mit dem wachsenden Löwen auf dem Schilde.
Stammliste 15.–17. Jahrhundert
Linie Gallardon
Linie Montlouet
Die Linie Attilly
Die Linie Courcy
Die bayerischen Bullion (Auszug)
Literatur Louis Moréri, Le grand dictionnaire historique, Band 2, 2. Teil, 1759, S. 371ff François-Alexandre Aubert de La Chenaye-Desbois, Dictionnaire de la noblesse, 3. Ausgabe, Band 4, Spalte 500ff
Weblinks
Étienne Pattou, Maison de Bullion (online, abgerufen am 28. Juli 2025)
Einzelnachweise und Anmerkungen
Bullion Bullion Bullion