Ernst Philipp Stadelmann (* 10. März 1894 in München; † 1. September 1972 in Rom) war ein international tätiger deutscher Maler. Sein Werk lässt sich schwer einer einzelnen Kunstrichtung zuordnen. Geprägt vom Stilpluralismus der Moderne verband er in seinen Arbeiten verschiedene stilistische Elemente, die dem Expressiven Realismus und der Postmoderne zugerechnet werden.https://maedlerartforum.com/portfolio-item/ernst-stadelmann/
Leben Stadelmann wurde 1894 als Sohn eines Kaufmanns in München geboren. Nach seinem Einsatz im Ersten Weltkrieg, bei dem er eine lebenslange Verletzung erlitt, begann er 1918 ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste München bei Angelo Jank.Zimmermann, Rainer: Expressiver Realismus. Maler der Verschollenen Generation. 1993, S. 64–65.
Ab 1923 unternahm er zahlreiche Reisen in die USA und nach Europa, darunter nach Dresden, Prag, Wien, Rom, Neapel, Berlin, Paris und London. 1930 zog er nach Malcesine am Gardasee.
1937 bezog er während der Wintermonate ein Atelier in Paris. 1939/40 reiste er erneut in die USA, wo er im Museum in Burlington (Vermont) 25 Gemälde ausstellte. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er trotz seiner Verletzung erneut eingezogen. In dieser Zeit entstanden vor allem Stillleben und Landschaften. Nach Kriegsende wurden zahlreiche Werke in Malcesine geplündert oder zerstört.Von der Dollen, Ingrid: Ernst Stadelmann (1894 – 1972). Wanderer zwischen den Welten. Edition Joseph Hierling, 2019.
1952 emigrierte Stadelmann nach Südafrika, wo er ein Atelier eröffnete und ausstellte. Seine Malweise veränderte sich dort stark: Die neue Umgebung führte zu expressiveren, farbintensiveren und teils kubistisch inspirierten Arbeiten, darunter auch Porträts und Landschaftsdarstellungen.
1962 kehrte er nach Europa zurück und lebte fortan zwischen Rom, Malcesine und München. Trotz wiederholter Klinikaufenthalte blieb er bis zu seinem Tod künstlerisch aktiv. Stadelmann starb am 1. September 1972 in Rom und wurde in München beigesetzt.
Werk Stadelmanns künstlerisches Schaffen ist vor allem durch Stillleben und Landschaftsmalerei geprägt. Seine Werke, hauptsächlich Ölgemälde, zeichnen sich durch harmonische Kompositionen und einen sicheren Pinselstrich aus. Der Mensch tritt in seinem frühen Werken selten als Figur auf; stattdessen sind es Gegenstände oder Architektur, die die menschliche Anwesenheit indirekt symbolisieren. Während er sich in Europa eher am Naturalismus orientierte, brachte ihm sein Aufenthalt in Südafrika eine stärkere Hinwendung zu expressiveren und abstrakteren Darstellungsweisen. Auch die Darstellungen von Personen häufen sich. Nach seiner Rückkehr nach Europa kehrt Stadelmann auch zur Landschafts- und Stillleben-Malerei zurück. Die Arbeiten, die in seinem letzten Lebensabschnitt entstanden, sind wieder bedeutend harmonisierter, verlieren den Einfluss des Expressiven aber nie völlig.
Freundschaften und Einflüsse Stadelmann stand in engem Kontakt zu Künstlern wie Karl Hofer. Sein Werk zeigt Auseinandersetzungen mit Vorbildern wie Jean Siméon Chardin, Pablo Picasso und Henri Matisse.
Ausstellungen Einzelausstellungen
1925, New York, „The New Gallery Inc.“ 1928, Berlin, Galerie Wiltschek 1928, New York, Ferargil Galleries 1939, Paris, Galerie ZAK 1939, New York, Ferargil Galleries 1940, Vermont, Museum in Burlington 1952, Cape Town, Eröffnungsausstellung in neu bezogenem Atelier 1953, Cape Town, Association of Arts Galleries, Argus House 1955, Cape Town, Argus small Gallery, Argus House 1958, Cape Town, Argus small Gallery 1960, München, Galerie Wolfgang Gurlott 1960, Milano, Gallerie Barbaroux 1968, Milano, Gallerie Barbaroux 1984, München, Galerie Ralph Jentsch 1987, München, Auktionshaus Karl & Faber 1994, München, Galerie Joseph Hierling 1997, Kißlegg/Allgäu, Neues Schloss, Museum Expressiver Realismus 2019, Leipzig, MÄDLER ART FORUM, "Ernst Stadelmann - Expressiver Realismus"
Gruppenausstellungen
1929, München, Glaspalast, mit der Münchner Secession 1930, Rom, Mostra della Galleria di Roma di un Gruppo di Arstisti Stranieri 1942, Rom, Mostra della Galleria di Roma di un Gruppo di Arstisti Stranieri 1942, Milano, Galleria Duomo, Mostra di Artisti Tedeschi e Romeni 1942, Verona, Prima Mostra Nazionale d'Arte 1942, Verona, "Premio Verona" im Palazzo della Gran Guardia 1954, Bloemfontein, Centenary Exhibition der O.F.S. Arts and Crafts Society, City Hall 1955, Cape Town, Southern African Association of Arts 1955, Bloemfontein, Centenary Exhibition der O.F.S. Arts and Crafts Society, City Hall 1956, (Wanderausstellung) Pretoria, "1. Quadrennial Exhibition of South-African Art" 1957, New Belleville, Art Exhibition 1960, (Wanderausstellung) Cape Town, "Festival Quadrennial Exhibition of South-African Art" 1960, München, Haus der Kunst 1993, (Wanderausstellung) Maler der Verschollenen Generation. Expressiver Realismus 2020, Leipzig, MÄDLER ART FORUM, "Sehnsucht nach dem Süden"
Literatur Von der Dollen, Ingrid: Ernst Stadelmann (1894 – 1972). Wanderer zwischen den Welten. Edition Joseph Hierling, München, 2019. Jentsch, Ralph (Hrsg.): Ernst Stadelmann. Verlag Kunstgalerie Esslingen, München, New York, 1984. Hennings, Julia: Ernst Stadelmann (1894 – 1972). Ein Künstler des Expressiven Realismus. Diplomarbeit zur Erlangung des Magistergrades an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg. Salzburg. 1994. Zimmermann, Rainer: Expressiver Realismus. Maler der Verschollenen Generation. Deutschland, 1993, S. 64–65. Von der Dollen, Ingrid: Der Blick in den Spiegel. Selbstbildnisse einer „verschollenen Generation“. Edition Joseph Hierling, Tutzing, 2022. S. 122
Weblinks Kurzbiografie auf der Website des MÄDLER ART FORUMs
Einzelnachweise
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