Kretzschau ist eine Gemeinde im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt. Sie gehört der Verbandsgemeinde Droyßiger-Zeitzer Forst an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Droyßig hat.

Geografie mini|hochkant=1.2|Kretzschau von Südwesten Kretzschau liegt unmittelbar westlich von Zeitz.

Zu Kretzschau gehören folgende neun Ortsteile: Kretzschau (mit Groitzschen) Näthern Döschwitz Döschwitz Gladitz Hollsteitz Kirchsteitz (mit Siedlung) Grana Grana Kleinosida Mannsdorf Salsitz (mit Bahnhof Haynsburg)

Geschichte Erstmals urkundlich erwähnt wurde Kretzschau im Jahre 1004, als der Zeitzer Bischof Hildewart die ehemaligen Merseburger Dörfer auf Wunsch König Heinrichs II. an den Merseburger Bischof zurückgab. Als Ausgleich erhielt Hildewart die Dörfer Croziwa (Kretzschau), Gribna und Grodischau. Die Namen Croziwa, Krautschonwe, Crotzschow, Kretzschwehe sind bis heute im Volksmund erhalten. Zahlreiche Kriege und verheerende Feuerbrünste führten zu großen Verlusten an Menschen und materiellen Gütern. Zum Pfarrdorf Kretzschau gehören das eingepfarrte Dorf Groitzschen und das Örtchen Näthern.

Ein Teil des heutigen Ortes lag bis 1792 im kursächsischen Amt Haynsburg.

Kretzschau und Groitzschen hatten eine rein bäuerliche Bevölkerung. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die Entwicklung zum Industriedorf, nachdem in der Umgebung reiche Braunkohlefelder festgestellt worden waren. 1890 wurden in Groitzschen mächtige Kohleflöze abgebaut.

Von 1952 bis 1994 lag Kretzschau im Kreis Zeitz (1952 bis 1990 im DDR-Bezirk Halle, dann im Land Sachsen-Anhalt). Seit der Kreisreform 1994 gehört die Gemeinde zum Burgenlandkreis.

Eingemeindungen

Die ehemaligen Gemeinden Grana und Döschwitz wurden am 1. Januar 2010 in die Gemeinde Kretzschau eingegliedert.StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010

Bevölkerung Jahr Einwohner 1990 1.311 2005 1.327 2010 2.792 2015 2.505 2020 2.409 Jahr Einwohner 2021 2.385 2022 2.350 2023 2.336 2024 2.329 2025 2.279

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Der Anstieg der Einwohnerzahl zwischen 2005 und 2010 ist auf Eingemeindungen zurückzuführen.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Kretzschau besteht aus 14 Mitgliedern und der Bürgermeisterin. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 65,2 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Aktiv für die Gemeinde Kretzschau 35,4 % 5 23,0 % 3 CDU 24,4 % 3 22,4 % 3 real und fair für Kretzschau und unsere Region 27,2 % 4 19,6 % 3 AfD – – 19,4 % 3 Einzelbewerberin Angelika Renner – – 5,4 % 1 Die Linke 6,7 % 1 3,8 % 1 Einzelbewerber Jörg Grajek 4,9 % 1 2,6 % – Einzelbewerberin Katja Heinrich – – 2,2 % – Einzelbewerberin Miriam Thielsch – – 1,6 % – FDP 1,3 % – – – Insgesamt 100 % 14 100 % 14

Bürgermeister 2010–2014: Eckhard Osang seit 2014: Anemone Just

Just wurde bei der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 78,6 % der gültigen Stimmen gewählt. Am 11. April 2021 wurde sie ohne Gegenkandidat mit 100 % der gültigen Stimmen in ihrem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 11. April 2021 Ihre Amtszeit beträgt sieben Jahre.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61

Wappen, Flagge, Dienstsiegel Am 4. November 2015 erteilte der Landrat des Burgenlandkreises der Gemeinde Kretzschau die Genehmigung zum Führen eines Wappens und einer Flagge.Der Landrat des Burgenlandkreises: Genehmigung zum Führen eines Wappens und einer Flagge durch die Gemeinde Kretzschau, abgedruckt im Amtsblatt des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt 2015 Nr. 11, Seite 180, und Anlage. Der Entwurf für Wappen, Flagge und Dienstsiegel stammt vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch.

Flaggenbeschreibung „Die Flagge ist blau-weiß (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.“

Dienstsiegel Das Dienstsiegel zeigt die Umschrift „Gemeinde Kretzschau“, eine Unterscheidungsziffer und als Siegelbild das Gemeindewappen.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

mini|Romanische Kirche in Salsitz mini|Infotafel zur Weinroute

Kirchen in Salsitz, Kretzschau, Hollsteitz, Kirchsteitz, Gladitz, Döschwitz Park Hollsteitz Rittergut Gladitz (heute Vereins- und Bürgerhaus) Heimatstube im Bürgerhaus Gladitz Künstlerhaus Hollsteitz Wildgehege Kirchsteitz Kretzschauer See mit Jugendherberge Burgenland und zahlreichen Wanderwegen Elster-Radweg Weinroute an der Weißen Elster

Gedenkstätte

Gegenüber der Grundschule in der Hauptstraße wurde 1961 von den Einwohnern im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes eine Gedenkstätte für den KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann errichtet, der 1944 im KZ Buchenwald ermordet wurde.

Weinbau mini|Vinothek Salsitz In Elstertal bei Salsitz liegt der Weinberg „Salsitzer Englischer Garten“ mit einer Vielzahl von Rebsorten. Hier gedeihen an Südhängen z. B. Dornfelder, Bacchus, Kerner, Ortega und Müller-Thurgau. Einen Blick auf die Weinberge hat man von Raba aus. In der Vinothek Salsitz können einheimische Weine verkostet und gekauft werden.

Verkehr Durch das Gemeindegebiet verläuft die Bundesstraße 180, die von Zeitz nach Naumburg (Saale) führt. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Naumburg an der A 9 in etwa 10 km Entfernung.

Der Bahnhof Kretzschau lag an der Bahnstrecke Zeitz–Camburg, auf der der Verkehr 1998 eingestellt wurde.

Persönlichkeiten Christian Schumann (1681–1744), Kirchenlieddichter, von 1721 bis 1736 Pfarrer in Döschwitz und Kirchsteitz

Weblinks

Gemeinde Kretzschau auf der Website der Verwaltungsgemeinschaft

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Burgenlandkreis Kategorie:Ersterwähnung 1004