Das Durlacher Tag(e)blatt (bis 1920 Durlacher Wochenblatt) erschien von 1829 bis 1964 und war damit eine der wenigen Zeitungen in der Region Karlsruhe, die den Umbruch in der Presselandschaft rund um die Reichsgründung 1870 ebenso überstand wie das Jahr 1945.

Geschichte mini|Ausgabe 1 des Durlacher Wochenblatt Das Durlacher Tageblatt/Durlacher Wochenblatt eignet sich durch seine lange Laufzeit und inhaltliche Weiterentwicklung, um exemplarisch die Geschichte der Zeitung im 19. Jahrhundert im deutschen Südwesten darzustellen.

Nach dem Umzug des Hofs von Durlach nach Karlsruhe fehlte es in der ehemaligen Residenz über viele Jahre hinweg an einer Druckerei. Erste Vorstöße für ein Wochenblatt nach Bruchsaler oder Pforzheimer Vorbild wurden 1815 vom badischen Innenministerium abgelehnt. Erst elf Jahre später hatte ein neuer Anlauf von Ludwig Dups Erfolg. Der Karlsruher Buchdrucker eröffnete in Durlach eine Druckerei und bat im Jahr 1827 um die Erlaubnis, ein Wochenblatt herauszugeben. Allerdings brachte erst ein Antrag von Bürgermeister, Stadtrat und Bürgerausschuss im Jahr 1829 den Durchbruch, sodass das „Durlacher Wochenblatt“ entstehen konnte. Die immer sonntags erscheinende Zeitung enthielt zunächst amtliche und private Bekanntmachungen sowie Unterhaltung in Form kleinerer Geschichten. In dieser Zeit bedeutete Zeitung noch keine politischen Neuigkeiten.

1831 politisierte sich das Blatt kurzzeitig unter den Vorzeichen des badischen Liberalismus bevor der Deutsche Bund die badischen Pressegesetze zurückzog und die Zeitung bis zur Revolution 1848/49 wieder unpolitisch werden ließ. Beiträge des Revolutionärs Karl Steinmetz führten zu einer zeitweilig radikal-demokratischen Ausrichtung. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts folgte dann die übliche Mischung auf nationalen und regionalen Meldungen mit einem ausführlichen lokalen Anzeigenteil.

Mit der Ausgabe 27./28. Februar 1943 erfolgte die Einstellung der inhaltlich gleichgeschalteten Zeitung infolge der kriegsbedingten Rationalisierung. Am 15. Juni 1949 konnte der nach der Verabschiedung der Generallizenz für Württemberg-Baden der Verlag die Wiederherausgabe verkünden links|mini|Durlacher Tageblatt im neuen Format ab 1920 Ursprünglich erschien die Zeitung jeden Sonntag, später dann jeden Donnerstag. Ab 1858 erschien sie zweimal wöchentlich, sonntags und donnerstags. Ab 1870 folgten drei Ausgaben, bevor das Durlacher Wochenblatt ab 1897 täglich erschien. Der Titelwechsel im Jahr 1920 vollzog diese Entwicklung mit deutlicher Verzögerung nach. In diesem Zusammenhang wechselte auch das Zeitungsformat. mini|Meldung im Durlacher Tagblat vom 31. Dezember 1964 Am 31. Dezember 1964 erschien das Durlacher Tagblatt zum letzten Mal. Am Ende einer scheinbar normalen Ausgabe machte eine Sonderseite auf das Ende des Traditionsblattes aufmerksam. Einen dezidierten Grund blieb die Redaktion schuldig, der Verweis auf alternde Abonnenten deuten aber auf wirtschaftliche Schwierigkeiten hin.

Literatur

Weblinks

Durlacher Wochenblatt/Tagblatt in den Digitalen Sammlungen der Badischen Landesbibliothek

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