mini|Jónas Jónasson Jónas Jónasson, auch Jónas Jónasson frá Hrafnagili („Jónas Jónasson aus Hrafnagil“), (* 7. August 1856 in Úlfá in Eyjafjörður; † 4. August 1918) war ein isländischer Volkskundler und Sammler von Volkskunst, Pfarrer, Lehrer und Schriftsteller.Kurzbiographie Die meiste Zeit seines Lebens verbrachte er in Hrafnagil,Jónas Jónasson frá Hrafnagili das in unmittelbare Nähe von Akureyri liegt. Am bekanntesten ist sein Buch Íslenskir þjóðhættir („Isländische Volksbräuche“), das posthum erst 1934 erschien und die Lebenswirklichkeit und die Bräuche der Menschen im Island des 18. und 19. Jahrhunderts beschreibt. Er sammelte die isländischen magischen Zeichen („Galdrastafir“) und bildete 430 Zeichen mit ausführlichen Beschreibungen in seinen sechs Galdrastafir-Manuskripten ab.
Jónas Jónassons Eltern waren Guðríður Jónasdóttir und Jónas Jónssona. Jónas schloss 1883 sein Theologiestudium in Reykjavík ab und war anschließend 25 Jahre Pfarrer in Grundarþing in Eyjafjörður. Ab 1908 war Jónas als Geschichtslehrer am Gymnasium in Akureyri tätig.Framhaldsskoli-Website sowie Nordisk familjebok Jónas heiratete Þórunn Stefánsdóttir Ottesen. Sie hatten zusammen acht Kinder; jedoch starben vier an Tuberkulose.Framhaldsskoli-Website
Erzählungen Bereits während seiner Studienzeit begann Jónas Jónasson mit dem Schreiben und setzte dies während seiner Tätigkeit als Pfarrer fort. Er veröffentlichte Übersetzungen, Essays, Novellen, Kurzgeschichten in verschiedenen isländischen Zeitschriften. Außerdem veröffentlichte er zahlreiche Romane.
„In seinen Erzählungen zeigt uns Jónas oft die Hilflosigkeit der einfachen Leute im Umgang mit den Wohlhabenderen, und die schlechte Stellung der Frauen in der Gesellschaft liegt ihm sehr am Herzen. Doch obwohl der Realismus in den Geschichten vorherrscht, sind viele seiner Stimmungen im Geiste romantischer Autoren gehalten.“Framhaldsskoli-Website
Veröffentlichungen zu weiteren Themen Jónas Jónasson veröffentlichte nicht nur Erzählungen, sondern auch Fibeln, ein dänisch-isländisches Wörterbuch (1896) und Literatur über isländische Volkskunde und isländisches Brauchtum. Das von ihm bekannteste Werk ist mit Abstand Íslenskir þjóðhættir („Isländische Volksbräuche“), das erst 1934 viele Jahre nach seinem Tod veröffentlicht wurde. Es ist eine einzigartige Beschreibung des Lebens in Island vor allem im 19. Jahrhundert.Framhaldsskoli-Website mini|400px|Magisches Zeichen Fengur im Galdrastafir-Manuskript I von Jónas Jónasson Einmalig ist Jónas Jónassons umfangreiche Sammlung und Dokumentation der isländischen magischen Zeichen, den sogenannten Galdrastafir (isländisch Plural von galdrastafur: „Zauberstäbe“, „Zauberzeichen“). Er verfasste sechs Galdrastafir-Manuskripte und fertigte diese bis etwa 1915 an. Der weitaus überwiegende Teil der in Jónas Jónassons Handschriften abgebildeten und erklärten Galdrastafir ist in anderen isländischen Grimoires wie zum Beispiel dem Huld-Manuskript nicht zu finden.
Veröffentlichungen (Auswahl) mini|Galdrastafir/Skyringar 2 – Manuskript von etwa 1915 Gletní lifsins – 1885 Randiðr í Hvassafelli – 1892 Ný dönsk orðabók með íslenzkum þýðingum – 1896 Jón halti – 1913 Ljós og skuggar. Smásögur eftir Jónas Jónasson frá Hrafnagili – 1915 Íslenzkir þjóLjós og skuggar. Smásögur eftir Jónas Jónasson frá Hrafnagili, Reykjavík 1915 – 10 Kurzgeschichten Galdrastafir, Manuskript von vor 1915 Galdrastafir 2, Manuskript von etwa 1915 Galdrastafir 3, Manuskript von etwa 1915 Galdrastafir 4, Manuskript von etwa 1915 Galdrastafir/Skýringar, Manuskript, etwa 1915 Galdrastafir/Skýringar 2, Manuskript, etwa 1915 Íslenskir þjóðhættir, Reykjavík 1934; Reykjavík 2010, 4. Auflage
Literatur Eyfirðingur: Síra Jónas Jónasson fra Hafnagili, in: Oðinn, Juni 1919, S. 1–2 Helgasonar: † Jónas Jónasson fra Hafnagili. 7. ágúst 1856 – 5. ágúst 1918, in: Ísafold, 17. August 1918, S. 1–2 Erlend Jónsson: Horfnir þjóðhættir, in: Morgunblaðið, 5. November 1975, S. 16–17 Stefán Sæmundsson: Jónas og þjóðhættirnir, in: Dagur, Akureyri, 4. Mai 1991, S. 8–9 Kári Pálsson / Georgia Sottotetti: Galdrastafir. Historical Icelandic magic symbols as compiled from tradition by Jónas Jónasson in the manuscript Lbs 54721 I 4to, Hyldir, Olympia/Washington 2025, ISBN 978-1-966041-11-5 – Transliteration des handschriftlichen isländischen Textes von Jónasson's Galdrastafir, Manuskript 1, mit englischer Übersetzung
Weblinks Kurzbiographie von Jónas Jónasson Jónasson, Jónas, in: Projekt Runeberg, Nordisk familjebok, 36. Nachtrag, 2024, S. 780 Framhaldsskóli: Jónas Jónasson frá Hrafnagili – Biographie und Lebenswerk Lestu: Jónas Jónasson frá Hrafnagili Ferlir: Íslenskir þjóðhættir – Jónas Jónasson – Beschreibungen der Lebenswirklichkeit und Bräuche der Isländer im 18. und 19. Jahrhundert durch Jónas Jónasson Verschiedene Buchansichten von Jónas Jónassonas Veröffentlichungen
Einzelnachweise
Kategorie:Volkskundler Kategorie:Sammler Kategorie:Isländer Kategorie:Geboren 1856 Kategorie:Gestorben 1918 Kategorie:Mann